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Jeder Ruck hätte tödlich enden können

Lubinus-Clinicum Jeder Ruck hätte tödlich enden können

Manchmal funktionieren Hilfseinsätze genau so, wie es sich alle wünschen: Schnell und unbürokratisch halfen Feuerwehr und Polizei dem Kieler Lubinus-Clinicum beim Transport eines zwölfjährigen Flüchtlingskindes in der vergangenen Woche. Das Mädchen musste möglichst erschütterungsarm transportiert werden.

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Professor Christof Hopf vom Lubinus-Klinikum operierte ein Flüchtlingsmädchen an der Wirbelsäule.

Quelle: Lubinus

Wik. Das Mädchen wurde wegen einer extrem starken Wirbelsäulenkrümmung (Skoliose) operiert und musste anschließend so erschütterungsarm wie möglich in die Kinderintensivstation des Uniklinikums verlegt werden. Kurzerhand machte die Polizei den Weg frei, damit der Krankenwagen ohne Anhalten langsam zum Ziel rollen konnte.

 „Das Mädchen war in einem sehr schlechten Zustand, als es zu uns kam“, erklärt der Wirbelsäulenspezialist Professor Christof Hopf von der Lubinus-Klinik. Gerade einmal 17 Kilo wog das Kind. Überwiesen wurde sie von der Uniklinik Erlangen nach Kiel, weil die Lubinus-Klinik bundesweit eine der wenigen Kliniken ist, die Operationen von so starken Krümmungen durchführen kann.

 Die Operation sei gut verlaufen. Das Mädchen bekam einen so genannten Halo, ein Haltesystem, mit dem die starke Krümmung vor der Operation gestreckt wurde, um Lähmungen zu vermeiden. Der Halo besteht aus einem Ring mit vier Pins, der zur Stabilisierung an den Schädel geschraubt werden. Beim starken Bremsen hätten die vier Kilo Gewicht des Halo verheerende Folgen haben können. „Das Mädchen war unter Narkose, die Muskeln hätten einem Ruck dadurch nicht entgegenwirken können“, erklärt der Spezialist. Jedes stärkere Bremsen des Krankenwagens hätte zu einer lebensbedrohlichen Situation mit Folgen bis hin zum Halswirbelsäulenbruch führen können.

 „Ich habe bei der Feuerwehr angerufen und um Hilfe gebeten“, sagt Hopf. Und die kam nicht nur schnell, sondern auch gleich noch in Begleitung der Polizei. Diese stoppte an den Kreuzungen auf dem Weg zur Uniklinik den Verkehr, damit der Krankenwagen ohne Stopp und Ruckeleien ans Ziel kommt. „Das ist eine logistische und ausgesprochen professionelle Meisterleistung gewesen, weil nach dem Sperren der Kreuzungen der Streifenwagen sofort wieder den Rettungswagen überholen musste, um rechtzeitig zur nächsten Kreuzung zu kommen. Dafür danken wir der Feuerwehr und Polizei sehr“, sagt Hopf.

 Das Mädchen hat den Transport unbeschadet überstanden und ist mittlerweile wieder zurück in der Lubinus-Klinik. Dort wird es weiterbehandelt, bevor es mit dem Rettungshubschrauber zurück nach Erlangen fliegt.

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