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Wenn der Postmann kein Mal klingelt

Leserreaktionen Wenn der Postmann kein Mal klingelt

Damit hatte der Kieler Jurastudent Tobias Brandenburg bestimmt nicht gerechnet. Mit seiner Kritik an seinem DHL-Zusteller, der sich weigert, die Pakete in den vierten Stock zu bringen, hat der 24-Jährige eine wahre Reaktionsflut ausgelöst.

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Nicht alle DHL-Paketzusteller sorgen für glückliche Gesichter bei den Kunden. Nachdem unsere Zeitung einen Fall schilderte, in dem sich der Zusteller weigert, in den vierten Stock zu steigen, erzählten etliche Leser von ähnlichen Fällen.

Quelle: Daniel Karmann/dpa

Kiel. Bis 17 Uhr hatten mehr als 6000 Leser den Artikel von Donnerstag auf der Internetseite der Kieler Nachrichten aufgerufen. Unzählige Nutzer schrieben auf Facebook ihre Erfahrungen. Etliche Leser griffen zum Telefonhörer und schilderten ihren Ärger mit der Paketzustellung. Allerdings ging es nicht nur um DHL allein, sondern generell um die Branche der Paketzusteller. Und da scheint einiges im Argen zu liegen.

 Immer wieder hieß es in den E-Mails: „Genau wie bei uns.“ Kritisiert wird, dass die Pakete nicht ausgeliefert werden, dass Benachrichtigungskarten nicht abgegeben werden, dass Pakete unauffindbar sind. Nachdem die Altenholzerin Corinna Zapel den Artikel in den KN gelesen hatte, schrieb sie gleich an Post-Pressesprecher Martin Grundler und an unsere Zeitung. „Das, was dort beschrieben wurde, ist bei uns in Altenholz-Stift der Normalfall – nicht die Ausnahme.“ In der vergangenen Woche seien allein drei Pakete nicht zugestellt worden. „Zwei wurden einfach ohne Zustellversuch in verschiedenen Filialen abgegeben, das dritte wurde ohne eine von uns erteilte Erlaubnis vor der Tür abgelegt, und das auch noch im strömenden Regen“, beklagt sich Zapel. „Kontrolliert man nicht ständig den Lieferstatus im Internet, hat man verloren.“ Im August habe der Versandhändler jeden Tag eine neue Lieferbenachrichtigung für ein und dasselbe Paket geschickt. „Sechs Tage lang fuhr es im Wagen hin und her ohne einen einzigen Zustellversuch.“

 Acht Tage musste Leserin Ingeborg Kund auf ein Paket aus Bremen warten. „Da wäre ich ja mit dem Rad schneller gewesen“, sagt die 79-jährige Kielerin. Und Nutzer Christian Zeiske wunderte sich, dass er per E-Mail eine Nachricht erhielt, dass sein Paket zwischen 9 und 13 Uhr geliefert werde, im Briefkasten aber nur einen Zettel fand: „Paket wird in Filiale gebracht“. Er war die ganze Zeit über daheim. Der Facebook-User „Kieler Junge“ kann die Kritik bestätigen: „Leider ist das inzwischen der Normalfall. Ich lasse meine Pakete gleich in die Filiale liefern. Dann müssen die Fahrer eben irgendwann damit rechnen, dass das alle so machen. Und schon hat man keinen Job mehr.“ Und in Anspielung an den Satz des Zustellers im Artikel unserer Zeitung „Wer nicht freundlich ist, bekommt keine Pakete“ fügt er hinzu: „Wer nicht freundlich ist, hat dann eben keinen Job mehr.“ Die Gefahr sieht auch „Henry1960“: „Ich lass die Pakete inzwischen in den Shop liefern und hole sie dort ab, wie es mir passt. Die Zusteller müssen sich dann wirklich nicht über Jobverlust beklagen.“

 Dass es aber auch perfekte Zusteller gibt, schreibt beispielsweise Userin „Rojah Knutsch“: „Wir haben einen ganz tollen DHL-Fahrer. Alle freuen sich, wenn er kommt. Ein Hoch auf Andy.“ Und „Förderaner“ gibt in KN-Leserforum zu bedenken: „Ich glaube, ihr schimpft auf die Falschen. Fragt die Zusteller doch mal, welche zeitlichen Vorgaben die haben. Wenn sie dauernd in den 4. Stock laufen würden, wären sie ihren Job auch los. Das System ist krank.“ „Angstgegner“ schlägt eine einfache Lösung vor: „Kauft doch mal wieder in Kiel ein.“

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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Pakete kommen nicht in den vierten Stock
Bis vor Kurzem bekam Tobias Brandenburg (24) seine Pakete bis an die Wohnungstür geliefert, jetzt ärgert er sich über den Paketboten.

Schön, dass man sich Pakete nach Hause schicken lassen kann. Pech nur, wenn die Pakete dann nicht zugestellt werden. Seit einigen Wochen verzweifelt Tobias Brandenburg an seinem Zusteller. Der weigert sich schlicht, dem 24-jährigen Jurastudenten die Pakete in den vierten Stock zu tragen.

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