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Mentorenprogramm Segeln, schwimmen, lesen

„Wer lesen kann, ist klar im Vorteil“, hieß es in großen Lettern im Ratssaal. Anlass war die Jubiläumsfeier zum fünfjährigen Bestehen von Mentor-Kiel, zu dem die Organisatoren der Leselern-Initiative eingeladen hatten. Gunna Westphal und Kurt Rohde von Mentor-Kiel, Oberbürgermeister Ulf Kämpfer als Schirmherr des Projekts sowie der Kinder- und Jugendhilfe-Verbund (KJHV) nutzten die feierliche Gelegenheit am Dienstag, um sich bei allen Beteiligten zu bedanken.

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Mentor-Kiel hatte alle Beteiligten der Leselern-Initiative im Ratssaal versammelt: Organisatoren, Koordinatoren, Förderer, Lesepaten und viele Schüler.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. „Vor allem bedanken möchten wir uns bei den Mentoren, die Woche für Woche an die Schulen gehen und sich um die Lesekinder kümmern“, begrüßte Westphal die zahlreich erschienenen Gäste. Unter ihnen Lesehelfer, Eltern, Kinder, Lehrer, Koordinatoren des Projekts und Unterstützer aus Stadtverwaltung, Bibliotheken und weitere Förderer. Nahezu jeder also, der mit der Initiative verbunden ist. „Mit Herzblut und Begeisterung“, führte Westphal fort, „nehmen Sie sich Zeit und helfen jedem Kind individuell – auf ehrenamtlicher Basis.“ Auch den Schulen, mit denen sie „großartig zusammenarbeiten“ galt ein Dankeschön.

 Einige der Schulen waren auch am Programm der Jubiläumsveranstaltung beteiligt. So räumte das Moderatoren-Team Westphal-Rohde die Bühne und übergab an die dritte Klasse der Klaus-Groth-Schule. Beethovens 9. Sinfonie sangen und spielten sie auf der Flöte und begeisterten die Gäste. Dem musikalischen Intermezzo folgte die Darstellung dessen, was die Mentoren in ihrer Zeit mit den Lesekindern leisten: Nazli, Schülerin der Grundschule Wellsee, kam gemeinsam mit ihrer Lesementorin nach vorne und las den Gästen vor. Sichtlich aufgeregt machte sie ihre Sache doch sehr gut. Als sie fertig gelesen hatte, war ihre Erleichterung förmlich zu spüren. Nazlis anschließender Blick auf zu ihrer Mentorin verdeutlichte sehr schön das Besondere an dieser Form der ehrenamtlichen Lesehilfe: „Wir haben es geschafft“, schienen sie zu sagen. Als Zuschauer sah man in diesem Moment ganz deutlich, dass es sich hier um eine Form der Beziehung handelt, die heutzutage bei überfüllten Klassenräumen zwischen Lehrer und Schüler kaum mehr möglich sind.

 „Ich bin beeindruckt, nicht nur, weil der Ratssaal sonst nie so voll ist, sondern auch von dir, Nazli“, sagte Kämpfer, der in seiner Funktion als Schirmherr das Wort ergriff. „Ich hätte mich in deinem Alter nie getraut, vor so vielen Leuten zu lesen und trotzdem ist aus mir ein OB geworden.“ Umso strahlender sei die Zukunft derer, die durch Mentor-Kiel genug Selbstbewusstsein und Praxis bekämen und dadurch noch viel mehr erreichen könnten. Das Mentor-Projekt sei eines, auf das der Oberbürgermeister besonders stolz sei. „Denn im Endeffekt geht es um so viel mehr als nur um Lesen, es geht um die Zukunft und die Bildung unserer Kinder.“ Er betonte auch, dass das Projekt noch viel bekannter werden müsse: „Jedes Kieler Kind soll nicht nur segeln und schwimmen können, sondern auch richtig toll lesen“, brachte es Kämpfer auf den Punkt.

 Nahmen Roeloffs sprach für den KJHV und betonte, wie gut Haupt- und Ehrenamt eben doch Hand in Hand gehen können. Bestes Beispiel dafür sei Mentor-Kiel. Der Spatzenchor der Goethe-Grundschule und Chorschüler der Hardenbergschule bereicherten das Programm mit ihren Beiträgen. Kurt Rohde und Gunna Westphal hatten alle Hände voll damit zu tun, Danksagungen an die vielen Unterstützer zu formulieren, Geschenke und Blumensträuße zu verteilen. Schließlich kam Rohde auf die Person zu sprechen, die „die Seele von Mentor-Kiel ist und ohne die der Laden gar nicht läuft“: Gunna Westphal. Überhaupt waren es zwei Säulen, auf denen der Abend thronte: Das große „Danke“ und die Motivation, dass in den kommenden Jahre noch mehr Kieler Schüler von der Initiative profitieren können.

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