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Wohin geht die Zugreise?

Modelleisenbahnclub Kiel Wohin geht die Zugreise?

Ab dem zweiten Adventswochenende öffnet der Modelleisenbahnclub Kiel (MEC) seine Türen für Besucher. Doch sie bangen um ihr Grundstück, das im Wohnbauflächenatlas als bebaubar aufgeführt wird.

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Jürgen Eckert (79), Horst Hahn (74) und Rüdiger Kaehn (53, v. li.) an der H0-Anlage der Modelleisenbahner Kiel. 75 Züge werden zu den Adventsvorführungen über die 150 Quadratmeter große Anlage fahren.

Quelle: Jennifer Ruske

Kiel. Die Züge rollen wieder: Ab dem zweiten Adventswochenende, 3. und 4. Dezember, öffnet der Modelleisenbahnclub Kiel (MEC) seine Türen für Besucher. Die können sich auf der circa 150 Quadratmeter großen historischen Modellbahnanlage in der Pestalozzistraße 79 auf eine Reise in die Anfänge der Eisenbahn begeben – „und das möglichst noch sehr lange“, wie die Vereinsmitglieder hoffen. Denn das Grundstück ist derzeit im städtischen Wohnbauflächenatlas als gut mit neuen Wohnhäusern bebaubar aufgeführt.

 Seit 1957 gibt es den Modelleisenbahnclub Kiel, seit gut 30 Jahren hat der Verein seinen Sitz in dem ehemaligen Postwohnheim in der Pestalozzistraße. Dort ist nach und nach die Anlage gewachsen. „1000 Meter Gleise haben die Mitglieder im Laufe der Jahre gelegt und fest verklebt, haben 250 Weichen eingebaut und die Landschaften gestaltet, durch die die 75 Züge fahren“, erzählt der Vorsitzende, Rüdiger Kaehn. Kieler Ansichten sind auf der Anlage zu finden, wie der Nordhafen und die alte Gasanstalt in der Wik, aber auch detailgetreu nachgebaute Berge, Straßen und Häuser, wie man sie aus den 50er- und 60er-Jahren aus vielen Orten kennt.

 „Das alles ist genau in das Gebäude eingepasst und fest mit dem Haus verbunden“, sagt sein MEC-Kollege Jürgen Mißfeldt, zugleich zweiter Vorsitzender. „Die Anlage kann nicht einfach so abgebaut und woanders wieder aufgebaut werden“, erklärt er im Hinblick auf die Aufnahme des Grundstücks in den Wohnbauflächenatlas. „Wir wurden nicht mal informiert. Das Ganze hat uns kalt erwischt. Dabei haben wir doch gerade erst den Pachtvertrag auf fünf weitere Jahre verlängert“, erzählen die rund 40 Mitglieder in Alter von 16 bis 90 Jahren. Sollte das Grundstück verkauft und bebaut werden, weil man neue Wohnungen braucht, dann wäre das das Ende des Vereins und der Modellbahnanlage, befürchtet der Vorsitzende. „So viel Zeit und Geld, wie wir hier reingesteckt haben – das sind im Laufe der Jahre etliche Euro gewesen. Da fängt man nicht so einfach wieder bei null an.“

 Ein bisschen unsicher sind die Mitglieder auch, was wichtige Umbauten an der Anlage angeht. „Wir sind eigentlich dabei, unseren Schattenbahnhof zu digitalisieren“, sagt Kaehn. „Das werden wir jetzt eher langsam angehen lassen, bis wir wissen, wohin die Reise geht.“

 Es ist eine Mischung zwischen Hoffen und Bangen, die die Mitglieder derzeit umtreibt. Dennoch: Die adventliche Vorführungen in diesem und im nächsten Jahr wollen sie sich davon nicht madig machen lassen. „Wir wollen den Gästen zeigen, wie spannend und vielseitig das Hobby Modelleisenbahnen ist“, sagt Kaehn. Die Mitglieder des MEC werden an den Adventssonnabenden, 3. und 10. Dezember, von 13 bis 18 Uhr und an den beiden Adventssonntagen, 4. und 11. Dezember, von 10 bis 17 Uhr die Türen zu ihrer Anlage für alle Interessierten weit öffnen.

 Die H0-Eisenbahnen können auch am 7., 14. und 21. Januar, von 13 bis 18 Uhr und am 8.,15. und 22. Januar von 10 bis 17 Uhr besucht werden. Die Mitglieder geben dabei unter anderem Auskunft über Technik und Anlagenbau. Bei Kaffee und Kuchen können sich die Besucher mit anderen Modellbahnfreunden austauschen. Dazu gibt es einen Basar mit gebrauchten Modellbahn-Teilen. Der Eintritt kostet für Erwachsene 4, für Kinder 2 Euro.

 

 Weitere Informationen im Internet unter www.mec-kiel.de

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