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Göteborg kommt an seine Grenzen

Anlauf von „Mein Schiff 4“ Göteborg kommt an seine Grenzen

Der Hafen Göteborg ist in Schweden die Nummer eins. Kein schwedischer Hafen fertigt so viele große Schiffe ab, wie das Wirtschaftszentrum am Kattegat. Von Göteborg aus fahren täglich die größten RoPax-Fähren der Ostsee für die Stena Line nach Kiel. Doch beim Thema Kreuzfahrt stößt der Hafen an seine Grenzen.

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 "Mein Schiff 4" muss auf einen anderen Hafen in Göteborg ausweichen.

Quelle: Frank Behling

Göteborg. Für Schiffe ab 250 Meter Länge gibt es in Göteborg nämlich keinen Kreuzfahrtterminal. Schiffe wie die neue „Mein Schiff 4“ müssen im Containerterminal „Skandihamnen“ direkt neben den bis zu 400 Meter langen Großcontainerschiffen der dänischen Mærsk Line anlegen. Der Terminal liegt etwa 20 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt im nödlichen Teil des Schärengürtels.  

 „Es wäre schon schön, wenn Göteborg auch einen Terminal für Schiffe wie uns hätte“, sagte Kapitän Kjell Holm. Der finnische Kapitän brachte am Donnerstag erstmals die 293 Meter lange „Mein Schiff 4“ im Rahmen einer Vorpremierenfahrt nach Göteborg. Dort gehört der 99526 BRZ große Neubau zu den größten je abgefertigten Kreuzfahrtschiffen.

Aus diesem Anlass besuchte am Vormittag eine Delegation der Stadt Göteborg unter Führung des Hafensicherheits-Offiziers Thomas Fransson die „Mein Schiff 4“. Er überbrachte dem Kapitän die Glückwünsche der Stadt und des Hafens von Göteborg. „Wir sind stolz, dass dieses neue Schiff hier in unserem Hafen zu Besuch ist und freuen uns auf möglichst viele Besuche“, sagte Fransson bei der Plaketten-Zeremonie. Er tauschte mit dem Kapitän die Wappen von Schiff und Stadt.

Für Kjell Holm war es nach der Indienststellung der „Mein Schiff 4“ am 8. Mai bereits die fünfte derartige Zeremonie. Zuvor hatte Kapitän Holm bereits  in Turku, Kiel, Hamburg und Kopenhagen diese Auszeichnungen für die Erstbesuche bekommen. „Die Plaketten bekommen hier an Bord einen ganz besonderen Platz, wo sie später auch von den Passagieren angesehen werden können“, sagte Holm. Bevor es zur Taufe am 5. Juni nach Kiel geht, bekommt der Kapitän Freitag in Oslo beim Erstanlauf in der norwegischen Hauptstadt noch die sechste Plakette.

Das Kreuzfahrtgeschäft ist in Göteborg im Gegensatz zu Oslo, Kopenhagen und Kiel noch in der Entwicklungsphase. 52 Schiffsbesuche werden in diesem Jahr erwartet, 20 davon sind  Kreuzfahrtschiffe aus Deutschland. Zum Vergleich: Kiel hat 2015 fast 130 Schiffsbesuche, Kopenhagen rund 300.  

Besonders Aida Cruises und Tui Cruises steuern 2015 Göteborg an. Am Donnerstag werden mit der „Aidaluna“ und der „Mein Schiff 4“ auch gleich zwei Schiffe mit zusammen über 4000 deutschen Passagieren in Göteborg abgefertigt. Für die 252 Meter lange „Aidaluna“ gibt es in der Nachbarschaft zum Containerterminal einen Kai mit Terminalgebäude. Dieser Anleger in Arendal ist aber für die 293 Meter lange „Mein Schiff 4“ zu klein.

Schiffe wie die „Mein Schiff 4“ müssen deshalb einen Liegeplatz im Containerterminal nehmen. Von dort benötigen Passagiere eine 30 minütige Fahrt im Shuttlebus bis ins Stadtzentrum.

Der Hafen von Göteborg ist Schwedens Tor zur Welt. Pro Jahr werden dort 37 Millionen Tonnen Ladung umgeschlagen – davon allein 19 Millionen Tonnen Öl. Im Fährverkehr und Kreuzfahrtverkehr wurden 2014 insgesamt 1,82 Millionen Passagiere gezählt.  

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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