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In der Manege ist Schule am schönsten

Lernwerft In der Manege ist Schule am schönsten

Rund 160 Schüler der Lernwerft – Club of Rome Schule Kiel schnuppern eine Woche lang Zirkusluft und verwandeln den Schulhof am Skageragufer in eine bunte Welt – stilecht im Zirkuszelt und mit professioneller Unterstützung durch den traditionsreichen Circus Quaiser.

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Erfolgreiche Vorbereitung: Bei der Generalprobe lässt Drittklässlerin Greta Quast gleich mehrere Hula-Hoop-Reifen übereinander schwingen.

Quelle: Lutz Timm

Kiel. Höhepunkt der Projektwoche ist eine Abendvorstellung, in der die Erst- bis Fünftklässler ihre neuen Fähigkeiten präsentieren.

 Doch vor der großen Show steht bekanntlich die Arbeit. „Am Montag haben wir geholfen, das Zirkuszelt aufzubauen. Das war ziemlich cool“, erzählt Fünftklässler Michael Petermann. „Erst dachte ich, das Zelt ist viel zu klein. Aber es passen doch alle locker rein.“ In dem sieben Meter hohen Zelt finden bis zu 400 Zuschauer Platz. An zwei Abenden haben die Schüler hier ihren großen Auftritt. Michael wird dann zum Magier.

 Mit seiner Gruppe hat er unter Anleitung der Profis vom Circus Quaiser einen Trick eingeübt, der die Gäste zum Staunen bringen soll. „Wir lassen einen Klassenkameraden verschwinden“, berichtet er stolz. Dieser müsse erst in einen Kasten steigen, in den anschließend Schwerter gesteckt werden. „Dann geht das Licht aus, und er erscheint unverletzt auf einem Podest.“ Wie das Täuschungsmanöver funktioniert, will der Nachwuchszauberer allerdings nicht verraten – das würde die Magierehre verbieten.

 Neben dem Kunststück der Zauberer stehen noch die Auftritte von Clowns, Fakiren, Akrobaten und Dompteuren auf dem Programm. Die Tiernummern kommen beim Circus Quaiser jedoch ohne Löwe, Elefant und Co. aus. „Es gibt einen Auftritt mit drei Ziegen“, erklärt Lehrerin Karin Riese. Den Tierschutz habe man bereits zuvor im Unterricht diskutiert. Das gehöre zum Ziel, das Thema Zirkus ganzheitlich zu behandeln.

 „Die Schüler sollten das gesamte Berufsbild kennenlernen“, sagt Riese. Dazu gehöre es, zu wissen, wie die reisenden Zirkusleute in ihrer eigenen – mittlerweile vom Aussterben bedrohten – Welt leben. „Dazu gehört körperliche Arbeit, Disziplin ist hier manchmal lebensnotwendig.“ Daher sei es besonders schön, dass die Schüler fest in die Vorbereitungen eingebunden sind. „Sie müssen hier mit Kopf, Herz und Hand ins Thema eintauchen“, betont sie. „Und die Leute vom Zirkus trauen den Kindern richtig was zu und verstehen es, für jeden den passenden Auftritt zu finden.“ Dadurch würden auch schüchterne Kinder aus sich herauskommen und schon nach kurzer Zeit mit einer selbstbewussteren Körpersprache auftreten. „Sie entwickeln Mut und nehmen die Herausforderung an“, sagt Riese.

 Der Familienzirkus Quaiser bestehe bereits in sechster Generation, erzählt Juniorchef Alexander Quaiser. Seit 16 Jahren arbeite die Familie zudem als Projektzirkus mit Schulen zusammen, immer mit dem einem Ziel: „Eine tolle Vorstellung, bei der jedes Kind mal im Rampenlicht steht.“

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