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Neues Schiff für die Seenotrettung

Mittelmeer Neues Schiff für die Seenotrettung

Bislang waren es vor allem kleine Rettungsschiffe und große Kriegsschiffe, die Flüchtlinge im Mittelmeer vor dem Ertrinken bewahrten. Bald stößt ein weiteres Schiff dazu: Die „Aquarius“ soll am 20. Februar unter der Flagge der Hilfsorganisation SOS Mediterranee von Marseille aus zur Rettungsmission in Richtung Lampedusa auslaufen.

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31 Jahre fuhr die „Aquarius“ als Fischereischutzschiff „Meerkatze“ im Nordatlantik und auf der Nordsee

Quelle: Frank Behling

Kiel. Das Schiff wird für die Einsatzfahrt gerade im Hafen von Sassnitz auf Rügen ausgerüstet. Am 30. Januar geht’s los. Die 77 Meter lange „Aquarius“ nimmt dann Kurs auf Kiel. Am 31. Januar können Kieler und Kielerinnen die „Aquarius“ selbst in Augenschein nehmen. „Das Schiff ist von 10 bis 14 Uhr am Kreuzfahrtterminal Ostseekai für die Öffentlichkeit zur Besichtigung offen. Wer Interesse hat, darf sich an Bord informieren“, sagt Jana Ciernioch, Sprecherin der Organisation SOS Mediterranee Deutschland e.V. in Berlin.

 Die „Aquarius“ sei bewusst für die Rettungsmission ausgewählt worden. „Sie hat als ehemaliges Fischereischutzschiff alles, was unsere Leute für den Einsatz gesucht haben“, sagt Ciernioch. Das Schiff wurde 1977 auf der Lürssen Werft in Lemwerder gebaut und war bis 2008 im Nordatlantik vor Grönland, Kanada und im Nordmeer sowie der Nordsee für die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung im Einsatz. Für diese Fahrten wurde das Schiff so gebaut, dass es auch hohe Wellen und extreme Wetterlagen überstehen kann. „Zur Ausrüstung gehört auch ein großer Bereich für die medizinische Versorgung von Menschen auf See“, sagt Ciernioch. Früher wurden dort Fischer versorgt, die auf See bei den Fangfahrten verletzt wurden oder erkrankten.

 Die Finanzierung des Einsatzes erfolgt durch Spenden aus Frankreich und Deutschland. Die Charter des Schiffes läuft zunächst drei Monate, teilte die Organisation mit. Darüber hinaus gibt es eine Option zur Verlängerung um weitere sechs Monate. Zunächst wolle man sehen, wie sich die „Aquarius“ bewährt und wie sich die Situation im Mittelmeer entwickelt. Bei der Wahl des Schiffes haben sich die Fachleute der Organisation auch von den Ärzten beraten lassen, die später ehrenamtlich an Bord arbeiten werden. „Das Schiff bietet viel Platz zur Aufnahme und Unterbringung von 200 bis 500 Flüchtlingen für 24 bis 48 Stunden“, sagt Ciernioch. Außerdem ist Platz für Schlauchboote an Bord, mit denen Helfer einem Flüchtlingsboot entgegenfahren können.

 Nach dem Open Ship in Kiel wird die „Aquarius“ noch am 31. Januar nachmittags vom Ostseekai ablegen und durch den Nord-Ostsee-Kanal in die Nordsee fahren. Ein weiterer Stopp mit Open Ship ist am 4. Februar in Bremerhaven geplant. Danach geht es gleich weiter ins Mittelmeer. Dabei dürfte die „Aquarius“ auch dem Kieler Minenjäger „Weilheim“ begegnen, der dann von seinem Flüchtlingseinsatz zurückkehrt. Die „Weilheim“ liegt noch in Augusta auf Sizilien.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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