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Lösungssuche für „hässlichsten Ort Kiels“

Susanne Gaschke traf Planer Lösungssuche für „hässlichsten Ort Kiels“

OB-Kandidatin Susanne Gaschke (SPD) hatte in den Kieler Nachrichten die Gaardener Fußgängerbrücke als hässlichsten Ort von ganz Kiel bezeichnet. Nun suchte sie mit Wulf Dau-Schmidt, dem Planer der Brücke, nach einer Lösung. Der Ort soll nicht mehr länger als Angstraum und Ekelort wahrgenommen werden.

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Angstraum und Ekelort: Passanten monierten im Gespräch mit der OB-Kandidatin Susanne Gaschke den Zustand des Fahrstuhls. Unten endet die Brücke in einer Parkplatzbrache.

Quelle: Sascha Klahn

Kiel. Kaum hatte die OB-Kandidatin der SPD, Susanne Gaschke (45), in den Kieler Nachrichten die Gaardener Fußgängerbrücke als hässlichsten Ort von ganz Kiel bezeichnet und nicht nur sich selbst gefragt, was sich die Planer dabei bloß gedacht haben mögen, hatte sie schon einen Brief auf dem Tisch. Wulf Dau-Schmidt (58), freier Stadtplaner aus Kiel, war in den 1990er-Jahren am Brückenprojekt des dänischen Büros Stærmose & Isager maßgeblich beteiligt gewesen. Er sei ebenfalls der Ansicht, dass um die Brücke, im Sommer 2001 endgültig fertig gestellt, ein „unbefriedigender Ort entstanden“ sei. Aber das lasse sich ändern. Wie? Gestern Mittag trafen sich die beiden zum Ortstermin.

 „Kult-Klo – Hier!!“ haben Witzbolde mit einem dicken Filzstift an den Fahrstuhl geschrieben, doch eine Passantin kann darüber überhaupt nicht lachen. „Mein Mann sitzt im Rollstuhl“, erzählt sie. „Können Sie sich vorstellen, wie unangenehm es ist, mitten in Urinpfützen zu stehen?“ Gaschke nickt. Sie teilt den Eindruck von Verwahrlosung. „Schauen Sie sich doch mal um“, sagt sie: „Das Wasser steht auf den Treppen, Blätter machen die Stufen glitschig, an vielen Stellen sind Graffiti zu sehen, abends funktionieren nicht alle Laternen, hinter Büschen könnten zwielichtige Gestalten lauern, und darüber hinaus endet die Brücke im Nichts, die Fußgänger müssen über einen Parkplatz laufen, um zur Bahnhofsbrücke zu gelangen.

 Dabei hatten die Stadtplaner die allerbesten Absichten: „Vom Vinetaplatz zum Bahnhof ist es genauso weit wie vom Bahnhof zum Alten Markt“, stellt Wulf Dau-Schmidt fest. Gaarden wollte und sollte enger an die Innenstadt angebunden werden, und dazu wurde oben in Gaarden zusätzlich zur Brücke ein durchgängiger Fußweg gebaut, der direkt am Vinetazentrum endet.

 Dass statt des ursprünglich an der Hörn vorgesehenen lebendigen Wohnquartiers „introvertierte Callcenter“, ein Discounter und eine Autovermietung entstanden, sei nicht Sinn der Sache gewesen. Es sei nicht gelungen, den Wasserplatz am Ende des Germaniahafens mit einem Gebäude abzuschließen, das einen eleganten Übergang zur Brücke hätte schaffen können.

 „Ein Hauptproblem ist die Vermarktung von Flächen.“ Nichts hält länger als Provisorien. „Ich bin keineswegs für eine flächendeckende Überwachung“, stellt Gaschke fest. „Aber hier wären zumindest jetzt Video-Kameras sinnvoll, um ein Zeichen zu setzen: Wir schauen hin.“ Die Verbindung von Ost- und Westufer funktioniere leider noch nicht. Sie plädiere für eine Pflege-Initiative als Sofortmaßnahme, um den Ort lichter, schöner und sauberer zu machen.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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