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Millimeterarbeit am Wasserturm

Ravensberg Millimeterarbeit am Wasserturm

Ein Glasaufzug der Superlative sorgte am Kieler Wasserturm für einen spektakulären Einsatz. Elf Mitarbeiter und zwei Kräne hoben die drei vorgefertigten Glaselemente in den 32 Meter langen Schacht. Der rundum trommelverglaste Lift der Kieler Firma Prey ist der höchste freistehende Aufzugsglasschacht dieser Art in Schleswig-Holstein.

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Glücklicherweise war es absolut windstill, als der Kran das tonnenschwere Element in Richtung Ravensberger Wasserturm bewegte.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Mit 1,6 Metern pro Sekunde wird er die neuen Bewohner des Wasserturmes, in dem derzeit über 30 Eigentumswohnungen entstehen, in ihre Stockwerke bringen.

Mitarbeiter auf der Baustelle, Anwohner und zukünftige Turmbewohner staunten nicht schlecht, als das über zwölf Meter lange erste Aufzugssegment kerzengerade und zum Glück bei Windstille über die Baumkronen schwebte. „Die einzelnen Scheiben sind etwas über vier Meter lang. Die Stützen haben wir auf Wunsch der Architekten innen angebracht. Dadurch ist der Aufzug filigraner, aber auch schwieriger einzubauen, denn das Glas könnte beim Anheben brechen“, erklärte Geschäftsführer Thomas Prey. Eine extra montierte Stabilisierung für den Transport und die langwierigen Vorbereitungen in der Firma gaben ihm Sicherheit. „Ich weiß, dass nichts kaputt geht und hoffe dazu“, erklärte er, bevor der Kran angesetzt wurde.

 Ein Dreivierteljahr und rund 2000 Arbeitsstunden hat die Kieler Aufzugsfirma mit dem Bau der Konstruktion verbracht. Bis zu 7,3 Tonnen wiegt das schwerste der drei Elemente. „Wir sind im Grenzbereich. Nicht nur, was die Konstruktionsleistung betrifft, sondern auch die Kraft der Kräne“, so Prey weiter. Auch Bauleiter Stephan Ehmann ist von dem Projekt beeindruckt. „Die Kräne sind zu hundert Prozent ausgelastet“, sagte er.

 Eine knappe Stunde dauerte es, die Konstruktion vom Laster zunächst senkrecht in die Luft zu heben und dann in den Wasserturm zu manövrieren. Millimeterarbeit. Die Erleichterung stand Prey ins Gesicht geschrieben, als das erste Segment im Schacht verankert war. „Seid ihr sicher, dass wir das richtige Element reingebracht haben?“, scherzte er mit seinen Mitarbeitern. Neben den Schachtelementen mussten noch die vier Meter hohe und ebenfalls voll verglaste Aufzugskabine sowie ein drei Tonnen schweres Gegengewicht im Turm platziert werden.

 Der maximal transparente Aufzug soll den besten Blick auf die Architektur, die dem alten Charme des Turmes nachempfunden wurde, ermöglichen. Durch die Vollverglasung der Schachtkopfdecke und des Maschinenraums können Bewohner und Besucher zusätzlich direkt von der Kanzel nach unten durch den Schacht blicken.

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