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Andreas Zerndt lernte in Taiwan

Meister im Wing Chun Andreas Zerndt lernte in Taiwan

Schon als Knirps lernt Andreas Zerndt (53) beim Judo-Unterricht: Es kommt nicht auf die Größe an, sondern auf die Technik. In der Kampfkunst Wing Chun Kung Fu ist er inzwischen ein ganz Großer. Er hat den achten Meistergrad erreicht. Nur drei weitere Menschen in Europa dürfen diesen Titel tragen.

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Experte in der asiatischen Kampfkunst Wing Chun: Andreas Zerndt hat den achten Meistergrad und baut zurzeit in Kiel eine Wing Chun Kung Fu Zentrale für Norddeutschland auf.

Quelle: Sonja Paar

Kiel Schilksee Strande. Andreas Zerndt trainiert seit unzähligen Jahren eisern. Immer wieder reist er nach Taiwan, um besser zu werden. Um von seinem chinesischen Meister zu lernen. Seit 1994 betreibt er eine eigene Kampfkunstschule in Marburg. Neuerdings unterrichtet er auch in Kiel.

Von David Carradine und Bruce Lee gelernt

Im Alter von sechs Jahren fängt er mit Judo an. Er wächst mit der Kung-Fu-Serie mit David Carradine im Fernsehen auf. Später folgen die Filme mit Bruce Lee. Im Keller übt er mit einem Freund die Bewegungen, die aus einem kleinen Mann einen ganz großen machen. Er lernt zunächst Schreiner, sucht sich eine Kung-Fu-Schule. Die nächsten zwölf Jahre trainiert er ohne Unterlass, nimmt Privatunterricht, macht schließlich selbst den Trainerschein. „Aber irgendwann stagnierte alles“, erzählt er. „So fuhr ich ein Jahr quer durchs Land und schaute mir andere Trainer an. Da kam ich aber nur von dem Regen in die Traufe. Viele versprechen das Blaue vom Himmel.“

Großmeister Lo Man Kam zeigt, was Wing Chun wirklich ist

Irgendwann hört er von einem Chinesen, der anreist, um ein Seminar zu geben. Die erste Begegnung mit Lo Man Kam (Jahrgang 1933), seinem künftigen Meister. „Ich bin 1,70 Meter groß, Meister Lo höchstens 1,60, aber er hat uns gezeigt, was Wing Chun wirklich ist“, sagt Andreas Zerndt. „Man begegnet Kraft nicht mit Kraft, sondern nimmt die Kraft des anderen auf und leitet sie um.“

In Taiwan lernt er jedes Jahr neue Feinheiten

Von da an fährt er jedes Jahr nach Taiwan. „Meister Lo war damals fast 70, sah aus wie 50 und bewegte sich wie 30“, sagt er. Er lernte auch: „Beim Wing Chun geht es nicht um höher, schneller, weiter. Nicht um ich, ich, ich. Hier geht es um mehr. Nämlich um Geduld, Demut und unermüdliches Trainieren. Letztlich bedeutet ,Kung Fu’ übersetzt nichts anderes als ,harte Arbeit’.“

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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