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Kieler Kurden klagen Erdogan an

Militäraktion in Cizre Kieler Kurden klagen Erdogan an

Sie sind aufgebracht und wütend: „Nato finanziert, Erdogan bombardiert“ skandieren rund 60 Kieler Kurden, die am Montagnachmittag mit Transparenten durch die Innenstadt ziehen und sich vor dem Gebäude der Kieler Nachrichten versammeln. Sie wollen mit Redakteuren der KN über die Lage in der Türkei sprechen.

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 Bei einer Demonstration wollten Kurden auf die Lage in der Türkei aufmerksam machen.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Im Gespräch mit Redakteuren beschuldigen die Demonstranten den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan, im türkisch-syrischen Grenzgebiet Krieg gegen die kurdische Zivilbevölkerung zu führen. In der türkischen Stadt Cizre habe es ein regelrechtes Gemetzel gegeben.

 In Folge der schon länger andauernden Militäraktion hätten bereits 200000 Menschen die Region verlassen, berichtet Sahin Akkoyan vom Deutsch-Kurdischen Verein. „Schon jetzt ist es dort schlimmer als in Aleppo. Wenn sich die Lage weiter zuspitzt, werden künftig auch viele Menschen aus den kurdischen Gebieten der Türkei nach Europa kommen.“ Die Bundesregierung und die EU müssten Erdogan in die Schranken weisen: „Es kann und darf nicht sein, dass mit Nato-Waffen auf Zivilisten geschossen wird.“

 In der zwischen türkischen Regierungstruppen und kurdischen Milizen umkämpften Stadt Cizre hatte es in der Nacht zum Montag zahlreiche Todesopfer gegeben – die Angaben schwanken zwischen zehn und 60. Die Menschen hatten sich in einem Keller verschanzt. Laut offiziellen türkischen Militärkreisen soll es sich bei den Getöteten ausschließlich um „neutralisierte“ Kämpfer der militärischen Kurdenorganisation PKK handeln. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hingegen spricht von bisher mindestens 150 toten Zivilisten.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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