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Bringt Tempo 30 mehr Sicherheit?

Skandinaviendamm in Mettenhof Bringt Tempo 30 mehr Sicherheit?

Der tödliche Unfall am Skandinaviendammin in Kiel-Mettenhof Ende Dezember war der Auslöser: Ab sofort gilt auf der vierspurigen Straße in Höhe des Fußgängerüberweges Tempo 30. In dieser Woche stellte das Tiefbaumamt die entsprechenden Schilder auf.

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Tempo 30 herrscht seit Dienstag an der Fußgängerquerung vom Wikingerbummel über den Skandinaviendamm. Grund der Maßnahme sind zwei tödliche Unfälle innerhalb eines Jahres.

Quelle: Jennifer Ruske

Kiel. Eigentlich müssten die Fußgänger nun aufatmen können. Viele hatten die Querungsstelle als gefährlich bezeichnet, weil die Autos die Straße regelrecht entlang rasen. Noch aber müssen sich einige Autofahrer daran gewöhnen, dass sie auf dem Skandinaviendamm rund 100 Meter von der Bushaltestelle am Famila-Markt bis kurz hinter der Fußgängerquerung den Fuß vom Gas nehmen müssen. Seit Dienstagnachmittag gilt hier für alle Kraftfahrer Tempo 30.

Hintergrund der Maßnahme ist der tödliche Unfall von Dezember, bei dem ein 49-jähriger Radfahrer bei der Querung der Straße in Höhe Bergenring von einem Auto angefahren wurde und dabei noch an der Unfallstelle starb. „Das ist schon der zweite tödliche Unfall innerhalb eines Jahres an dieser Stelle“, erklärte ein Sprecher der Stadt. Im Januar habe die Unfallkommission – bestehend aus Beamten der Polizei und des Tiefbauamtes – die Querungsstelle daher als Gefahrenschwerpunkt deklariert und mit dem Aufstellen der Tempo-30-Schilder gehandelt, so der Stadtsprecher weiter. „Das ist alles sehr kurzfristig erfolgt.“ Die Schilder stehen jetzt 50 Meter vor und 50 Meter hinter dem „schützenswerten Punkt“, das ist die übliche Entfernung, um die Querungsstelle sicherer zu machen, so der Stadtsprecher.

 Der Ortsbeirat Mettenhof begrüßt die Maßnahme. „Die SPD hofft, dass sich nach dem tragischen Unfall dadurch dieser Unfallschwerpunkt löst“, sagt Knud Traulsen. Auch die CDU unterstützt alle Maßnahmen, die zu mehr Verkehrssicherheit führen, sagt Dirk Schrödter. „Inwieweit eine 30er-Begrenzung an dieser Stelle tatsächlich geeignet ist, das muss die Verwaltung noch darlegen.“ Bei den Mettenhofern selbst wird das Aufstellen der Schilder kontrovers kommentiert: „Hoffentlich kontrolliert die Polizei auch die Einhaltung der Geschwindigkeit“, erklärte eine KN-Leserin, denn noch würden die Autofahrer weiter zu schnell an der Stelle vorbeifahren. „Wer bremst und 30 fährt, wird angehupt oder die Autofahrer treten noch ein bisschen mehr aufs Gaspedal, um einen zu überholen“, sagte sie. In den sozialen Netzwerken heißt es, Fußgänger könnten ja auch die knapp 50 Meter entfernt stehenden Ampeln nutzen, um die Straße zu überqueren. Und immer seien die „bösen Autofahrer“ Schuld. Eine andere Nutzerin bedauert, dass immer erst was passieren müsse, bevor etwas zum Schutz der Fußgänger geschieht.

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Todesfall in Mettenhof
Foto: Für Fußgänger und Radfahrer kann der Überweg über den Skandinaviendamm vom Wikingerbummel zum Parkplatz des dortigen Warenhauses schwierig werden. Viele der Autofahrer sind auf der vierspurigen Straße zu schnell unterwegs.

Ein paar Scherben, ein paar Kreidestriche in Gelb von der Polizei: Nur noch wenig erinnert am Wochenende an den tödlichen Unfall auf dem Skandinaviendamm/Ecke Bergenring, bei dem am Freitag ein Fahrradfahrer zu Tode kam. Doch die Betroffenheit der Mettenhofer bleibt groß.

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