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Schwimmen kann hier keiner mehr

Lessingbad Schwimmen kann hier keiner mehr

Zwei Jahre Umbauarbeiten liegen hinter dem 80 Jahre alten Lessingbad. Am Wochenende öffneten sich die Pforten der denkmalgeschützten Halle und  Besucher durften schauen, was sich hinter der Fassade des 2008 geschlossenen Bades für rund 6,8 Millionen Euro verändert hat und erhalten blieb.

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 Rundum zufrieden mit dem Umbau: (von links) Gabriele Wiesmann-Liese, Amtsleiterin im Amt für Immobilienwirtschaft, Bürgermeister Peter Todeskino, Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Architekt Stefan Saleh und Stadträtin Renate Treutel.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Anstelle der Schwimmbecken trainieren seit Mitte November die Gymnasiasten der Humboldtschule in ihrer neuen Einfeldsporthalle und in dem Gymanstikraum, an dessen Stelle sich vor zwei Jahren noch das Nichtschwimmerbecken befand. Seit dem Sommer ist die Kita in den beiden Seitenflügeln untergebracht. Bis zu 80 Krippenkinder sollen hier künftig betreut werden und im Außenbereich der beiden neu gestalteten Innenhöfe spielen.

Welchen Stellenwert der Umbau hat, zeigte sich beim Tag der offenen Tür an der Fülle der städtischen Vertreter: Als ein wunderbares Projekt, das zwar nicht der breiten Öffentlichkeit zugänglich sei, aber für öffentliche Zwecke gedacht sei, beschrieb Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. Stolz zeigte sich Bürgermeister Peter Todeskino. Um dieses Gebäude sei sehr gekämpft worden, er könne jede Träne und jeden Widerstand verstehen. Beim Umbau habe sich aber gezeigt, wie es tatsächlich um die Halle stand. „Wir können froh sein, dass das Becken nicht durchgesackt ist“, sagte Todeskino, betonte aber auch, wie wichtig es sei, sich um Gebäude zu kümmern, die in die Jahre gekommen sind. Er bedankte sich beim städtischen Architekten Stefan Saleh, der eine unermüdliche Treue und Liebe für das Gebäude gezeigt habe.

Hier finden Sie Bilder von der Neueröffnung der Lessinghalle am Sonnabend in Kiel.

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„Das Nutzungskonzept passt super, weil die Halle großräumig bleibt und die Wirkung der Halle nicht zerstört wurde“, lobte Jessica Degen-Heuer von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Gerade an den Details könnte man erkennen, mit wie viel Liebe das Gebäude behandelt worden sei. Die originale Handwerkskunst wie die Dreipfannenkehle auf dem Dach sei beherzigt worden, ebenso die schmalen Sprossen an den Fenstern, etliche Kacheln in den Räumen und Treppenhäuser sowie die Bauplastiken von Alwin Blaue. „Ein Farbbefund hat ergeben, dass die Hallendecke und Wände ursprünglich nur in einer hellgrauen Farbe gehalten waren“, sagt die Expertin. Und genau die findet sich dort nun wieder. „Mehr Farben braucht die Halle auch nicht, denn allein durch das Licht und die Schattierungen wirken die Architekturdetails“, sagt sie. Dem Tonnengewölbe zuliebe musste auf die Verankerung von Ringen für den Sport verzichtet werden. „Dafür mussten wir bei den Krippenräumen auch nach außen die Wände dämmen“, erklärt sie. Aber für alles sei ein gangbarer Weg gefunden worden.

Die Humboldtschüler nutzen bereits ihre neue Einfeldsporthalle. Schulleiterin Dagmar Vollbehr erklärte, dass mit der warmen und lichtdurchfluteten Halle ein Traum in Erfüllung gegangen sei. Nun fehlt noch Gastronomie in dem Eingangsbereich mit Schwingtür. Damit der ab April auch den Vorplatz nutzen kann, müssen die alten Bäume drei gesunden Himalaya-Birken auf jeder Seite weichen. Ab Januar wird der Vorplatz neu gepflastert, erklärte Landschaftsarchitekt Gunnar ter Balk.

Einige Besucher blickten sich  wehmütig um. „Meine Söhne haben hier schwimmen gelernt, die Halle strahlte so ein historisches Flair und viel Gemütlichkeit aus“, erinnert Susanne Holst. Nun sei sie aber beeindruckt von der sehr schönen Sporthalle. Timo Dittrich, Vorsitzender des Ortsbeirates Schreventeich, sprach von einem lachenden und weinenden Auge. „Der Bestand ist zwar nun durch die Sporthalle und Kita gesichert, aber man muss schon früher und ein größeres Augenmerk auf solche Gebäude haben“, sagte er.

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