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Ein Treffpunkt für alle Generationen

Wochenmarkt in Mettenhof Ein Treffpunkt für alle Generationen

Auf dem Wochenmarkt treffen sich die Mettenhofer: Wenn die Marktbeschicker dienstags und freitags ihre Stände auf dem 1600 Quadratmeter großen Platz am Ende des Bergenrings aufbauen, dann stehen die kleinen und großen Stammkunden schon in den Startlöchern – wie Ursula Plies: „Der Einkauf hier gehört für mich einfach dazu.“

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Äpfel wollen Caroline (3), Maliesja (3), Lina (3), Ensar (2) und Mila (2, von links) kaufen: „Die sind lecker.“

Quelle: Jennifer Ruske

Mettenhof. Regelmäßig ist die 79-Jährige auf dem Markt anzutreffen. „Ich kenne das noch von meiner Mutter und Großmutter. Der Gang zum Wochenmarkt war bei uns immer üblich.“ Diese Tradition hält sie auch heute noch hoch. Prall gefüllt ist ihr „Hackenporsche“ nach dem üblichen Wochenmarkt-Einkauf mit Wurzeln, Kartoffeln und anderem Gemüse. „Das Mittagessen schmeckt mit den frischen Sachen gleich viel besser“, sagt die Seniorin strahlend. Sie liebt den kleinen Spaziergang zum Marktplatz genauso wie die kleinen Gespräche mit den Händlern.

 „In der Regel ist am Freitag immer mehr los“, sagt Martin Vollmer aus Postfeld, der Obst, Gemüse und Blumen aufgebaut hat. „Dann sind hier mehr Händler vor Ort und auch mehr Kunden.“ Vielleicht aber ist dann etwas weniger Zeit für einen gepflegten Klönschnack, wie ihn Kundin Christa Neumann und Eier-Verkäuferin Editha Brunkert halten. Man kennt sich seit Jahren. „Ich kaufe seit 1982 immer auf dem Wochenmarkt“, sagt die 78-jährige Christa Neumann. Nicht nur wegen des frischen Angebots, sondern auch der Kontakte wegen. „Im Supermarkt sucht man sich alles, was man braucht, aus den Regalen selbst zusammen und spricht höchstens mit der Kassiererin drei Worte – hier ist das anders“, sagt sie. Und lobt: „Es ist auch prima, dass der Markt fußläufig erreichbar ist, auch von den Senioreneinrichtungen im Stadtteil. Die Markttage locken einen regelmäßig raus aus den eigenen vier Wänden, zum Einkaufen und zum Schnacken.“ Früher hat sie mit Hans Brunkert ein paar Worte gewechselt, heute ist es seine Schwiegertochter Editha Brunkert, mit der sie beim Eier-Kauf klönt. „Ich habe den Wagen vor elf Jahren übernommen“, erzählt die Marktbeschickerin, die wie viele ihrer Kollegen bereits in zweiter Generation ihre Ware verkauft. „Mein Schwiegervater war von Anfang an auf dem Mettenhofer Markt dabei.“

 Seit 1969 gibt es den Wochenmarkt in Mettenhof, der erste fand am 19. August statt. „Der war heiß geliebt, denn das Angebot an Einkaufsmöglichkeiten im Stadtteil war in den Anfangsjahren nicht so groß“, erzählt eine alte Mettenhoferin. „Und auf dem Markt gab es so leckere, frische Sachen zu kaufen.“ Die locken auch heute noch die Kunden auf den Platz. Wie die Awo-Tagesmütter Maysam Hermiz, Lucie Mintel und Pranvera Gjoleka, die mit dem Nachwuchs, den sie betreuen, regelmäßig zum Markt kommen. „Das ist eine tolle Chance für die Kinder, die verschiedenen Lebensmittel kennenzulernen“, erzählen sie. Und die Lütten sind begeistert, wenn sie selbst Äpfel einkaufen dürfen. „Die sind nämlich lecker“, findet Lina (3).

 Auch Heidrun Martens schlendert zwischen den Ständen entlang. Sie nutzt ihren Urlaub zum Einkauf am Blumenstand von Angela Bargmann: „Die Erika haben mich gelockt“, sagt die Frau aus Stampe und lässt sich gleich vier Töpfe einpacken. „Danach geht es zum Einkaufen in die umliegenden Supermärkte“, erzählt sie. Blumen standen auch auf der Liste von Eberhard Bardenhop (71). „Ein Geschenk für eine gute Freundin“, sagt er und überreicht den Strauß mit großer Geste an Heidi Venker. Die Mettenhoferin nutzt ein paar freie Minuten, um im Startbüro am Kurt-Schumacher-Platz mit Nico Stegert einen Kaffee zu trinken und Neuigkeiten auszutauschen – mit bestem Blick auf das bunte Marktgeschehen. „Es gibt nicht ganz so viele nette Treffpunkte in Mettenhof“, sagt der 35-jährige Maurer. „Der Wochenmarkt ist daher immer eine tolle Anlaufstelle – nicht nur, um einzukaufen, sondern alleine, um alte Bekannte zu treffen.“

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