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MH370: Kieler Studie präzisiert Suchgebiet

Geomar Helmholtz-Zentrum MH370: Kieler Studie präzisiert Suchgebiet

Wissenschaftler des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung aus Kiel wollen mit Kollegen aus England und Frankreich das Rätsel um das verschollene Flugzeug MH370 lösen. Laut einer Studie soll die Absturzstelle weiter südwärts liegen als angenommen.

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Immer wieder werden Wrackteile des abgestürzten Flugzeugs MH370 gefunden. Doch wo ist die Maschine abgestürzt?

Quelle: Raymond Wae Tion/dpa (Archiv)

Kiel. Wo ist die seit mehr als zwei Jahren verschollene Boeing 777 der Malaysia Airlines (MH370)? Ein europäisches Wissenschaftskonsortium unter der Leitung des Kieler Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung veröffentlichte am Mittwoch eine aktuelle Analyse dazu. Zusammen mit Kollegen aus England und Frankreich wollen die Wissenschaftler aus Kiel die teure und aufwendige Suchaktion optimieren. Der australischen Behörde, die federführend für die Suche zuständig ist, wurde der neue Report jetzt übermittelt. „Es ist aber noch offen, ob diese neuen Ergebnisse für die letzten Monate der Suchaktion genutzt werden“, so die Kieler Ozeanografen.

 Bereits im vergangenen Jahr hatten die Kieler Forscher mit einer spektakulären Driftanalyse für weltweites Aufsehen gesorgt. Ende Juli 2015 war ein Flügelteil der vermissten Boeing rund 6000 Kilometer vom Absturzort entfernt auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean angespült worden. Daraufhin entwickelten Prof. Arne Biastoch und Dr. Jonathan Durgadoo von Geomar ein Computermodell, um den möglichen Weg der Flügelklappe zu berechnen. Sie setzten virtuelle Flügelklappen rund um die Fundstelle aus und berechneten ihre Ausbreitung rückwärts bis zum Absturzzeitpunkt. „Mehr als fünf Millionen Partikel haben wir über einen Zeitraum von 16 Monaten zurückverfolgt“, so Durgadoo. „Dann haben wir die wahrscheinlichsten Startorte der Partikel für den 8. März 2014 herausbekommen – dem Absturzdatum des Flugzeugs.“ Die Ergebnisse belegten schon damals, dass die Australier zu weit südlich auf dem Meeresgrund suchen.

 In den vergangenen Wochen und Monaten sind noch weitere Wrackteile aufgetaucht. So zum Beispiel an der südafrikanischen Südostküste, in Mosambik und auf einer zu Mauritius gehörenden Insel. „Die neuen Funde bestätigen unsere Berechnungen“, so Dr. Durgadoo. „Nur im Vergleich zu unseren ersten Aussagen im September liegt das Gebiet etwas weiter südwärts.“ Dennoch immer noch in einer Region nördlicher als das aktuelle Suchgebiet.

 Zusammen mit den europäischen Wissenschaftlern wurde die Studie immer weiter verfeinert. „Bei den neuen Rechnungen haben wir in unserem Modell zusätzliche physikalische Prozesse berücksichtigt, um die Drift realistischer nachzubilden“, erläutert Prof. Arne Biastoch. „Dazu zählt insbesondere die Drift durch die vom Wind erzeugten Ozeanwellen.“ Er schränkt jedoch ein, dass eine Simulation auch immer an Grenzen stoße. „Die neue Studie kann aber ein wichtiges Puzzleteil für die Suche nach MH370 sein.“

 Der Flug MH370 war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur in Malaysia nach Peking verschwunden. Es gab keinen Notruf. Nach bisherigen Erkenntnissen ist die Maschine stundenlang Richtung Süden geflogen und dann vermutlich mit leeren Tanks im südlichen Indischen Ozean abgestürzt. An Bord befanden sich zwölf Besatzungsmitglieder und 227 Passagiere aus 15 Nationen. Die Unglücksursache ist nach wie vor völlig unklar. Die Australier haben angekündigt, die Suche im Sommer einzustellen. Schon jetzt ist die Aktion die teuerste Suche in der Geschichte der Luftfahrt. Die neuen Ozean-Simulationen der Kieler Geomar Wissenschaftler und ihrer französischen und englischen Kollegen sorgen vielleicht aber noch für eine Verlängerung. Vor allem die Angehörigen der Opfer hoffen inständig, dass die verschollene Boeing 777 irgendwann gefunden wird.

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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