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KN-Talk über Flüchtlinge

+++ Liveticker +++ KN-Talk über Flüchtlinge

Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Schleswig-Holstein. Doch wie schaffen wir es, die Herausforderung zu meistern? Probleme und Lösungswege wurden beim KN-Talk aufgezeigt - im Liveticker können Sie einzelne Aussagen noch einmal nachlesen.

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Beim KN-Talk über Flüchtlinge auf dem Podium (v.l.n.r.): Christian Longardt, Stefan Studt, Hartmut König, Gerwin Stöcken, Mohammad Rawad Zyadeh, Idun Hübner und Heike Stüben.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

+++ 01.03 Uhr: Mitschnitt +++

Den Mitschnitt vom KN-Talk finden Sie hier.

+++ 22.10 Uhr: KN-Talk ist zu Ende +++

Wir bedanken uns bei den Lesern und wünschen einen schönen Abend! Den Mitschnitt vom KN-Talk stellen wir demnächst auf KN-online.

+++ 22.06 Uhr: Abstimmung +++

Zum Abschluss noch eine Frage an das Publikum: Schaffen wir das? Mit einer blauen Karte wird signalisiert "Wir schaffen das", eine rote Karte bedeutet "Wir schaffen das nicht". Beim Blick ins Publikum sind rote Sprengsel zu sehen, der Großteil des Publikums hebt jedoch die blaue Karte hoch.

"Ich selbst gehöre noch zu der Generation, die sich gut an die Flüchtlingssituation nach dem Zweiten Weltkrieg erinnern kann. Ich fühle mich daher verpflichtet, optimistisch an diese Aufgabe heranzugehen. Unsere Bundeskanzlerin gibt die richtige Antwort, wenn Sie sagt: Wir schaffen das."

Ilsemarie Feldmann, 71, Kiel

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Auf der Startseite von KN-online können Sie die Frage ebenfalls beantworten.

+++ 21.55 Uhr: Dritte Fragerunde +++

Ein Flüchtling kritisiert, dass es keinen Infostand mehr für Flüchtlinge am Hauptbahnhof Kiel gibt. "Die Flüchtlinge sind darauf angewiesen, brauchen Essen, Trinken und Informationen." Gerwin Stöcken bezieht dazu Stellung, muss aber auf eine Antwort der Bahn verweisen: "Man habe gegen die Hausordnung verstoßen, teilte man uns mit." Den Flüchtlingen würde nun an einem anderen Ort geholfen: mit Frühstück, Mittagessen, Abendessen - in der Markthalle.

+++ 21.40 Uhr: Flüchtlinge stellen keine Gefahr dar +++

"Eine besondere Bedrohungslage durch Flüchtlinge gibt es nicht", sagt Innenminister Stefan Studt. Es bestehe also kein Grund, Flüchtlinge zu verpflichten, auf das Grundgesetz zu schwören. Man brauche auch keinen Wertekodex. "Wir brauchen ein Miteinander, um voneinander zu lernen." Und: "Wir sind freundlich, die Reaktionen der Flüchtlinge sind auch freundlich." Idun Hübner sieht das ähnlich: "Manchmal denke ich, dass deutsche Männer sich eine Scheibe Höflichkeit von den Flüchtlingen abschneiden sollten." Man müsse Flüchtlinge von der ersten Minute an nur an die Hand nehmen, mahnt Gerwin Stöcken. "Mülltrennung ist eine deutsche Wissenschaft", da müsse man helfen.

+++ 21.33 Uhr: Kiel hilft Flüchtlingen +++

Christian Müller stellt die ehrenamtliche Arbeit von "Kiel hilft Flüchtlingen" vor und weist auf den Bedarf hin: "Wir brauchen dringend Winterbekleidung für Männer in kleinen Größen", sagt er. Flüchtlinge seien in der Regel kleiner als die Durchschnittseuropäer. Was noch benötigt wird, steht auf der Webseite. Helfen bedeute aber nicht nur, Kleidung zur Gärtnerstraße 55 zu bringen. Schleswig-Holsteiner sollen keine Scheu vor Flüchtlingen haben und sie kennenlernen - ganz einfach auf die norddeutsche Art: "Moin, wie geht's, ich zeige dir die Stadt". Mohammad Rawad Zyadeh begrüßt den Vorstoß: "Flüchtlinge müssen sich ans Grundgesetz halten und Syrer sind gegen Salafisten. Also scheuen Sie sich nicht vor dem Islam"

+++ 21.24 Uhr: Zweite Fragerunde +++

Pfiffe auf einen Beitrag aus dem Publikum, als das Wort Lügenpresse fällt. Eine Frage wird nicht gestellt.

