23 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Ordentlich Futter für die grauen Zellen

Mathematik-Olympiade Ordentlich Futter für die grauen Zellen

Das könnte doch ein gutes Omen sein für Olympia in Kiel 2024: Mit einem Rekord wartete die Mathematik-Olympiade für Grundschüler am Sonnabend an der Kieler Universität auf. Erstmals dreistellig war das mit 106 Kindern aus Kiel und dem Kreis Plön besetzte Teilnehmerfeld.

Voriger Artikel
Von Hundeschreckern und Schalensteinen
Nächster Artikel
Die Erinnerung darf nicht verblassen

Hannah Klapper (links, 9) und Kalle Schumacher (9) machten ihre mathematischen Gedanken für den Fotografen auf einer Glasscheibe sichtbar. Das Duo von der Kieler Gesamtschule in Suchsdorf war erfolgreich – und qualifizierte sich für den Landesentscheid in Flensburg.

Quelle: Frank Molter

KIEL. „Und das dabei gezeigte Leistungsniveau sogar erstklassig“, ergänzte der Kreisbeauftragte der Mathe-Olympiade, Cay Tonner. Für das steigende Interesse an dem Wettbewerb hat der Pädagoge eine einleuchtende Erklärung: „Es spricht sich mittlerweile herum, dass leistungsstarke Schüler hier mal richtig Futter für ihre grauen Zellen bekommen. Denn oft richtet sich der Fokus im Unterricht ja eher auf Schwächere.“ Um beim Kreisentscheid der Mathe-Olympiade dabei zu sein, mussten sich die Kinder als Beste der jeweils dritten und vierten Klassenstufen an den insgesamt 28 teilnehmenden Schulen qualifizieren.

 Lasse fiel das offenbar nicht schwer. Eine Klasse hat der Achtjährige an der Friedrich-Junge-Schule bereits übersprungen. Und er liebt „schon von Natur aus“, wie er sich gewählt auszudrücken pflegt, Knobelaufgaben genauso wie Klaviertasten oder Lego-Baukästen im XXL-Format mit Anleitung.

 Leonie (8) hat ihre „Mathe-Ader“ von Onkel Bernd geerbt, sagt sie bestimmt. Denn der sei schließlich Chemiker und müsse ziemlich viel mit Zahlen arbeiten. Etwas geübt hat Leonie für die Mathe-Olympiade auch. Mit Mama, „die das natürlich gut kann, weil sie ja Mathe-Lehrerin ist“.

 Einmaleins und Grundrechenarten allein reichten den Mathe-Olympioniken allerdings nicht, um die zentral gestellten Aufgaben des bundesweit durchgeführten Wettbewerbs in Zweierteams zu lösen. Denn die Rechenoperationen verstecken sich meisterhaft hinter Rätseltexten. „Wer solche Nüsse knacken will, hat gleich eine ganze Reihe von Problemen zu lösen“, erklärt die zweite Kreisbeauftragte des Wettbewerbs, Doris Gabelmann: Text genau lesen, ihn interpretieren, daraus eine Aufgabenstellung ableiten, Lösungswege finden und sie schlüssig begründen. „Dazu muss man sich in den mathematischen Prozess so tief hineindenken, bis von ihm eine bildhafte Vorstellung entsteht. Das ist richtige Mathematik, Rechnen nur ein Hilfsmittel dabei.“

 Besondere Anerkennung für solch anspruchsvolle Schülerleistungen zollten diesmal auch die Sponsoren, die sich in diesem Jahr so großzügig wie nie zuvor zeigten. Ob Eintrittskarten in den Kieler Mediendom, in den Erlebnispark Futterkamp oder ins Freibad im Schwentinepark – kein Olympiateilnehmer ging ohne solchen Ansporn zu weiteren Höchstleistungen nach Hause.

 Die können die jeweils zehn erstplatzierten Teams der dritten und vierten Grundschulklassen schon bald erneut unter Beweis stellen: Denn im März 2016 geht es im Landesentscheid an der Uni Flensburg wieder um olympische Ehren, diesmal für die hellsten Köpfe des ganzen Nordens. Und mit dabei sind – natürlich – Leonie und Lasse.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3