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Meyer gibt sich selbstbewusst

OB-Kandidat der CDU Meyer gibt sich selbstbewusst

Der Kandidat präsentierte sich im kleinen Raum des Friedrichsorter Sportheims selbstbewusst: Kiels früherer Stadtrat Gert Meyer (41), einziger Bewerber der CDU um das Oberbürgermeisteramt in der Direktwahl am 28. Oktober, gab bei der ersten Vorstellung als Parole „für Kiel ohne Wenn und Aber“ aus.

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Selbstbewusster CDU-Kandidat: Gert Meyer (41).

Quelle: Frank Peter

Kiel. Als erste Partei hat die SPD ihre OB-Kandidatin mit der „Zeit“-Redakteurin Susanne Gaschke gekürt. Sie soll Torsten Albig (SPD) folgen, der als Ministerpräsident in die Landesregierung wechselte. Wer dachte, dass der CDU-Kandidat, der am 24. August offiziell gewählt werden soll, sich jetzt auf die Favoritin in der SPD-Hochburg Kiel einschießt, lag daneben. Auf die Forderung eines ehemaligen CDU-Ratsmitglieds (92) („Wir müssen auf den Gegner einhauen“) folgte sofort Widerspruch. Er werde die anderen Kandidaten – neben Gaschke will der Landtagsfraktionsvize Andreas Tietze für die Grünen antreten – nicht angreifen, versicherte der gebürtige Kieler, allein mit Kompetenz überzeugen zu wollen: „Führung habe ich gelernt: Kommunizieren, koordinieren und entscheiden."

Für die Kieler SPD steckt die Suche nach Oberbürgermeister-Kandidaten voller Überraschungen. Zum ersten Mal treten mit Susanne Gaschke und Manuela Söller-Winkler zwei Frauen gegeneinander an. Es wird spannend am 11. August, wenn die Partei ihre Kandidatin kürt.

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Meyer, führte ihn Kreisvize Arno Witt vor etwa 30 Besuchern, meist CDU-Mitgliedern, ein, habe mit seiner großen kommunalpolitischen Erfahrung ein Plus gegenüber seinen Konkurrenten. Gelernter Buchhändler, danach ein Studium als Diplom-Betriebswirt, anschließend Projektleiter in einem Telekommunikationsunternehmen, die vergangenen sechs Jahre Kämmerer und Stadtrat für Kultur, Abfallwirtschaft sowie Ordnung und Bürgerangelegenheiten. Damit habe er die Verantwortung für 1800 der etwa 4500 städtischen Mitarbeiter gehabt, sagte er und umriss die Stationen seines politischen ehrenamtlichen Werdegangs: 13 Jahre Vorsitzender des Ortsverbandes Mettenhof/Hasseldieksdamm, zehn Jahre in der Ratsversammlung, am Ende als Fraktionschef.

Er wisse, wo seine Heimatstadt der Schuh drücke, versprach der Vater eines Sohnes, sich für die Verbesserung der Bildungs- und Betreuungssituation ebenso einzusetzen wie für die Stärkung des Wirtschaftsstandorts und eine attraktive Gestaltung der Lebensbedingungen. Kiel sei eine wachsende Stadt. „Wirtschaftspolitik ist Chefsache“, grenzte er sich gegen die SPD ab, die wieder ein Wirtschaftsdezernat besetzen will. Klare Aussagen auch zum Airpark, wo er Chancen auf hochqualifizierte Arbeitplätze sieht, zur StadtRegionalBahn („wünschenswert, aber derzeit nicht realistisch“) und zum Zentralbad: Das halte er für wichtiger als den Kleinen-Kiel-Kanal, sagt er unter Applaus. Ob er das B-Orchester zu A aufwerten wolle? Finanziell sei das ein zu großer Sprung, wehrte der ehemalige Kämmerer ab.

Seine Amtsführung versteht er zuallererst als Chef der Verwaltung und nicht als Oberbürgermeister nur einer Partei. Die Parteimitglieder, die Meyer am 24. August offiziell küren sollen, waren mehr als zufrieden mit seinen Antworten. Meyer bringe das Rüstzeug für das OB-Amt mit und habe das den beiden anderen Kandidaten voraus, lobte Ratsherr Wolfgang Homeyer. CDU-Kreisvorsitzender Thomas Stritzl sieht das genauso: Der Wähler könne die klare Entscheidung zwischen Amts- und Ratserfahrung auf der einen Seite und Nichtkenntnissen auf der anderen treffen.

Gert Meyer stellt sich am Donnerstag um 19 Uhr, im Hotel Reimers, Dorfstraße 2, vor. Der Offene Kanal sendet ebenfalls heute die Aufzeichnung der ersten Vorstellung um 13 und 20 Uhr.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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