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Maks fährt in die USA

Highschool-Jahr Maks fährt in die USA

Ein Schuljahr in den USA verbringen: Das ist ein Traum von Maks Awuah. Diesen zu erfüllen, ist für eine Mettenhofer Familie, die Hartz IV bezieht, finanziell jedoch kaum möglich. Davon hat sich der 17-Jährige aber nicht beeindrucken lassen.

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Große Freude herrscht bei Ela, Maks und Georgina Awuah (von links). Der 17-jährige Maks fliegt für ein Schuljahr in die USA. Das ist für die Familie, die Hartz IV erhält, keine Selbstverständlichkeit.

Quelle: Jennifer Ruske

Mettenhof. Mit Zielstrebigkeit, Fleiß und Unterstützung des Vereins Migration hat er alle (finanziellen) Hürden genommen und sämtliche Anforderungen gemeistert. Am 17. August startet Maks nun in sein Abenteuer Amerika.

 Der Koffer ist gepackt, das Visum und der Reisepass liegen griffbereit. Die Aufregung bei Maks, seiner Mutter Ela (47), Schwester Georgina (7) und nicht zuletzt bei Dani Pendorf vom Jugendmigrationsdienst Migration e.V., der Maks geholfen hat, ist groß. Zunächst geht es mit dem Flugzeug nach New York. „Und von dort aus geht die Reise weiter nach Las Vegas“, sagt die Mutter, die sich für ihren Sohn „unglaublich freut“. Über die Austauschorganisation „Stepin“ wird Maks ein Schuljahr an einer US-Highschool absolvieren. Der Kieler mit dem guten Realschulabschluss (Durchschnitt 1,9) will vor allem sein Englisch verbessern und neue Erfahrungen machen. Danach soll es für ihn am RBZ Wirtschaft mit dem Abitur weitergehen.

 Dass es jetzt bald losgeht, kann der Sohn einer polnischen Mutter und eines ghanaischen Vaters – 2006 kam die Familie nach Kiel, die Eltern sind getrennt – immer noch nicht glauben. Denn der Auslandsaufenthalt ist für den Mettenhofer keine Selbstverständlichkeit – „für einen Mettenhofer Schüler allgemein nicht“, wie Dani Pendorf ergänzt. Maks ist der erste Max-Tau-Schüler, der ein Auslandsjahr absolviert.

 „Das Geld zusammenzubringen, war die größte Hürde“, erzählt Maks von der mehr als achtmonatigen Vorbereitungszeit. Rund 10000 Euro kostet der Aufenthalt. Die Schüler dürfen sich das Geld nicht einfach schenken lassen, ein Teil muss selbst erarbeitet werden. So wollen es die Austauschorganisationen. Doch das war schwierig: „Ich habe gekellnert“, sagt Maks. Weil seine alleinerziehende Mutter für sich und die Kinder aber Leistungen nach Hartz IV erhält, wurde der Verdienst des Sohnes zum Lebensunterhalt dazugerechnet und die Bezüge gekürzt. „Für die Reise zu sparen, war so nicht möglich.“ Gleiches hätte gegolten, wenn ihm jemand das Geld gespendet hätte. „Auch wenn sich ein Auslandsaufenthalt gut im Lebenslauf macht und eine große Chance ist, kann ich doch nicht wegfliegen, wenn meiner Familie dadurch in Schwierigkeiten gerät“, sagt der verantwortungsbewusste junge Mann.

 Dass seine Reise dennoch klappt, hat er einem privaten Darlehen zu verdanken. „Das ist kein Einkommen, wird daher nicht angerechnet“, erklärt Dani Pendorf, die ihm bei den Formularen für das Jobcenter und – bei den Anträgen für ein Auslands-Bafög – unterstützt hat.

 Und dann ging das Warten los: „Seit wenigen Tagen ist es nun amtlich: Maks bezieht seit dem 1. August Bafög und nicht mehr Hartz IV. Dem Schuljahr in den USA steht nun nichts mehr im Wege.“ Darüber freut sich Maks – auch wenn ihm der Berg Schulden, die er zurückzahlen muss, schon ein wenig Sorgen macht. „Aber auch dafür wird sich eine Lösung finden.“ Da ist sich der zielstrebige junge Mann ganz sicher.

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