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Meyer kämpft für ein sicheres Friedrichsort

Oberbürgermeisterwahl in Kiel Meyer kämpft für ein sicheres Friedrichsort

Leerstände in der Haupteinkaufsstraße, Einbrüche und Raubüberfälle versetzen Friedrichsort in erhöhte Alarmbereitschaft. Kiels Oberbürgermeister-Kandidat Gert Meyer (CDU) traf am Donnerstag betroffene Kaufleute - und sagte ihnen im Kampf gegen die Kriminalität seine Unterstützung zu.

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„Leerstände sind kontraproduktiv“, sagte der HGV-Vorsitzende Peter Scholtysik (re.) dem OB-Kandidaten Gert Meyer.

Quelle: Paesler

Kiel. „Ich bringe Ihnen 20 Betroffene zusammen, die aus erster Hand berichten, was hier geschieht“, sagte Fried Schule, Mitinhaber der Parfümerie Arja. Längst gehe es nicht mehr um Jugendliche, sondern um organisierte Banden junger Männer zwischen 20 und 30 Jahren. „Die gehen inzwischen mit offenem Visier vor. Das hat eine neue Dimension erreicht.“ Der Friedrichsorter Kaufmann wandte sich an Gert Meyer, den OB-Kandidaten der CDU. Donnerstag war Zeit für einen Ortstermin.

„Wir dürfen auf keinen Fall unsere Stadtteile vergessen, die noch nicht abgerutscht sind“, sagte Meyer. Friedrichsort sei attraktiv und habe ein Einzugsgebiet, das weit über die Stadtgrenzen hinausreiche. Umso bitterer sei es zu bewerten, wenn sich die Menschen von der Polizei im Stich gelassen fühlen. Hauke und Sonja Harder, seit einem Jahr Inhaber der Buchhandlung Almut Schmidt, erzählten davon, dass sie in ihrer kurzen Zeit bereits zwei versuchte und einen vollendeten Einbruch zu verzeichnen haben. „Eine einzige Streife für den Bereich Kiel-Nord? Da fühlt man sich doch verhohnepipelt“, sagte der Buchhändler Harder. Mit Statistiken, dass angeblich alles nicht so dramatisch ist, lasse er sich nicht abspeisen.

Im neuen Weinladen Morandi hört Meyer davon, dass Jugendliche nachts vis-à-vis schon mal 20 Minuten lang mit Baseballschlägern auf eine Telefonzelle eindreschen, um Geld herauszubekommen. Und die Polizei steige noch nicht einmal aus dem Auto, obwohl sich die Vandalen hinter einer Hecke versteckt halten. Meyer sagte den Kaufleuten seine volle Unterstützung zu. „Als Oberbürgermeister hätte ich ganz andere Möglichkeiten, mit dem Innenminister in Kontakt zu kommen und ihn auf diese Zustände aufmerksam zu machen.“ Zwar habe das Rathaus keinen direkten Einfluss auf die Polizei. „Es muss aber darum gehen, Polizei, Gewerbetreibende und Verwaltung an einen Tisch zu bekommen und dieses Pingpong-Spiel der unterschiedlichen Zuständigkeiten zu beenden. Dass wir hier ein Sicherheitsproblem haben, ist offensichtlich.“

Friedrichsort dürfe keinesfalls in einen negativen Sog geraten, stellte Peter Scholtysik fest, der Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins. Im Ortszentrum mit seinem neuen alten Leuchtturm sei so etwas wie Aufbruchstimmung zu verspüren. Dass acht Geschäfte in der Friedrichsorter Straße leerstehen, sei kontraproduktiv. „Banken, Friseure, Dönerläden und Bäcker haben wir zu viele. Was uns fehlt, sind Boutiquen.“ Aus eigener Erfahrung wisse er, dass mancher Vermieter durchaus über gestaffelte Konditionen mit sich reden lässt. Was die Stadt ihrerseits für die Rahmenbedingungen tun kann? „Sie könnte Parkbuchten schaffen und die Friedrichsorter Straße zur Einbahnstraße machen.“ Wichtig sei aber vor allem, die Aufmerksamkeit wieder auf diesen Stadtteil zu lenken. Gert Meyer nickte. Die Mittel über das Integrierte Stadtentwicklungskonzept seien dafür ein Hebel. Zwischen Friedrichsort und Holtenau müsse wieder eine Verbindung hergestellt werden. „Das Entscheidende ist, dass Friedrichsort eine Perspektive behält.“

Bei der Polizei ist die Problematik um Kriminalität bekannt. „Wir haben den Stadtteil im Blick“, versicherte Sprecher Bernd Triphahn. In der Nacht zu Donnerstag seien nach einem Einbruch in ein Bekleidungsgeschäft zwei mutmaßliche Täter verhaftet worden – ein weiterer sei bekannt, aber noch auf der Flucht. Es werde geprüft, ob die Männer auch für andere Delikte in Frage kommen. „Wir sind weiterhin mit erhöhter Präsenz im Stadtteil unterwegs.“

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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