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Millimeterarbeit für neue Aida

Schleuse Millimeterarbeit für neue Aida

Wie bekommt man eine 42 Meter breite Schiffssektion in eine Schleuse, deren Nutzbreite ebenfalls bei 42 Metern liegt? Antwort: Mit viel Vorbereitung am Simulator, zwei guten Schleppern und Kieler Lotsen.

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Wie bekommt man eine 42 Meter breite Schiffssektion in eine Schleuse, deren Nutzbreite ebenfalls bei 42 Metern liegt? Antwort: Mit viel Vorbereitung am Simulator, zwei guten Schleppern und Kieler Lotsen.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Der niederländische Schlepper „Multratug 4“ und der deutsche Schlepper „Bugsier 6“ zogen am Sonntag die LNG-Tank-Sektion des neuen Kreuzfahrtschiffes „Aidanova“ in nur einer Stunde sicher durch die Holtenauer Nordschleuse. Das Manöver war vorher zusammen mit der Schlepperreederei Bugsier und der Firma Nautitec aus Leer simuliert worden. In Abstimmung mit der Kieler Schiffsmaklerei Sartori & Berger wurde die Durchfahrt durch Schleswig-Holstein vorbereitet.

Um kurz vor 8 Uhr startete die knapp 100 Kilometer lange Kanal-Fahrt von Kiel nach Brunsbüttel. Gegen Mittag soll Rendsburg passiert und am späten Nachmittag Brunsbüttel erreicht werden. Der Schleppverband ist mit einer Geschwindigkeit von zwölf Kilometern in der Stunde unterwegs. Die 6200 Tonnen schwere Sektion wird dabei von dem niederländischen Schlepper „Multratug 4“ mit seinen beiden MaK-Motoren des Typs 8M25 mit zusammen 7200 PS gezogen. Am Heck schiebt der Hamburger Steuerschlepper „Bugsier 6“.

Es ist handelt sich dabei um das zweite Rumpfteil der neuen „Aidanova“. In dem vier Decks hohen Bauteil befinden sich die drei LNG Tanks des Neubaus. Sie sollen später das verflüssigte Erdgas als Treibstoff aufnehmen. Zwei der Tanks haben jeweils eine Länge von knapp 35 Metern, einen Durchmesser von acht Metern und ein Fassungsvolumen von je 1.550 Kubikmetern.
Ein dritter, kleinerer Tank mit einem Durchmesser von fünf Metern ist 28 Meter lang und hat ein Fassungsvolumen von etwa 520 Kubikmetern. Bei einer Füllung soll das Kreuzfahrtschiff damit 14 Tage fahren können.

Die Tanksektion und die zuvor im Oktober überführte Maschinenraumsektion wurden bei der Neptun Werft in Rostock gebaut und sollen bei der Meyer Werft in Papenburg jetzt mit den übrigen Blöcken des Neubaus verschweißt werden. Die Reederei Aida Cruises stärkt mit dem Bau der Maschinenraum-Module auf der Neptun Werft in Rostock sowie der Investition in die vier Dual-Fuel Motoren von Caterpillar die regionale Zusammenarbeit und ist zugleich ein wichtiger Treiber der lokalen Wirtschaft. Mehr als 500 Werftmitarbeiter sowie 500 externe Angestellte von weiteren Dienstleistern sind derzeit auf der Neptun Werft beschäftigt. Hinzu kommen 120 Mitarbeiter von Caterpillar, die die Motoren in Rostock montierten und in Kiel entwickelt haben. Insgesamt investiert die Reederei fast eine Milliarde Euro in den Neubau.

In einem Jahr soll der Neubau als Flaggschiff der Reederei Aida am 2. Dezember zur Jungfernfahrt von Hamburg zu den Kanarischen Inseln auslaufen. Die „Aidanova“ wird das erste Kreuzfahrtschiff sein, dass einen Antrieb aus vier Dual-Fuel-Motoren des Typs MaK M46C, die überwiegend mit verflüssigtem Erdgas (LNG) angetrieben werden. Damit gehört dieses Schiff dann zur neuesten und umweltfreundlichsten Generation von Kreuzfahrtschiffen auf der Welt.

Sechs weitere Schiffe dieses Typs sind für verschiedene Reedereien der Carnival-Gruppe bei der Meyer Werft in Papenburg sowie in Turku bestellt. Sie sollen für die Reedereien Costa, P&O und Carnival in Fahrt kommen.
Die Indienststellung des baugleichen Schwesterschiffes für Aida ist im Frühjahr 2021 geplant. Diese Schiffe sind mit einer Größe von mehr als 180.000 BRZ und rund 2.600 Kabinen für bis zu 6000 Passagiere ausgelegt.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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