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Ex-Olympia-Schwimmtrainer erneut vor Gericht

Missbrauchsvorwurf Ex-Olympia-Schwimmtrainer erneut vor Gericht

Rund vier Jahre nach dem ersten Anlauf ging ein Missbrauchs-Verfahren gegen einen früheren Olympia-Schwimmtrainer am Montag in die nächste Runde. Das Kieler Landgericht wird den Fall in einem Berufungsverfahren neu aufrollen.

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Vor dem Landgericht Kiel muss sich ein Ex-Olympia-Schwimmtrainer verantworten.

Quelle: dpa

Kiel. Rund vier Jahre nach dem ersten Missbrauchs-Prozess steht ein früherer Olympia-Schwimmtrainer seit Montag erneut vor Gericht. Der 44-Jährige soll sich von 2004 bis 2006 an einer von ihm betreuten jungen Sportlerin 18 mal sexuell vergangen und dabei das Abhängigkeitsverhältnis ausgenutzt haben. Die Anklage lautet auf schweren sexuellen Missbrauch.

Zum Prozessauftakt kündigte der 44-Jährige über seine beiden Verteidiger an, er werde sich weder zur Person noch zu den Vorwürfen äußern. Neben ihm auf der Anklagebank nahm auch seine sichtbar schwangere Ehefrau Platz. Sie musste sich kurz darauf intimste Details der Anklagevorwürfe anhören.

Demnach verging sich der Angeklagte erstmals während eines gemeinsamen Urlaubs auf Kreta an seiner damals 16-jährigen und sexuell völlig unerfahrenen Schwimmschülerin. Bis zu neun Mal pro Woche trainierte er die junge Frau und bestimmte ihr Leben laut Anklage bis in die Essenspläne. Zu den Übergriffen kam es demnach auch in seiner Wohnung, in einem Berliner Hotel, einer Umkleidekabine im Ostseebad Scharbeutz und im Auto. Dabei soll der Angeklagte das Weinen und die Schmerzen des Mädchens bewusst ignoriert haben.

Das Kieler Amtsgericht sprach den Schwimmtrainer Ende 2013 frei. Es sei nicht auszuschließen, dass die junge Frau die sexuellen Handlungen im Zuge einer Therapie umgedeutet habe. Sie hatte den Mann 2009 angezeigt. Gegen den Freispruch legten Staatsanwaltschaft und auch das mutmaßliche Opfer Berufung ein.

Die junge Frau wurde am Montag erneut als Zeugin befragt. Wie schon in den ersten beiden Runden war die Öffentlichkeit zum Schutz ihrer Persönlichkeitsrechte und ihrer Intimsphäre ausgeschlossen. Das Kieler Landgericht hat für das Berufungsverfahren zwölf Verhandlungstage bis zum 22. Dezember vorgesehen. Der nächste Termin ist der 20. September (09.00 Uhr).

Ein erste Anlauf war Ende 2012 kurz vor dem Urteil geplatzt, weil das Schöffengericht dem Antrag der Verteidigung auf ein Glaubwürdigkeitsgutachten stattgab.

Für den Sportwissenschaftler bedeutete das Verfahren das Aus als Schwimmtrainer. Sein damaliger Verein kündigte ihm fristlos. Wären die Vorwürfe früher bekanntgewesen, hätte er schon nicht mit zu den Olympischen Spielen 2012 fahren dürfen, hieß es.

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Das Missbrauchs-Verfahren gegen einen früheren Olympia-Schimmtrainer geht in die dritte Runde. Die Anklage habe gegen den Freispruch durch das Kieler Amtsgericht Berufung eingelegt, bestätigte Staatsanwältin Barbara Gradl-Matusek am Montag. Nun muss sich das Kieler Landgericht mit dem Fall befassen.

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