11 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Haarspray liegt in der Luft

Lehrlings- und Preisfrisieren Haarspray liegt in der Luft

Mit Pomade zurück in die 1950er-Jahre, wie in einem japanischen Manga oder punkig wie im viktorianischen Zeitalter: Beim 32. Lehrlings- und Preisfrisieren zeigten Salons und Auszubildende des Friseurunternehmens Klinck, wie sie Themen haarig umsetzen.

Voriger Artikel
Seit 30 Jahren Hilfe für Infizierte
Nächster Artikel
Gosch kommt erst später nach Kiel

Cosplay heißt der japanische Lifestyle, für den sich Sophie Goldenbogen (links) und Jana Petersen am Sonntag in Manga-Figuren verwandelt haben.

Quelle: Karina Dreyer

Hassee. Mittendrin war Tanja Casimir: Die 48-Jährige soll neue Geschäftsführerin werden. Alljährlich liegt im Haus der Stadtwerke in Hassee Haarspray in der Luft: Dann zaubern Auszubildende aus allen drei Lehrjahren Haarprachten nach Themen. Und die hießen in diesem Jahr: Cosplay (Mangas), Steampunk und Rockabilly. 113 Nachwuchsfriseure hatten dafür zwischen 30 und 45 Minuten Zeit, ihre Models in Form zu bringen und die Jury zu überzeugen. Bewertet wurden dabei das gesamte Outfit, Ausdruckskraft und Erkennbarkeit.

 „Das Lehrlings- und Preisfrisieren ist sehr wichtig, um die Mitarbeiter zu binden. Es geht um Wertigkeit und sich einmal im Jahr zu treffen und auszutauschen“, beschreibt Tanja Casimir, die vor 32 Jahren selber als Auszubildende teilnahm. „Ich wurde schon sehr früh gefördert und gefordert und war jüngste Salonleiterin“, erklärt sie. Fünf Jahre verabschiedete sie sich aus dem Klinck-Unternehmen, um Betriebswirtschaftslehre zu studieren und dann ein Jahr in der Wirtschaft sowie ein weiteres in der Chemiebranche zu verbringen. Nun ist sie wieder zurück beim Friseur-Handwerk und bereitet sich als Regionaldirektorin auf den Posten der Geschäftsführerin vor. Klinck sei ein Familienunternehmen mit großem Zusammenhalt. „Ich habe es aus allen Blickwinkeln gesehen, kenne alle Salons und die meisten Mitarbeiter“, betont sie. In Zukunft möchte sie „einen Schritt zurückgehen, um wieder die Qualität und die Kunden in den Mittelpunkt zu setzen. Wir leben in einer unsicheren Zeit, da wünschen sich die Menschen mehr Stabilität im Handwerk“, ist sie überzeugt. Und so legt sie viel Wert darauf, dass Basistechniken gründlich vermittelt werden. Auch der Umgang mit Menschen ist elementar, denn der Friseurberuf sei sehr emotional. „Nur Freunde, Familie und Ärzte kommen so nah an den Kunden wie wir“, sagt Tanja Casimir.

 Mehr Nähe wünscht sie sich auch zu Kollegen anderer Firmen und der Handwerkskammer. Jeder für sich, das war gestern. „Jeder hat so viel Potenzial zu bieten, dass wir gemeinsam Stärke zeigen können“, erklärt sie.

 Auch Offenheit ist wichtig: Das Familienunternehmen ermöglicht Flüchtlingen und Migranten Praktika, die in eine Ausbildung münden können. Zudem gibt es momentan fünf Auszubildende aus Italien, Spanien und Griechenland, die über das Mobipro-Programm vermittelt wurden – ein Projekt zur Förderung beruflicher Mobilität von Jugendlichen aus Europa. Der Grund: „Es wird immer schwieriger, gute Auszubildende zu finden. Wir hoffen, dass sie nach der Ausbildung bei uns bleiben“, erklärt Lillika Klinck von der Personalentwicklung.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3