Ein anderer Gast lobt Schleswig-Holsteins Engagement bei der Integration von Flüchlingen. "Wir sind Vorbild für andere Länder."

+++ 21.04 Uhr: Themenblock Lernen +++

Idun Hübner von der Flüchtlingsberatungsstelle ZBBS schildert ihre Erfahrungen mit Flüchtlingen. Sie spricht von jungen, motivieren Männern, die willig sind zu lernen, denen der Zugang zum Bildungssystem aber erschwert wird. An Berufsschulen gebe es zum Teil nicht ausreichend Deutschkurse für die noch minderjährigen Flüchtlinge. Ein Problem sei auch, dass Arbeitsplätze zuerst an deutsche Arbeitnehmer vergeben werden, bevor ein Flüchtling den Platz erhält.

Für Innenminister Stefan Studt ist das Erlernen der Sprache die Basis für die Integration. Damit dies gewährleistet werden kann, sollen Stellen für Lehrer geschaffen werden, die Sprache vermitteln. Neben den Deutschkursen dürfen aber Bildung und der Zugang zum Arbeitsmarkt nicht vernachlässigt werden.

Prof. Matthias Lücke vom Institut für Weltwirtschaft fordert darüber hinaus einen Deutschland-Kurs für Flüchtlinge. Wie in Deutschland gelebt, gelernt und gearbeitet wird sei manchem fremd. "Elektroleitungen werden in Syrien nicht zwingend nach deutschen Standards verlegt."

+++ 20.54 Uhr: Chancen sind wichtig +++

Heike Stüben interviewt Mohammad Rawad Zyadeh, der sich dem syrischen Wehrdienst entzogen hat. Der Anwalt wollte nicht töten - als Kontingentflüchtling konnte er im Januar 2014 legal nach Deutschland kommen. "Es ist besser, als illegal einzureisen", sagt er. Dass viele Flüchtlinge ihre Familien und Kinder in Syrien lassen, kann er verstehen. "Dafür gibt es viele gute Gründe. Die Reise ist sehr gefährlich. Sie geht über das Meer in kleinen Booten, es ertrinken viele. Zudem können sich viele Familien die Flucht mit der gesamten Familie nicht leisten."

Ein wichtiger Schritt zur Integration sei, Deutsch zu lernen. Hier sei jedoch Engagement und Selbstdisziplin nötig, und Glück, schnell in einen Deutschkurs zu kommen. "Jeder Flüchtling kann schnell Deutsch lernen, er muss nur die Chance bekommen", sagt Mohammad Rawad Zyadeh.

+++ 20.39 Uhr: Erste Fragerunde +++

Gibt es Zahlen, wie viele Flüchtlinge privat untergebracht werden? "Wir haben knapp 1300 Leute in privaten Wohnungen untergebracht", sagt Gerwin Stöcken über die Situation in Kiel. "Viele Vermieter sind bereit, manche wollen aber auch nur ein Geschäft machen." Innenminister Stefan Studt: "Der Wohnungsmarkt ist nicht grenzenlos. Wir müssen im Blick behalten, dass wir für alle Schleswig-Holsteiner Wohnraum zur Verfügung stellen." Gesetzliche Rahmenbedingungen müssen dahingehend geschaffen werden, damit Integration ermöglicht wird. Es müsse aber auch den Wohnungsbaugesellschaften ermöglicht werden, schnell neuen Wohnraum zu schaffen.

Wie sieht das Konzept aus, unbegleitete Flüchtlinge unterzubringen? Stefan Studt: "Das ist eine Frage der Jugendhilfe. Wir wissen, dass die Gemeinden gefordert, zum Teil auch überfordert sind mit der Situation."

