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Das Wandern ist der Kröten Lust

Meimersdorfer Weg Das Wandern ist der Kröten Lust

Zurzeit wandern die Kröten wieder zu ihren Laichgewässern. Der Meimersdorfer Weg ist zurzeit teilweise für Autofahrer gesperrt. Die dämmerungsaktiven Amphibien ziehen vom Vieburger Gehölz an den Schulensee.

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Doppelpack: Männchen sind kleiner als Weibchen und deutlich in der Überzahl. Kommt eine Krötenfrau des Weges, setzt sich das Männchen darauf und lässt sich bis zum Laichplatz tragen. Denn was man hat, das hat man.

Quelle: Karin Jordt

Kiel. Guck mal, wer da wandert: Wenn es in feuchten Frühlingsnächten windstill ist und nicht kälter als fünf Grad Celsius, herrschen ideale Wetterverhältnisse für einen Wandertag der Kröten, Frösche, Unken und Molche zu den Laichgewässern. Damit die Amphibien sicher ankommen, werden bundesweit Straßen und Wege für Autos blockiert.

Auch der Meimersdorfer Weg ist zurzeit teilweise für Fahrzeuge gesperrt, damit die Erdkröten sicher von ihren Winterquartieren im Vieburger Gehölz aus zum Schulensee kommen. Die Warzentiere wissen genau, wo sie hin müssen – und sie ziehen vor allem in der Dämmerung gemächlich, aber unbeirrt zu den Laichgewässern. Dabei suchen sie genau die Wasserstelle auf, in der sie selbst zur Welt kamen. Auf dem Weg machen sie gern eine Pause auf dem warmen Straßenbelag, wobei die Männchen auch Ausschau nach einem Weibchen halten.

Erdkröten gelten als Schädlingsbekämpfer

Erdkröten leben von Asseln, Regenwürmern, Schnecken sowie Insekten und gelten als wichtige Schädlingsbekämpfer. „Sie spielen im Naturhaushalt eine große Rolle“, betont Kai Rösick, Amphibienexperte im Umweltschutzamt der Stadt Kiel. Daher habe man im Jahr 2005 mit vielen Freiwilligen eine Zählung mit mobilen Zäunen am Meimersdorfer Weg gemacht. Damals sammelten sich 2860 Kröten, 70 Grasfrösche und drei Moorfrösche in den aufgestellten Eimern. Das sei der Anlass gewesen, künftig einen Abschnitt der Straße während der Krötenwanderungen für etwa sechs Wochen durch eine Schranke zu sperren. Die dämmerungsaktiven Tiere können nämlich den Fahrzeugen nicht ausweichen. Kommt eine Kröte in den Lichtkegel eines Scheinwerfers, stellt sich das Tier auf: „Das ist eine Drohhaltung“, weiß Rösick. Ein rollender Autoreifen lässt sich dadurch jedoch nicht beeindrucken, was jedes Jahr dazu führt, dass unzählige Erdkröten überfahren werden.

Die Sperrung für den Autoverkehr auf Wanderrouten der Tiere hält auch Heinz Schwarze für wichtig. Der Leiter des vom Land Schleswig-Holstein geförderten Projektes „Froschland“ beobachtet die Entwicklung der Amphibien seit vielen Jahren und hat festgestellt, dass die Bestände schrumpfen. „Die Kröten sind die langsamsten Amphibien unserer Heimat“, erzählt er. Weil jedes Jahr unzählige Tiere überfahren wurden, setzte er sich Anfang der 1980-Jahre dafür ein, dass ein Abschnitt des Rönner Wegs im Kreis Plön zwischen Kroog und Schwentinental zwei Schranken erhielt: „Zweimal im Jahr wird nun für Fahrzeuge gesperrt“, berichtet der Projektleiter.

In Hammer gibt es sogar einen Krötenzaun

In Kiel gibt es in Hammer einen festen Krötenzaun mit Tunnel im Eiderbrook. Außerdem ist der Meimersdorfer Weg entlang des Schulensees mit Schranken noch bis etwa Ende April für den Autoverkehr blockiert, damit die Amphibien aus dem Bereich um den Hof Petersburg nicht unter die Räder kommen. Von der Neuen Hamburger Straße (L 318) aus sind zurzeit nur die Grundstücke bis zur Poppenbrügger Au mit dem Auto erreichbar. Von der Hamburger Chaussee aus bleibt der Meimersdorfer Weg bis zur Abzweigung zum Hof Petersburg befahrbar. Der Postillionweg ist ohne Einschränkung erreichbar, ebenso der Hof Petersburg.

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