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Zahl der Straftaten in Kiel gestiegen

Mit Grafiken Zahl der Straftaten in Kiel gestiegen

Die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten in Kiel ist 2015 mit 26078 Fällen um 6,9 Prozent (+1698) im zweiten Jahr in Folge angestiegen. Allein 926 Diebstählen aus Wohnungen und Häusern zählten die Beamten. Das sind 18,9 Prozent mehr als 2014 (779).

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Die Polizeiliche Kriminalstatistik belegt: Es gab in Kiel im Jahr 2015 deutlich mehr Einbrüche als 2014.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Bei der Kriminalitätsbelastung liegt Kiel laut der jetzt vorgelegten Kriminalstatistik mit einer Häufigkeitszahl (Fälle pro 100000 Einwohner) von 10725 im Vergleich der kreisfreien Städte Schleswig-Holsteins auf Platz drei. Die Landeshauptstadt rangiert hinter Neumünster und Flensburg, aber vor Lübeck. Insgesamt hat sich die Zahl der Straftaten in Kiel in den vergangenen zehn Jahren um 18,75 Prozent reduziert. Landesweit verzeichnete die Polizei im gleichen Zeitraum einen Rückgang um 16,4 Prozent.

Bei der Deliktsverteilung (siehe Grafik) stellen die Diebstähle mit 52 Prozent über die Hälfte der bekannt gewordenen Straftaten. 12,77 Prozent waren Vermögens- und Fälschungsdelikte, also Betrug, Veruntreuung, Geldfälschung, Unterschlagung, Urkundenfälschung und das Erschleichen von Leistungen. 12,60 Prozent aller Fälle waren Rohheitsdelikte. Von den insgesamt 26078 bekannten Straftaten hat die Polizei 12221 aufgeklärt. Damit ist die Quote mit 46,9 Prozent leicht besser als im Vorjahr mit 46,7 Prozent, liegt aber unter dem Landesdurchschnitt von 52,1 Prozent.

Diebstähle:

Die Zahl der Diebstähle ist auf 13549 (2014: 12020) gestiegen. Mit 926 (2014: 779) Fällen gab es deutlich mehr Einbrüche. In den Vorjahren ist es oft nur bei einem Versuch geblieben, weil die Täter nicht schnell genug in Häuser und Wohnungen kamen, da diese gut gesichert waren. Im vergangenen Jahr ließen sich die Einbrecher davon offensichtlich nicht abschrecken oder wählten schwach geschützte Häuser. Diesen Trend beobachtet die Polizei landes- und bundesweit, wo die Zahlen ebenfalls in die Höhe gingen. Besonders im Visier haben die Beamten überregional agierende Banden, die entlang der Hauptverkehrsadern wie Autobahnen und Bundesstraßen zuschlagen, um schnell flüchten zu können. Dem setzt die Polizei ihr Konzept gegen den Wohnungseinbruchsdiebstahl mit vielen Kontrollen an Ausfallstraßen und der akribischen Tatortarbeit entgegen. In Kiel kam bei der Verfolgung sogar ein Hubschrauber der Bundespolizei mit Wärmebildkamera zum Einsatz. So sei es laut Polizei gelungen, mehrere Tatverdächtige festzunehmen und in Haft zu bringen. 

Mit 3128 geklauten Fahrrädern hat sich Kiel im vergangenen Jahr (2014: 2235) zur Hochburg der Diebe entwickelt. Der Gesamtschaden beläuft sich auf 1287015 Euro.


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Rohheitsdelikte:

Unter Rohheitsdelikten fasst die Polizei einfache Körperverletzungen, schwere und gefährliche Körperverletzungen und Raub zusammen. Die Zahlen sind laut Statistik (siehe Grafik) seit Jahren rückläufig und auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Wie die Polizei sagte, zeige sich bei diesen Entwicklungen, dass die Sicherheit auf den öffentlichen Straßen in den vergangenen Jahren weiter zugenommen habe.

2015 gab es drei "Straftaten gegen das Leben", im Vorjahr waren es sieben.

Rauschgiftkriminalität:

Die Zahl der Drogentoten hat sich mit 14 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Auch die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und die Fälle der Beschaffungskriminalität (Diebstähle zum Erlangen von Drogen) sind von 874 im Jahr 2014 auf 930 im vergangenen Jahr gestiegen. Allgemein beobachtet die Polizei eine Tendenz weg von Heroin und Kokain hin zu Amphetaminderivaten wie Ecstasy. Bei der Rauschgiftkriminalität handelt es sich um ein Kontrolldelikt. Statistische Schwankungen führen die Beamten auf den Verfolgungsdruck zurück – je mehr sie kontrollieren, desto mehr Fälle kommen ans Licht.

Brandstiftung:

Von 61 im Jahr 2014 auf 123 im vergangenen Jahr ist die Zahl der Brandstiftungen extrem in die Höhe gegangen. Das liegt zum einen an der Serie auf dem Kieler Ostufer, die bis heute nicht aufgeklärt ist. In der Zahl enthalten sind aber auch zwei Serien von Pkw-Bränden (etwa 50 Fahrzeuge in Dietrichsdorf und Mettenhof). Drei Täter sind inzwischen zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Spektakulär war der Großbrand einen Döner-Ladens an der Feldstraße. Brandstifter und Auftraggeber sitzen ebenfalls im Gefängnis.

Tatverdächtige:

Die Polizei hat 8798 Tatverdächtige ermittelt und damit 740 mehr als 2014. Davon sind 69,8 Prozent in Kiel gemeldet. Die Jugendlichen (14 bis 18 Jahre) und die Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) stellen mit 18,5 Prozent einen großen Anteil dar – im Verhältnis zu 6,6 Prozent der Kieler Bevölkerung, die den Altersgruppen angehören. Diesen überdurchschnittlich hohen Anteil erklärt die Polizei mit der "entwicklungstypischen Phase" junger Menschen. Intensivtäter stehen seit Jahren unter strenger Beobachtung der Beamten im Kommissariat 13.

Nichtdeutsche Tatverdächtige:

Von den insgesamt 8798 Tatverdächtigen waren laut Statistik 2253 nichtdeutscher Nationalität (2014: 1480) – erklärbar durch den immensen Flüchtlingszuwachs im vergangenen Jahr. Das ergibt einen Anteil von 25,6 Prozent (2014: 18,4). Um die ausländerrechtlichen Verstöße bereinigt, ist das nach Angaben der Polizei ein Anteil von 21 Prozent (2014: 16,4). 

Opfer:

4033 Personen wurden 2015 Opfer von Straftaten (2014: 4285). Damit hat sich die Zahl reduziert. Insbesondere in den Altersgruppen der über 60-Jährigen und den 14- bis 21-Jährigen sind die Rückgänge stark. Das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Opfern beträgt etwa 2:1. Nicht jeder, der durch eine Straftat geschädigt wird, zählt als Opfer. Nur bei im Straftatenkatalog gekennzeichneten Delikten wie zum Beispiel Tötungs-, Sexual- und Rohheitsdelikten werden Opfer erfasst.

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Günter Schellhase
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