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Mit 40 rückt der Ruhestand näher

Forschungsschiff „Poseidon“ Mit 40 rückt der Ruhestand näher

Geburtstagsempfang im Heimathafen: Das Forschungsschiff „Poseidon“ hat nach vielen Monaten wieder am Kai des Geomar-Zentrums für Ozeanforschung angelegt, wo es heute seinen 40. Geburtstag feiert.

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Die „Poseidon“ ist ein schwimmendes Forschungslabor: Die Wissenschaftler von Geomar haben ihr „Arbeitspferd“ liebgewonnen.

Quelle: WND-Team

Kiel. Viele dem Schiff verbundene Wissenschaftler gratulieren der „alten Dame“ der deutschen Meeresforschung bei einem Empfang an der Pier des Kieler Seefischmarktes, erklärte Geomar.

Egal, ob vor den eisigen Küsten von Spitzbergen oder in den warmen Fluten des Mittelmeers, auf der Suche nach Tiefseevulkanen oder Kaltwasserkorallen – die „Poseidon“ war immer ein schwimmendes Forschungslabor, das allen Disziplinen der Meereswissenschaften eine zuverlässige und vielseitig einsetzbare Arbeitsplattform bot. Mehr als 500 Einsätze hat das Schiff hinter sich, das Dr. Klas Lackschewitz, Schiffskoordinator am Geomar, daher als „echtes Arbeitspferd“ bezeichnet. Viele Kollegen hätten über die Jahre eine sehr enge Bindung zu dem Schiff aufgebaut.

 Die Schichau Unterweser AG in Bremerhaven baute die „Poseidon“ von 1974 bis 1976 für das damalige Kieler Institut für Meereskunde (heute Geomar). Das Bundesministerium für Forschung und Technologie übernahm 90 Prozent der Investitionskosten, zehn Prozent trug das Land Schleswig-Holstein. Zunächst war das Schiff vor allem in der Nord- und Ostsee unterwegs, bis es zu Beginn der 80er-Jahre für Forschungen im Tiefseebereich des Atlantiks umgerüstet wurde: Es erhielt dafür eine Vielzahl von Kränen und Winden sowie eine Fächerecholotanlage, um den Meeresboden zu vermessen. Insgesamt vier Laborräume stehen den Wissenschaftlern an Bord zur Verfügung. „Über die Jahre wurde die Ausrüstung immer wieder modernisiert und an die neuesten technischen Entwicklungen angepasst“, erklärt der Schiffskoordinator.

 In der jüngeren Vergangenheit operierte das Schiff fast ausschließlich im Nordatlantik, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. Mittlerweile hat es knapp 370000 Seemeilen (circa 685000 Kilometer) im Dienst der Forschung zurückgelegt.

 Allerdings gehen die Jahre auch an dem „Arbeitspferd“ nicht spurlos vorbei. Seine Tage werden Ende 2019 gezählt sein. „Um zu gewährleisten, dass modernste Techniken und Geräte auf der ,Poseidon’ eingesetzt werden können, sind immer höhere Investitionen notwendig. Deshalb waren wir sehr glücklich, als das Bundesforschungsministerium im vergangenen Jahr einen Forschungsschiff-Neubau bis 2020 zugesagt hat. Das neue Schiff soll dann die ,Poseidon’ und die 30 Jahre alte ,Meteor’ ersetzen und wieder in Kiel beheimatet sein“, sagt Geomar-Direktor Prof. Peter Herzig. Schon in zwei Tagen läuft die alte „Poseidon“ unter Fahrtleitung der Universität Kiel zu ihrer mittlerweile 504. Expedition aus. Sie führt in die Nordsee, wo mit dem Unterwasserroboter des Geomar unter anderem Methanaustritte am Meeresboden untersucht werden sollen.

 Am 11. Oktober hat dann auch die Öffentlichkeit die Gelegenheit, die „Poseidon“ zu besichtigen. Anlässlich des Geburtstages und des Wissenschaftsjahres „Meere und Ozeane" findet in Kiel ein Open Ship statt.

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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