10 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Schönes Konzept, schnöde Realität

Mobilitätsstationen Schönes Konzept, schnöde Realität

Den Umsteiger am Kieler Hauptbahnhof kennen fast alle. Genau nach diesem Muster sollen irgendwann im ganzen Stadtgebiet neue Mobilitätsstationen funktionieren.

Voriger Artikel
Kleines TUI-Flottentreffen in Kiel
Nächster Artikel
Geländer an der Schwentinebrücke repariert

Platz für Busse, Fahrräder und sogar ein – allerdings geschlossener – Kiosk. Die Bushaltestelle Eiderbrücke/Schulensee böte Potenzial für eine schicke Mobilitätsstation.

Quelle: Martin Geist

Russee/Hammer/Demühlen. Bus, Bahn, Fahrräder und überhaupt möglichst vielfältige Verkehrsträger sollen sich an bestimmten Punkten bündeln, um es überflüssig zu machen, mit privaten Autos durch Kiel zu fahren. Dem Ortsbeirat Russee/Hammer/Demühlen jedenfalls fällt dazu einiges ein.

 „Vergleichbar mit einem Werkzeugkoffer“ sollen die Mobilitätsstationen nach dem Konzept der Stadt Kiel sein: Jeder nimmt sich das heraus, was gerade passt. Über Bus, Bahn und Rad hinaus kann das auch mal das Taxi sein, ein leihbares Lastenfahrrad, ein Carsharing- oder ein Elektroauto, für das es vor Ort eine Ladestation gibt. „Räumliche Bündelung verschiedener nachhaltiger Mobilitätsdienstleistungen“, lautet der Oberbegriff, der nach und nach mit Leben erfüllt werden soll.

 Entsprechende „Potenzialräume“, so heißt es im schönen Konzeptdeutsch, sollen nicht zuletzt in Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten gefunden werden. Wobei es Derartiges im Bereich des Ortsbeirats Russee/Hammer/Demühlen zumindest ansatzweise schon gibt. Beispielsweise halten am Bahnhaltepunkt nicht nur Züge, sondern es können auch Fahrräder untergestellt werden. Und an der Bushaltestelle Eiderbrücke, wo der Speckenbeker Weg in die Hamburger Chaussee mündet, gibt es ebenfalls überdachte Radstellplätze, dazu noch einen Kiosk, der vielleicht sogar irgendwann einmal wieder eröffnet wird.

 SPD-Ortsbeirätin Astrid Leßmann würde es für eine „gute Sache“ halten, wenn an beiden Stellen auch Leihstationen für Fahrräder aufgebaut würden. Und Sven Plaumann von der CDU erinnerte daran, dass es aufgrund von Umbauten an der Rendsburger Landstraße keinen einzigen Taxistand mehr in Russee gebe. Auch daran sollte gedacht werden, meinte Plaumann, der die Idee der Mobilitätsstationen allgemein als „gute Sache“ bezeichnete.

 Zugleich schwante dem Ortsbeirat aber auch, dass bei diesem Thema Anspruch und Wirklichkeit womöglich stark auseinanderklaffen könnten. So berichtete Astrid Leßmann, dass sie jüngst an einem Sonnabend auf die schöne Idee kam, mit ihrem Besuch Fahrräder für einen Ausflug ins Grüne zu leihen – und selbst am vielgepriesenen Umsteiger vor verschlossenen Türen stand. Räder können sonntags gar nicht und sonnabends nur bis 14 Uhr ausgeliehen werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3