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Deckt den Ratten nicht den Tisch

Mettenhof Deckt den Ratten nicht den Tisch

„Achtung, Rattengift“: Diese Warnschilder findet man in Mettenhof an vielen Ecken. Um die Rattenpopulation im Stadtteil einzudämmen, hat die Stadt im November eine groß angelegte Rattenbekämpfungsaktion angeordnet. Diese sollte kurzfristig Abhilfe schaffen.

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Achtung, Rattengift: Im ganzen Stadtteil Mettenhof wurden im November vergiftete Köder ausgelegt, um die Rattenpopulation zu verringern.

Quelle: Jennifer Ruske

Mettenhof. Wie man langfristig Ratten vertreibt, erläuterte Frank Festersen vom Ordnungsamt im Ortsbeirat Mettenhof. „Um eins vorweg zu sagen: Ratten sind kein Mettenhofer Problem“, erklärt der Amtsleiter. „Sie kommen in ganz Kiel zahlreich vor.“ Wie zahlreich, darüber gibt es keine Erkenntnisse. Bei vielen Menschen sind der Ekelfaktor und die Angst beim Anblick von Ratten groß. „Die Nager haben einen schlechten Ruf. Sie sind aber für die Gesundheit der Menschen nicht so gefährlich, wie mancher glauben mag“, erklärt er weiter. Und das ist eine positive Nachricht. Denn: Ganz ausrotten lassen sich Ratten nicht. Die Population lasse sich nur eindämmen – und das auch nur für einen Moment. „Was tatsächlich hilft, ist eine Rattenvermeidungs-Strategie“, sagt Festersen und erklärt weiter: „Wir Menschen dürfen den Nagern nicht den Tisch decken.“

 Das heißt, wir alle sollten überlegen, wie wir mit Müll und Lebensmitteln umgehen: Denn das weggeschmissene Pausenbrot, der angebissene Apfel, der im Gebüsch landet, Brotreste, mit denen Vögel und Enten gefüttert werden, Essensreste, die im Klo heruntergespült werden – all das sind „ gefundene Fressen“ für die Nager. Ebenso wie falsch befüllte Komposthaufen und offen stehende Bio- und Abfalltonnen. Einen guten Unterschlupf finden die Nager überdies in Bodendecker, die aufgrund der leichten Pflege vor vielen (Mehrfamilien-)Häusern wachsen. All das sorge dafür, dass sich Ratten auf Straßen, Wegen und Plätzen wohlfühlen – zum Entsetzen der Bewohner und zum Ärger der Müllmänner, denen die Tiere beim Leeren der Tonnen über die Füße huschen. „Wir klopfen schon immer mit einem Stock an die Tonne, bevor wir den Deckel öffnen“, erzählt eine Mettenhoferin und schüttelt sich.

 Alle Zuhörer im gut besuchten Bürgerhaus hoffen nun, dass die große Bekämpfungsaktion im November etwas gebracht hat. In dem Punkt aber kann Festersen keine Auskunft geben: „Wir haben keine Rückmeldungen.“ Dafür konnte er aus den Reihen der Zuhörer zahlreiche Meldung über Rattensichtungen mit ins Büro nehmen. „Die Verwaltung wird sich die Ecken genauer anschauen“, verspricht er. Später im Jahr soll eine Begehung mit dem Ortsbeirat folgen. Flyer zum Thema in anderen Sprachen herauszugeben ist eine weitere Idee, um alle Kieler über das Thema aufzuklären. „Letztendlich aber können wir nur an die Bürger appellieren, sich anders zu verhalten, um Ratten zu vertreiben“, sagt Festersen. „Denn wir haben genau so viele Ratten, wie wir sie anfüttern.“

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Infos gegen Ratten
Foto: In der Regel ein ungesehener Gast: Ratten vermehren sich immer dann besonders gut, wenn sie in leicht zugänglichem Müll reichlich Nahrung finden.

Der wichtigste Baustein des Kampfes der Landeshauptstadt Kiel gegen Ratten ist die Information der Bürger. Wenn die sich richtig mit den Nagern auseinandersetzen, sei schon viel gewonnen.

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