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Liebenswerte Orte in und um Kiel herum

Neues Buch Liebenswerte Orte in und um Kiel herum

Die Autorin Karen Lark stellt in einem Buch persönliche Entdeckungen und Geschichten rund um die Landeshauptstadt Kiel vor.

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Länger als ein Jahr recherchierte Karen Lark für ihr Buch über Lieblingsplätze in Kiel und im Umland. Einen besonderen Stellenwert haben dort Plätze am oder auf dem Wasser.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Lieblich ist Kiel nicht. Aber liebenswert schon, findet die Autorin Karen Lark. Und weil auch die Wahlkielerin erst beim genauerem Hinsehen die schönen Seiten der Stadt entdeckte, hat sie die dabei gefundenen „Perlen“ in einem Buch über ihre Lieblingsplätze aufgereiht – 29 davon in Kiel, 37 im Umland. Aber in „Kiel: Stadt, Land, Wasser“ entdecken Leser nicht nur verborgen-schöne Seiten, sondern auch manche wenig bekannte Information.

 Einfach nur Fotos ihrer Lieblingsplätze zeigen und Eindrücke darüber schildern, das war der promovierten Anglistin in Diensten des Ozeanforschungszentrums Geomar dann doch zu wenig. Länger als ein Jahr recherchierte die 48-Jährige im Internet oder Büchern nach solch besonderen Orten und ihrer Geschichte, stieß dabei auf so manches selbst gestandenen Kielern verborgen gebliebenes Detail.

 Da wäre zum Beispiel die Geschichte des Dichters Klaus Groth, der in Bronze gegossen in der Mitte eines Brunnens im Ratsdienergarten thront. 1912 gestiftet, drohte dem Denkmal wie so vielen anderen auch im Zweiten Weltkrieg ein unrühmliches Ende als Kanone. Das blieb dem Dichter zwar erspart, trotzdem landete er nach dem Krieg auf einem Hamburger Schrottplatz mit der Bezeichnung „Unbekannter alter Mann, großer Zivilist.“ Die Stadt kaufte den Kieler Ex-Professor und Ehrenbürger schließlich für den Schrottpreis von 801,90 DM zurück. Seitdem blickt er wieder von seinem Sockel ernst und versonnen auf uns hernieder.

 Auch im Umland entdeckte Karen Lark eine verborgene „Perle“. Wer weiß schon noch, dass einst Stars der Musikszene wie Lys Assia („Oh mein Papa“) oder Blödelbarde Mike Krüger regelmäßig nach Nortorf kamen Denn hier siedelte sich in den 50er-Jahren die Plattenfirma Teldec an. Busseweise wurden Angestellte damals aus umliegenden Dörfern abgeholt, um in Nortorf Musik in Vinyl-Scheiben zu pressen. Von dieser ruhm- wie arbeitsreichen Zeit erzählt noch das Museum Nortorf mit einer Riesensammlung von Musik-Abspielgeräten bis hin zu seltenen Vinylplatten. In eine davon wurde sogar ein 20-Mark-Schein eingepresst: ein Geschenk mit Hintersinn an einen offenbar geizigen Teldec-Kollegen, der sich zum Geburtstag nur Geld wünschte.

 Karen Lark hat den Begriff Lieblingsplätze allerdings kräftig erweitert. Außer Klassikern wie Asmus-Bremer-Platz, Kieler Kloster oder Hiroshimapark zählen auch die Schwentinetalfahrt, eine Kieler-Woche-Regattabegleitfahrt und die Rendsburger Schwebefähre dazu. „Das Buch sollte eine Mischung sein aus locker geschriebenem Erlebnisbericht, Reiseführer und Freizeitratgeber“, erklärt die Autorin, die neben ihrem Brotberuf auch ein paar Erzählungen, Kurzgeschichten und Lyrik veröffentlichte.

 Bei der Frage nach ihrem eigenen Lieblingsplatz muss Karen Lark nicht lange überlegen: die geografische Mitte Schleswig-Holsteins etwa einen Kilometer hinter dem Ortsschild von Nortorf in Richtung Brammer. Unglaubliche Ruhe und Gelassenheit strahle der windgeschützte und meist menschenleere Ort zwischen Wiesen unter einem Knick aus Eichen aus. Ruhe und Gelassenheit, das passe ja auch wunderbar zu den hier lebenden Menschen.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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