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Ein Juwel nimmt Formen an

Megasegeljacht "White Pearl" Ein Juwel nimmt Formen an

Drei Jahre lang war sie das am besten gehütete Geheimnis des Jachtbauers Nobiskrug: Jetzt wird das millionenschwere Prestige-Objekt „White Pearl“ auf das Aufschwimmen vorbereitet und ist per Fernglas für jedermann sichtbar. In Dock 8 der Kieler Werft German Naval Yards laufen zurzeit die letzten Arbeiten an der Megajacht.

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Prunkstück der German Naval Yards: Die Segeljacht "White Pearl" soll 140 Meter lang sein.

Quelle: dpa/Markus Scholz

Kiel. Im März 2012 war das Projekt mit der Nummer 787 gestartet. Unter größter Geheimhaltung hatten nach gut einjähriger Planungsphase die Arbeiten für den Bau der größten segelnden Luxusjacht in Kiel begonnen. Um die 140 Meter lange Megajacht vor neugierigen Blicken zu schützen, wurde das Dock sogar eigens überdacht. Nun sind die Arbeiten so weit abgeschlossen, dass die Konstruktion demontiert worden ist und der Neubau für jeden Schiffsfan mit gutem Auge, ganz sicher aber per Fernglas zu bestaunen ist.

Die Arbeiten am Rumpf und an den Aufbauten sind nahezu abgeschlossen. Zurzeit legen die Werftarbeiter letzte Hand an, damit die „White Pearl“ im Mai ausgedockt und auf Probefahrt gehen kann. „Das Aufschwimmen ist einer der symbolträchtigsten Meilensteine im Entstehungsprozess eines jeden Schiffes“, sagt Holger Kahl. Der Geschäftsführer der Nobiskrug GmbH, die das Schiff geplant hat und zu German Naval Yards gehört, schwärmt geradezu: „Damit sind wir nur noch einen kleinen Schritt davon entfernt, die ,White Pearl’ als weiteres Juwel in unserer Flotte von Megajachten willkommen zu heißen.“ Seit zehn Jahren hat sich das Unternehmen auf den Bau individueller Freizeitschiffe spezialisiert, hat unter anderem die preisgekrönten Neubauten „Mogambo“ und „Odessa II“ realisiert. Die „White Pearl“ ist für die 1905 gegründete Nobiskrug-Werft das bislang größte Projekt.

Markenzeichen der Megajacht soll ein 90 Meter hoher Mast werden. Beim Antrieb soll das Schiff aber nicht nur auf die Kraft des Windes setzen. Der Motor im Rumpf verfügt über zwei Antriebswellen für normale Propeller.

Auch wenn zahlreiche Details geheim bleiben sollen, sicher ist schon jetzt, dass die „White Pearl“ sich optisch von bisherigen Segelschiffen deutlich unterscheiden und mit ihren 140 Metern Länge größer sein wird als der Kreuzfahrer „Royal Clipper“, das mit 133 Metern Länge bislang noch größte Segelschiff der Welt. Zum Vergleich: Auch das in Kiel beheimatete Segelschulschiff der Marine, die „Gorch Fock“, dürfte mit ihren 89 Metern Länge im direkten Vergleich beinahe klein erscheinen.

Unklar ist noch, wann und wo die „White Pearl“ getauft werden wird. Ist das Prestige-Objekt auf seine Seetauglichkeit getestet, hängt dies entscheidend vom neuen Eigentümer ab. Nobiskrug selbst will weder den Auftraggeber nennen, noch wie viel die Spezialanfertigung kosten wird. Experten gehen von einem Kaufpreis in dreistelliger Millionenhöhe aus. Als künftiger Inhaber gilt der russische Milliardär Andrej Melnitschenko. Der 43-jährige Unternehmer zählt zu den reichsten Menschen seines Landes und ist an zahlreichen Industrie-Unternehmen beteiligt. Unter anderem hält Melnitschenko Anteile an der sibirischen Kohle- und Energiegesellschaft SUEK und dem Düngehersteller EuroChem.

Der Geschäftsmann ist bereits Besitzer eines Luxusschiffs aus Kiel: Die 120 Meter lange Motorjacht „A“, die weltweit zu den 15 größten gehört, lief 2008 bei HDW vom Stapel. Der Preis soll seinerzeit bei 200 Millionen Euro gelegen haben. Benannt wurde die Motoryacht nach dem ersten Buchstaben des Vornamens von Melnitschenkos Frau Aleksandra.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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Die Windenergie sollte die deutschen Werften mit ihren 17000 Mitarbeitern aus der Schifffahrtskrise führen. Offshore-Wohnplattformen, Bauschiffe und Fundamente für die Windparks auf Nord- und Ostsee –Werften in Kiel, Emden, Bremerhaven, Warnemünde und Wismar stellten ihre Produktion um und waren damit auch erfolgreich. Bis 2012, also für eine Zeitspanne von gerade einmal drei Jahren.

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