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Immer weniger Waffen in Kiel

Mit Grafik Immer weniger Waffen in Kiel

Ob Revolver, Pistolen oder Gewehre: In Kiel gibt es immer weniger Waffen. Das geht jetzt aus dem Kontrollbericht der zuständigen Behörde im Ordnungsamt hervor. Demnach sind aktuelle 1204 Waffenbesitzer erfasst, 2013 waren es noch 1415.

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In Kiel ist die Zahl der Waffenbesitzer zurückgegangen.

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Kiel. In der Mehrzahl handelt es sich um Jagd- und Sportschützen, aber auch Sammler sind registriert. Die Stadt überprüft regelmäßig, ob die Schusswaffen sicher aufbewahrt werden.

Nach dem Amoklauf von Winnenden 2009 hat der Bund das Waffengesetz verschärft. Demnach haben die Waffenbehörden der Länder die sichere Aufbewahrung zu kontrollieren. Per Gesetz müssen Gewehre, Pistolen oder Revolver in speziell gesicherten Schränken oder Tresoren verwahrt werden – getrennt von der Munition. Somit soll verhindert werden, dass sie in falsche Hände geraten oder bei Einbrüchen abhanden kommen. Wer eine Waffe besitzt, ist verpflichtet, der Behörde für eine Kontrolle Zutritt zu seinen Räumen zu gestatten. 

In Kiel suchten die Mitarbeiter bis 2013 alle Waffenbesitzer auf und überprüften, wie sie ihr Schussgerät gelagert hatten. Dabei fanden sie teilweise haarsträubende Zustände vor und mussten sich fadenscheinige Ausreden anhören: „Vielen fehlte die nötige Einsicht für die Bedeutung der korrekten Waffenaufbewahrung“, sagte Arne Ivers vom städtischen Presseamt. Von den Besitzern gab es Bemerkungen, wie „ich habe gar keine Munition – ich könnte die Waffe ja nur noch werfen“, „die Waffe hängt zwei Meter hoch an der Wand – da kommt ganz sicher niemand heran“, „ich habe die Waffe seit 40 Jahren und niemanden damit umgebracht – was wollen Sie überhaupt?“ oder „die Waffe ist ganz sicher verwahrt – ich finde sie im Moment selbst nicht“. Bis 2013 haben 843 Kieler ihren Waffenbesitz aufgegeben. In 1100 Fällen war die Aufbewahrung vorbildlich.


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Bis zum März 2012 gab es noch 2631 Waffenbesitzer in Kiel. Doch dann sank die Zahl rapide auf 1415 im Dezember 2013 ab. Die Stadt hat dafür zwei Erklärungen: „Zum einen wurden die Altbestände im System bereinigt. Zum anderen haben sich viele Kieler gemeldet, die noch Waffen hatten und sie schnell loswerden wollten“, sagte Ivers. Einen ähnlichen Grund dürfte auch der letzte Rückgang auf 1204 Waffenbesitzer Ende 2015 haben.

2014 kontrollierte die Stadt 142 Besitzer. In 14 Fällen gab es Beanstandungen. Drei Kieler gaben ihre Waffen ab. In den übrigen Fällen rüsteten sie die Schränke nach oder beschafften sich neue. „Auch das wurde von den Kollegen überwacht“, sagte Ivers. Im vergangenen Jahr gab es 102 Besuche, bei denen die Waffenbehörde acht Beanstandungen aussprach. Das führt dazu, dass fünf Kieler ihren Besitz aufgaben und drei ihre Sicherheitsausstattung nachrüsteten. „Im Gegensatz zu früheren Jahren wurden 2014 und 2015 keine gänzlich ungesicherten Waffen mehr vorgefunden“, so Ivers. Insgesamt ließe sich feststellen, dass die Aufbewahrungsvorschriften seitens der Waffenbesitzer akzeptiert würden. „Der Sinn der hohen Anforderungen an die Aufbewahrung wird nicht in Zweifel gezogen“, sagte der Sprecher, der betonte, dass weiter kontrolliert werde.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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