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Flotte Flattertiere faszinieren

Levensauer Fledermausnacht Flotte Flattertiere faszinieren

Sie sind schnell, und sie sind sehr wendig: In Deutschland gibt es 24 Arten von Fledermäusen, allein in Schleswig-Holstein flattern 17 davon. Während der Levensauer Fledermausnacht drehte sich alles um ihren Bestand und Schutz, wenn ab 2017 die neue Brücke über den Kanal gebaut wird.

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Der Große Abendsegler fliegt bevorzugt das nördliche Widerlager der Levensauer Hochbrücke an – doch das soll in einigen Jahren dem Neubau weichen.

Quelle: imago

Suchsdorf. Zahlreich kamen die Besucher zur Fledermausnacht, die von Fachleuten des Nabu, der Arbeitsgruppe Fledermausschutz (AGF) sowie des Wasser- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau organisiert wurde. Auf einer großen Leinwand wurden Filme zu den Vorträgen gezeigt, und es gab jede Menge Informationen rund um das flotte Flattertier.

Ob groß wie eine Amsel oder so klein, dass als Unterschlupf eine Streichholzschachtel reicht: Die Fledermäuse sind in ihrer Größe und Farbe sehr unterschiedlich. Von April bis September sind sie meist im ganzen Stadtgebiet unterwegs, zum Winter hin ziehen sie sich gern in die Widerlager der alten Levensauer Hochbrücke zurück. Dort wurden sie bereits Mitte der 1970er-Jahre in einer großen Vielzahl entdeckt. „Auf der Hitliste der Fledermäuse steht Kiel nach Bad Segeberg ganz oben und ist extrem bedeutend“, erklärte Karl Kugelschafter vom Arbeitskreis Wildbiologie der Universität Gießen. Rund 8000 Winterschläfer sollen es in Suchsdorf sein.

 Doch das nördliche Widerlager soll der neuen Brücke weichen, dafür bleibt das südliche bestehen. Während die Zwergfledermaus mit ihren fünf Gramm Körpergewicht sich im südlichen bereits wohlfühlt, mag der große, 30 Gramm schwere Abendsegler das nördliche lieber. Nun heißt es, Wege zu finden, ihn vom Süden zu überzeugen. „2012 haben wir die Öffnungen im nördlichen Teil versuchsweise geschlossen, um zu sehen, wie er sich verhält. Doch es zeigte sich, dass gerade die älteren Tiere nicht so flexibel waren“, erklärte der Experte. Also trainierte er die Jungtiere auf die neuen Öffnungen im Süden und freute sich, „dass die ihre Mütter mit hineinzogen haben“, so Kugelschafter. Fazit: Man müsse sich mit den Jungen verbünden.

 Zudem wurden und werden in der Umgebung alternative Fledermauskästen aufgestellt. Bei drei Arten habe das bereits funktioniert, beim Großen Abendsegler hofft man auch auf seine Verbundenheit zur Gruppe und dass er sich ihr anschließt. „Im Augenblick sind wir guter Dinge“, betonte der Wildbiologe. Um zu erfahren, welche Arten wann und wo vorbeischauen, wurden an den Öffnungen Lichtschranken und Futterfallen installiert. So kann jede Fledermaus fotografiert und gezählt werden.

 Doch es gibt die schnellen Säugetiere nicht nur auf Fotos zu sehen, auch mit Hilfe von Ultraschalldetektoren ist ihre Flugaktivität zu orten – und die ist außergewöhnlich schnell. Manche Fledermaus kommt auf 30 Flügelschläge in der Sekunde. „Von Fledermäusen weiß man noch nicht so viel, obwohl sie überall präsent sind“, erklärt Diplomökologe Stephan Voulkoudis seine Faszination für die Tiere. Und für Arnulf Reinke geben sie Aufschluss darüber, ob die Umwelt noch in Ordnung ist. „Es wäre eine Katastrophe, wenn es sie nicht mehr geben würde“, sagt er. Wie die vielen anderen Besucher der Fledermausnacht freut er sich auch darüber, dass ihr Bestand so liebevoll begleitet und geschützt wird.

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