21 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Freibier für den schnellsten Operateur

Lubinus Clinicum Freibier für den schnellsten Operateur

Weil es beim Lubinus Clinicum nicht nur ein Jubiläum zu feiern gibt, gestalten sich auch die Feierlichkeiten dazu entsprechend mehrteilig. Am Sonntag lud die Traditionsklinik mit 120-jähriger Geschichte (davon 30 Jahre am Standort Steenbeker Weg) zum Tag der offenen Tür.

Voriger Artikel
Zurück nach 190 Tagen
Nächster Artikel
Mehr als nur gesundes Essen

Jubiläumsfeier mit Witz und Charme (von links): Schwester Petra Ohle, Schwester Sabine Zaum, Dr. Philipp Lubinus, Kirsten Bruhn und Oberbürgermeister Ulf Kämpfer.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Zuvor feierte die Lubinus-Stiftung, die seit fünf Jahren als Träger des orthopädisch-chirurgischen Krankenhauses sowie des seit 130 Jahren bestehenden Elisabeth-Krankenhauses fungiert, am Sonnabend mit rund 180 geladenen Gästen.

Die bei solchen Gelegenheiten üblichen Grußworte oder weitschweifigen Rückblicke wurden den Gästen allerdings erspart. Die Feierlichkeit im extra aufgestellten Zelt auf dem Klinikgelände glich eher einer launigen Comedy-Talkshow mit Musikeinlagen als einem Festakt. Ein bisschen wie bei Loriot wirkte der Auftritt des Ärztlichen Klinikvorstandes Philipp Lubinus, der sich beim Interview auf dem roten Bühnensofa mit Travestie-Chansonnette „Ottilie von Amsterdam“ in weiten Teilen des Gesprächs auf Antworten im Telegrammstil („Ja“, „Nein“, „Kann sein“) beschränkte.

 Immerhin erfuhren die Gäste, dass es im Klinikalltag im wörtlichen Sinne offenbar nicht immer bierernst zuging. Gegen die Uhr habe man damals schon operiert. Aber nicht unbedingt, um Kosten zu sparen. „Wer am schnellsten fertig war, bekam am Abend Freibier“, gestand Lubinus. Oder dass nicht alle von ihm oder seinem Vater erfundenen Implantate erfolgreich eingesetzt wurden. „Da ging auch mal was schief. Aber nicht bei mir.“ Ach ja, über ein ziemlich ungewöhnliches Projekt im bevorstehenden Ruhestand berichtete der langjährige Klinikchef ebenfalls: die Züchtung von Alpakas (eine Kamelform aus den südamerikanischen Anden).

 Auch Oberbürgermeister Ulf Kämpfer mühte sich um Haltung auf dem roten Sofa angesichts des lästerlichen Comedy-Interviewtons von „Ottilie“. Da habe der OB aber Glück, dass er in sein Amt gewählt worden sei: „Bei uns in Holland bestimmt der König, wer Bürgermeister wird.“ Kämpfer schaffte aber dann doch noch den Bogen zur Lubinus-Klinik, die angesichts ihrer Bedeutung mittlerweile zum „städtischen Tafelsilber“ zähle. Von der Sportstadt Kiel profitiere Lubinus umgekehrt auch, nicht zuletzt durch die vielen Sportverletzungen.

 Mit viel wohlwollendem Applaus bedachten die Gäste Überraschungsgast Kirsten Bruhn. Die dreifache Goldmedaillengewinnerin bei den Paralympics hat nach Ende ihrer phänomenalen Schwimmkarriere im vergangenen Jahr mittlerweile einen neuen Job: Als Botschafterin für Reha und Sport reist sie jetzt im Auftrag des Unfallkrankenhauses Berlin durch die Republik, um Menschen mit Behinderungen Mut für ein neues Leben zu machen. „Ottilie von Amsterdam“ hatte dazu ausnahmsweise mal keine lästerliche Bemerkung auf der spitzen Zunge: „Ich bewundere dich einfach nur.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Events in Kiel

Veranstaltungen in Kiel
Aktuelle Termine, News, Infos.

Anzeige