+++ 20.29 Uhr: Blick nach Kiel +++

Gerwin Stöcken, Sozialdezernent der Landeshauptstadt Kiel rechnet in diesem Jahr mit 4000 Flüchtlingen, die in Kiel untergebracht werden müssen. "Das ist eine Herausforderung, die die Stadt gut meistert." Es würden Gespräche mit Vereinen geführt, die Integration leisten, die aber auch Sporthallen nicht nutzen können, weil dort Flüchtlinge untergebracht sind.

Die größte Herausforderung für Kiel sei, dass trotz der Flüchtlingskrise das normale Leben weitergehe. Es müsse Wohnraum nicht für Flüchtlinge gefunden werden, die Stadt müsse auch für  Studenten, Rentner, Altkieler und Neukieler attraktiv bleiben. 

Zur Angst, dass Wohnraum beschlagnahmt wird, sagt Innenminister Studt: "Wir sind noch in der glücklichen Situation, Gewerbehallen und anderen Wohnraum für Flüchtlinge zu finden. Wir müssen kein Gesetz dahingehend erlassen, Wohnraum zu beschlagnahmen. Wir haben auch nicht die Not wie Hamburg, wo Platz rar ist." Gerwin Stöcken ergänzt: "Mich ärgert, dass ein leerstehendes Hotel nicht genutzt werden kann. Da wollen wir stärker intervenieren, halten uns aber an Recht und Gesetz."

+++ 20.23 Uhr: Blick nach Boostedt +++

Hartmut König ist Bürgermeister von Boostedt, einem "großen" Dorf, das viele Flüchtlinge aufnimmt. Er sagt: "Das ist eine große, aber keine übergroße Aufgabe für Boostedt." Nicht alles sei in Butter - von den Asylsuchenden ja, keine Hundertschaften müssen ständig vor Ort sein - doch Kritiker haben Ängste und Sorgen, und denen müsse man entgegnen. "Man kann nicht alles darnieder machen, was vorher gut war." Dafür großer Applaus aus dem Publikum.

+++ 20.14 Uhr: Themenblock Wohnen +++

Wenn sich Innenminister Stefan Studt die Entwicklung im Land anschaut, sieht er jeden Tag neue Herausforderungen. Schleswig-Holstein habe jedoch Lösungen und Antworten gefunden, die tragen würden. Über zehntausend Erstaufnahmeplätze seien vorhanden, es müsse aber immer noch geschaut werden, wo Flüchtlinge in den Kommunen untergebracht werden können.

"Bleiberecht für alle" fordern Zuschauer auf die Frage, ob die Abarbeitung der Asylanträge nicht beschleunigt werden müssen. Innenminister Stefan Studt entgegnet: "Der Apparat ist nie mitgewachsen mit der Herausforderung. Da sind echte Betroffenheiten, die sind mir bewusst."

+++ 20.12 Uhr: Mitschnitt ++

Vom KN-Talk im Audimax wird es einen Mitschnitt geben. Dieser wird nach der Veranstaltung auf KN-online veröffentlicht.

+++ 20.10 Uhr: Experten +++

Im Publikum sitzen Experten, die für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung stehen: Marion Muerköster (Sozialamt Kiel), Arne Leisner (Wohnungsamt Kiel), Sven Hinrichsen (Arbeitsagentur, Regionaldirektion Nord), Prof. Matthias Lücke (Institut für Weltwirtschaft) und Ulf Döhring (Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung Neumünster). Anwesend sind auch Reinhard Pohl (Vorstand ZBBS), Jürgen Hoffmeister (DRK-Kreisgeschäftsführer Kiel), Christian Müller und Faiz Tahir (Kiel hilft Flüchtlingen), Mohammad Rawad Zyadeh (Rechtsanwalt und Flüchtling aus Syrien) und Carlo Ehrich (Bürgermeister Gemeinde Altenholz).

