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Nach dem Ende geht es weiter

Marine-Arsenal Nach dem Ende geht es weiter

Von Ruhe ist im Marinearsenalbetrieb Kiel auch nach dem offiziellen Ende nichts zu spüren. Mit der Nachricht, dass auch künftig dort mehr als 80 Mitarbeiter für die Betreuung der Marine ihren Arbeitsplatz behalten, ist ein kleiner Erfolg erzielt worden.

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Die Minensuchdrohnen des Typs Seehund sind in Kiel stationiert und werden weiterhin auf dem Gelände des Arsenals repariert.

Quelle: Frank Behling

Kiel. In der Bundeswehrplanung spielt die 52 Hektar große Liegenschaft mit 1550 Meter Kailänge und 25 Hektar Wasserfläche weiterhin eine wichtige Rolle. Neben der Bundeswehr werden künftig auch mehr Arbeiten an externe Dienstleister vergeben werden, wenn Schiffe überholt werden müssen. Dazu gehören beispielsweise die beiden Friedrichsorter Werften Gebr. Friedrich und Rathje.

 So werden aktuell drei Minensuchdrohnen des Typs Seehund durch die beiden Werften überholt. „Wir sind damit noch bis in das Jahr 2017 im Arsenal aktiv“, sagt Gerd Thomsen von der Werft Gebr. Friedrich. Insgesamt hat die Friedrichsorter Werft zusammen mit Rathje dort zwölf Seehund-Boote überholt. Das Waffensystem gehört zum 3. Minensuchgeschwader der in Kiel ansässigen Einsatzflottille 1. Aus Platzgründen konnten die Werften den Auftrag zur Überholung der Seehunde nicht in Friedrichsort abarbeiten. „Dafür fehlt bei uns einfach die Möglichkeit. Im Arsenal gibt es dafür die geeigneten Hallenkapazitäten“, sagt Thomsen.

 In den Hallen des Arsenals sind auch andere Firmen aktiv. So werden Forschungsgeräte montiert und Holzflöße gebaut, die als schwimmende Schießscheiben auf der Ostsee zum Einsatz kommen. Die Nachricht, dass der Arsenalbetrieb erhalten bleibt, sorgt deshalb besonders bei der Kieler Wirtschaft für ein Aufatmen. „Neben der sicherheitspolitischen Komponente ist das Arsenal ein wichtiger Partner für viele hiesige Unternehmen. Deswegen muss die Politik für Klarheit sorgen. Das Arsenal muss dauerhaft ein verlässlicher Partner, nicht nur für die Deutsche Marine, sondern auch für die regionale Wirtschaft sein“, sagt Jörg Orlemann, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Kiel.

 Angesichts des jetzt endenden letzten Ausbildungsjahrgangs besteht auch die Hoffnung, dass die Ausbildungswerkstatt des Arsenals eine Zukunft haben könnte. Angesichts des wachsenden Bedarfs an Ausbildungseinrichtungen ist die in Kürze leerstehende Werkstatt optimal für die Ausbildung junger Menschen. Zuletzt wurden dort pro Jahrgang bis zu 40 Systeminformatiker, Elektroniker und Industriemechaniker geschult. „Wir schätzen das Arsenal als langjährigen, qualifizierten Ausbildungsbetrieb“, sagte Orlemann. In den vergangenen Monaten gab es Überlegungen, die Werkstatt auch in Zusammenarbeit mit den Werften TKMS und German Naval Yards zu nutzen. Dies wurde aber vom Verteidigungsministerium im Zuge der Umsetzung der Bundeswehrreform unterbunden.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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