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Anschlag in Gaarden gibt Rätsel auf

Kiel Anschlag in Gaarden gibt Rätsel auf

Ein Anschlag auf ein türkisches Café im Stadtteil Gaarden gibt der Kieler Polizei Rätsel auf: Unbekannte haben aus einem fahrenden Auto heraus mehrfach auf das Lokal an der Augustenstraße geschossen und das Fahrzeug anschließend unweit des Tatorts in Brand gesteckt. Verletzt wurde niemand.

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Die Polizei ermittelt in Kiel-Gaarden: Dort wurde auf eine Gaststätte geschossen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Oliver Pohl von der Polizeidirektion Kiel spricht von einem außergewöhnlichen Vorfall. „Am frühen Sonntagmorgen gegen 1.47 Uhr wurden mehrere Schüsse aus einer scharfen Waffe auf eine türkische Gaststätte in der Augustenstraße abgegeben“, so der Behördensprecher. Zuvor soll sich ein Opel Kadett von der Elisabethstraße aus mit erhöhter Geschwindigkeit dem Tatort genähert haben. Aus dem geöffneten Fahrzeugfenster seien die Schüsse auf die Eckkneipe abgefeuert worden. Zeugen sprechen davon, dass es sechs bis acht Mal geknallt haben soll. Andere sprechen von „dumpfen“ Schlägen und mutmaßen, dass der oder die Unbekannten eine Waffe mit Schalldämpfer benutzt haben könnten. „In der Gaststätte befanden sich zum Zeitpunkt der Tat fünf Personen“, sagt Pohl. „Sie blieben unverletzt.“

Vieles spricht dafür, dass die Tat geplant gewesen ist. Das Tatfahrzeug war zwei Tage zuvor im Kieler Stadtteil Mettenhof gestohlen worden. Ein älteres Ehepaar hatten den Verlust seines Autos der Polizei angezeigt. „Wenige Minuten nach den Schüssen auf die Gaststätte wurde uns ein brennendes Fahrzeug in der Stoschstraße gemeldet“, berichtet Pohl. Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr löschten das Feuer. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich dabei um das Tatfahrzeug handelt. Offenkundig wollten die Täter ihre Spuren verwischen.

Kriminaltechniker haben mit der Untersuchung des ausgebrannten Fahrzeugs begonnen. Am Montag wurde das Cafè, in dem auch Sportwetten angenommen werden, noch einmal von Experten inspiziert. Mehrere Projektile hatten eine Wand des Lokals durchschlagen. An dem Gebäude entstand nur geringer Sachschaden.

Polizei und Staatsanwaltschaft hoffen jetzt, dass die ballistische Untersuchung Aufschluss über die Herkunft der Waffe und über die Täter geben kann. Über die Hintergründe des Anschlags ist nämlich noch nichts bekannt. Zurzeit würden noch Zeugen vernommen, hieß es. Zu Gerüchten, dass die Spur in die Rockerszene führen oder es sich um eine politisch motivierte Tat handeln könnte, wollten sich die Behörden nicht äußern. „Wir stehen noch am Anfang der Ermittlungen“, so der Polizeisprecher.

Wer den Vorfall gesehen hat oder Hinweise zur Identität der Täter geben kann, wird gebeten, sich mit den Ermittlern unter der Telefonnummer (0431) 160 3333 oder über 110 in Verbindung setzen.

Von Bastian Modrow und Günter Schellhase

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