Auf dem Podium werden stehen:

  • Stefan Studt, Innenminister des Landes Schleswig-Holstein
  • Gerwin Stöcken, Sozialdezernent der Stadt Kiel
  • Hartmut König, Bürgermeister von Boostedt
  • Idun Hübner, Flüchtlingsberatungsstelle ZBBS

+++ 20.09 Uhr: Ausblick +++

Auf dem Podium werden drei Themenblöcke diskutiert: Wohnen, Lernen und Leben. Nach jeder Diskussionsrunde hat das Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

+++ 20.07 Uhr: Herkunftsländer +++

Christian Longardt zeigt, woher die Flüchtlinge kommen. Klar an der Spitze der Herkunftsländer, gemessen an den gestellten Asylanträgen in Schleswig-Holstein: Syrien vor Afghanistan und dem Irak. Die Grafik für die Monate August (oben) und September zeigt: Balkanländer spielen kaum noch eine Rolle.

KN-Talk über Flüchtlinge: Herkunft | Create bar charts

+++ 20.05 Uhr: Entwicklung +++

Wie rasant die Flüchtlingszahlen in Schleswig-Holstein im Jahresverlauf gestiegen sind, zeigt diese Grafik. Allein im September kamen 10.000 - Ende 2015 könnten es bis zu 60.000 sein. Die Grafik zeigt auch: Die meisten Flüchtlinge sind männlich (73 %), knapp ein Viertel ist noch nicht volljährig.

KN Talk über Flüchtlinge: Entwicklung | Create your own infographics

+++ 20.02 Uhr: KN-Talk beginnt +++

KN-Chefredakteur Christian Longardt und Redakteurin Heike Stüben begrüßen das Publikum. Auf der Leinwand werden Fotos gezeigt, die die Flüchtlingskrise dokumentieren.

Von der Flüchtlingstragödie im Mittelmeer zu Containerdörfern in Schleswig-Holstein: So hat sich das Thema Flüchtlinge entwickelt.

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+++19.41 Uhr: Gleich geht es los +++

Das Audimax füllt sich immer mehr. Vor der Bühne werden noch lockere Gespräche geführt. Im Publikum sitzen bereits Innenminister Stefan Studt, Christian Müller und Faiz Tahir (Kiel hilft Flüchtlingen) sowie Mohammad Rawad Zyadeh (Rechtsanwalt und Flüchtling aus Syrien).

Die Abstimmung vom KN-Talk im Audimax der Universität Kiel. Die Frage lautete: "Schaffen wir das?"

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+++ 19.36 Uhr: Kleine Demo +++

Gegen die geplante Asylrechtsverschäfung haben vor dem Audimax rund 30 Personen demonstriert. Am Rande der Demo warten die ersten Besucher auf den Einlass.

+++ 19.17 Uhr: Kiel hilft Flüchtlingen +++

Das Team von " Kiel hilft Flüchtlingen" freut sich auf eine spannende Diskussion im Audimax.

Das Team von Kiel hilft Flüchtlingen ist beim KN-Talk dabei.

Quelle: Tanja Köhler

+++ 19.00 Uhr: KN-Talk im Audimax +++

Die Vorbereitungen für den KN-Talk laufen. Ab 19.30 Uhr ist Einlass, um 20 Uhr beginnt die Diskussion im Audimax der CAU Kiel am Christian-Albrechts-Platz. Mit dabei sind Innenminister Stefan Studt (SPD), Landrat Rolf-Oliver Schwemer (parteilos), Idun Hübner von der Beratungsstelle ZBBS sowie Vertreter von Flüchtlingen und weitere Experten. Der Eintritt ist frei.

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Ein Artikel von
Tanja Köhler
Ressortleiterin Digitale Angebote

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
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Foto: 1200 Gäste verfolgten am Mittwochabend im Audimax der Universität Kiel den Talk zur Flüchtlingskrise – "Schaffen wir das?".

Bis kurz vor 20 Uhr strömen Besucher ins Audimax der Kieler Uni. Vor der Tür hatten 500 schwarz gekleidete Vertreter des Netzwerks Antirassistische Aktion Flugblätter verteilt, auf denen „Verschärfung des Asylrechts – nicht in unserem Namen“ stand.

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