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Mordsaufwand für vier Minuten Film

Levensauer Hochbrücke Mordsaufwand für vier Minuten Film

Die Spaziergänger am Kanal dürften sich am Sonntag verwundert die Augen gerieben haben, was da so alles von der alten Levensauer Hochbrücke fiel: Sandsäcke, Handyattrappen und eine lebensgroße Puppe. Der Grund: Den ganzen Tag wurden Szenen für den vierten Teil der ZDF-Krimireihe „Neben der Spur“ gedreht.

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Zum Einsatz kam bei der Sprungszene neben der Dummy-Puppe auch Double Dori Hovarth, hier mit Produktionsleiter Frank Bosselmann.

Quelle: Karina Dreyer

Suchsdorf.  Die Folge „Dein Wille geschehe“ mit dem Hamburger Psychiater Johannes „Joe“ Jessen (Ulrich Noethen) beginnt mit dem angeblichen Selbstmord einer Frau namens Carina Winter, die von der Brücke springt. „Dazu haben wir uns die schönsten Brücken angeschaut, für die wir auch eine Genehmigung bekommen konnten“, erklärte Produktionsleiter Frank Bosselmann. Denn eigens wegen der Dreharbeiten musste die über 120 Jahre alte Kanalbrücke mit ihrem roten Eisenfachwerkbogen den ganzen Tag für Autofahrer gesperrt werden. Und so waren in mehr als 40 Metern über dem Wasserspiegel 70 Mitarbeiter für Produktion, Regie, Schwenkkamera, Technik, Licht, Ton und Kostüme im Einsatz.

 Nur drei bis vier Minuten dauert die Szene im Film selber und ist übrigens die einzige, die in Kiel gedreht wird. Doch dafür hat sie es in sich: Um die Schauspielerin Anne Werner zu schützen, wurde sie fest angegurtet. Und damit es im Film so aussieht, als ob die Frau direkt von dem roten Bogen stürzt, wurde ein Podest mit rotem Untergrund nachgestellt. Von dem aus konnte die Schauspielerin in die Tiefe des Kanals blicken. „Wie gut, dass ich keine Höhenangst habe. Aber das Vorlaufen, solange man den Zug des Seils noch nicht spürte, das war schon komisch“, beschreibt Anne Werner ihre gemischten Gefühle beim Dreh. Eine sehr emotionale Szene wurde dann auf dem echten roten Bogen gedreht. „Da habe ich das Zittern aber nicht spielen müssen“, sagt sie. Und war erleichtert, dass beim Sprung vom echten Bogen auf den Fußweg ihr Double und in den Kanal hinein die Dummy-Puppe eingesetzt wurden. Damit sich alle drei ähnlich sehen, trugen sie die gleiche Kleidung und teils Perücken mit gleicher Haarfarbe.

 Um zu prüfen, wie die Kamera eingestellt werden muss, damit der Sturz möglichst authentisch wirkt, wurden Säcke mit Sand hinuntergeworfen, ebenso landeten beim Dreh mehrere Handyattrappen im Kanal. Und bevor schließlich die lebensgroße und 30 Kilogramm schwere Puppe ins Wasser gestürzt wurde, prüften die Stuntmen, wie genau sie geworfen werden muss, „damit sie so fällt, wie die Frau gesprungen wäre“, erklärt Ronni Paul. Die Sequenz saß gleich beim ersten Wurf, und die Puppe wurde sofort von der DLRG wieder aus dem Wasser gezogen wurde.

 Die Dreharbeiten mit Regisseur Anno Saul dauern voraussichtlich bis Mitte Juni. Ein Sendetermin steht noch nicht fest, so der Produktionsleiter. Sicher ist nur, die Folge mit Ulrich Noethen, Juergen Maurer, Marie Leuenberger, Petra van de Voort, Michaela Rosen und Lilly Liefers wird spannend. So viel darf verraten werden: Die Tochter glaubt nicht an den Freitod ihrer Mutter Carina und bittet Psychologe Jessen um Hilfe. Als zwei Tage später die Leiche von Carina Winters bester Freundin Silvia Fuchs gefunden wird, stellt sich heraus, dass die beiden zu einem Bund von vier Schulfreundinnen gehörten, von denen nun eine nach der anderen auf merkwürdige Art ihr Leben verliert. Hat es jemand auf die Frauen abgesehen? Und wer ist das nächste Opfer? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

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