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Kritik an schlechten Radwegen und Busverbindungen

Abschluss der Mobilitätswoche Kritik an schlechten Radwegen und Busverbindungen

Eine Woche Pedelec, Statt-Auto, Lastenfahrrad und Bus: Erstmals sollten fünf Kieler eine Woche lang nachhaltige Verkehrsmittel benutzen. Die Bilanz der Tester soll helfen, den Kieler Verkehr nachhaltiger zu gestalten. Schlechte Fahrradwege und Busverbindungen wurden scharf kritisiert.

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Hatten Spaß bei der Mobilitätswoche: (von links) Karel Verheule, Jörg Ottens, Damian und Aylin-Marleen Vural und Sylvia Basler.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Aylin-Marleen Vural hat mit ihren zwei Kindern Damian (2) und Leila-Marie (4) die Angebote getestet. Für sie bleibt das Auto dennoch unverzichtbar. Die Fahrt mit dem E-Lastenfahrrad von Kiel nach Mönkeberg wurde für die Kleinen zwar zum Highlight. „Die haben sich da vorne drin gefühlt wie Prinz und Prinzessin.“, sagte Vural. Doch die engen Fahrradwege erschwerten die Tour: „Es gab Stellen, da hätte uns keiner überholen können. Zum Glück kam da kein Gegenverkehr.“ Jörg Ottens und Karel Verheule, beide passionierte Radfahrer, stimmten der Mutter zu. „Der Zustand einiger Radwege ist erschreckend“, sagte Verheule.

 Auch das Statt-Auto wird sich für Familie Vural nicht dauerhaft durchsetzen, da es in Mönkeberg keine Stationen gibt. Extra mit dem Bus nach Dietrichsdorf zu fahren, um von dort aus ein Auto zu leihen, sei zu umständlich. Sylvia Basler, die am Vieburger Gehölz wohnt, erlebte Ähnliches: „Wir haben überlegt komplett vom eigenen Auto auf das Statt-Auto umzusteigen, aber nun gemerkt, dass die Station zu weit weg ist.“ Ottens und Verheule schreckt die Grundgebühr ab. Beide sind der Ansicht, das Statt-Auto nicht häufig genug zu nutzen, damit sich die regelmäßige Zahlung rentiert. Von der Fahrt mit den E-Bikes waren alle Tester begeistert. „Purer Luxus“, sagte Karel Verheule. Er hat sich für den damals langen Weg zur Arbeit selbst ein Modell zugelegt und möchte nun nicht mehr darauf verzichten. Sylvia Basler hat die Tour so sehr genossen, dass sie die Steigung am Krusenrotter Weg nur zum Spaß einmal runter und wieder hoch fuhr: „Sonst fahre ich da immer im ersten Gang hoch und bin oben echt erschöpft.“

 In der Kritik an den Busverbindungen waren sich alle Teilnehmer einig: Im Zentrum sind zu viele Haltestellen, außerhalb zu wenig. Niklas Hubert von der Stadt Kiel versuchte zu besänftigen: „Jeder will eine Haltestelle vor seiner Tür und möglichst keine dazwischen. Wir versuchen trotz eines begrenzten Rahmens, das Optimum rauszuholen.“ Die Testwoche soll nicht nur Indikator für die Stadt, sondern auch für die Sponsoren Statt-Auto, Zweirad-Haus Probstei und Tretwerk sein. Wo muss nachgebessert werden? Was wünschen sich die Verbraucher? Für alle fünf Tester steht fest: Viel ändern werden sie nicht. Sie sehen sich verkehrstechnisch gut aufgestellt und in ihren Entscheidungen bestärkt.

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