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Große Erleichterung für Krebspatienten

UKSH Große Erleichterung für Krebspatienten

Im Kampf gegen Krebs ist das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) einen großen Schritt weitergekommen. Im Onkologischen Zentrum in der Feldstraße wurde einer der leistungsstärksten Linearbeschleuniger weltweit eingeweiht.

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Klinikdirektor Prof. Jürgen Dunst (rechts) erklärt Sozialministerin Kristin Alheit und dem UKSH Vorstandsvorsitzenden Prof. Jens Scholz den Linearbeschleuniger.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Das neue Gerät ermöglicht es, Tumorgewebe viel präziser als bisher zu zerstören. Zudem wird der Behandlungszeitraum für Patienten erheblich verkürzt. 3,5 Millionen Euro hat sich das Land die Baumaßnahme kosten lassen.

 Noch durchläuft der Linearbeschleuniger im zweiten Untergeschoss des Karl-Lennert-Krebscentrums die letzten Tests hinter extra dicken Strahlenschutzwänden. Medizinphysiker Dr. Frank-André Siebert: „Im neuen Gerät werden Elektronen so beschleunigt, dass sie fast Lichtgeschwindigkeit erreichen.“ Ein starker Elektromagnet im Inneren lenke die Elektronen dann um 270 Grad um. „Dadurch bekommen sie alle die gleiche Energie. Anschließend werden sie ausgebremst, und mit dieser Bremsstrahlung behandeln wir die Krebszellen“, so der Wissenschaftler. Durch Rotation kann die Bestrahlung von den verschiedensten Winkeln erfolgen. „Mit einer Genauigkeit von 0,3 Millimeter können wir so die Krebszellen beschießen“, so Siebert. Mit einem Lasersystem wird vor und während der Behandlung die richtige Liegeposition des Patienten ständig überwacht. Eine Amrumer Strandlandschaft mit Leuchtturm und Dünen ist übrigens an der Decke angebracht. So hofft man, dass die Patienten sich ein klein bisschen besser entspannen können.

 Auch Arzt Olaf Wittenstein ist begeistert: „Der Linearbeschleuniger ist großartig. Man kann ein deutlich kleineres Zielgebiet behandeln, ohne dass gesundes Gewebe drumherum Schaden nimmt.“ Zudem dauere die Bestrahlungszeit jetzt nur noch rund drei Minuten, bisher waren es im Schnitt 15 Minuten. Die Zahl der Behandlungstermine werde fast um die Hälfte reduziert.

 „Das ist absolute Spitzentechnologie“, lobt auch Gesundheitsministerin Kristin Alheit. „Hier können in Zukunft Tumore behandelt werden, die bisher nicht oder nicht so wirksam behandelt werden konnten. Das macht diesen Tag für ganz viele Menschen zu einem Tag der Hoffnung.“ Der Vorstandsvorsitzende des UKSH, Prof. Jens Scholz, betont: „Das ist eine notwendige und wichtige Investition in die Zukunft.“

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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