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Minarett-Bau beginnt noch diesen Monat

Kiel-Gaarden Minarett-Bau beginnt noch diesen Monat

Eigentlich wollte der Verein der Moschee „Ulu Camii“ (Große Moschee) in der Elisabethstraße 6 in Kiel-Gaarden schon vor drei Jahren sein Minarett errichtet haben. Erst jetzt allerdings sind laut Mustafa Bayraktar, dem Vorsitzenden des Moscheevereins, „alle Hürden beseitigt“. Am 29. April soll der erste Spatenstich getan werden, etwa vier Monate später könnte alles fertig sein.

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In ähnlicher Form bald auch dem Ostufer zu sehen: Das Minarett im Zentrum von Kiels Partnerstadt Hatay.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. 1983 gründete der Verein seine erste Moschee im Königsweg, zog 1990 in die Alte Lübecker Chaussee um und schließlich 2005 in die Elisabethstraße. Seither empfängt die Gemeinde, die sich stark am interreligiösen Dialog beteiligt, immer wieder Besucher, die meist überrascht sind von dem liebevoll eingerichteten Gotteshaus, das sich in dem äußerlich sehr nüchtern daherkommenden ehemaligen Gewerbebau verbirgt.

 „Wir wollen von außen sichtbarer werden“, erläutert Bayraktar den Sinn des Minaretts, das begehbar sein wird und eine Höhe von 24 Metern über dem Niveau der Werftstraße erreicht. Verzögert hat sich das Projekt nicht zuletzt, weil komplett umgeplant werden musste. Aus Kostengründen wurde die ursprünglich vorgesehene Stahlbauweise fallengelassen, stattdessen gibt es jetzt für voraussichtlich 60000 bis 65000 Euro eine gemauerte, ausschließlich über Spenden finanzierte Version.

 Der Ortsbeirat Gaarden nahm die Nachricht vom Minarett-Bau ohne Diskussion und zustimmend zur Kenntnis. Grund: Bereits im Jahr 2011 wurden die Pläne ausführlich vorgestellt und diskutiert, geändert hat sich daran abgesehen vom Baumaterial nichts. Dies gilt auch für den Gebetsruf, den die islamische Gemeinde einmal täglich zur Mittagszeit erschallen lassen will. Rechtlich zulässig wäre das auch für alle weiteren vier Gebete am Tag, denn für den Ruf des Muezzin gelten dieselben Regeln wie für Kirchenglocken.

 Kooperativ zeigte sich die Gemeinde auch schon, als es um die ursprünglich geplante Turmhöhe von 27 Metern ging. Die Stadt hatte sich ebenfalls bereits 2011 für 24 Meter ausgesprochen, was bereitwillig akzeptiert wurde. Baurechtlich war und ist der Fall abgesehen von diesem Detail ohnehin sehr klar. Nach dem in diesem Gebiet greifenden Gesetz muss ein Vorhaben dann genehmigt werden, wenn es sich „nach Art und Maß der baulichen Nutzung in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt“. Über die Art der Nutzung kann schon wegen der grundgesetzlich garantierten Religionsfreiheit nicht gestritten werden, und das Maß wurde nach oben tatsächlich begrenzt.

 Das hat durchaus auch einen symbolischen Aspekt, denn in Gaarden werden weiterhin die christlichen Kirchen die physische Hoheit über das Minarett behalten: Der Turm der St. Johannes-Kirche mit 29 Meter, an der St. Matthäus-Kirche sind es 33 und die katholische St. Josef-Kirche bringt es auf 28 Meter.

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