23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Alt-Kiel ist nicht verloren

Modellstadt Alt-Kiel ist nicht verloren

Farbenprächtig und mit viel Liebe für Details: So präsentiert sich das alte Kiel um 1920. Doch der Anblick von damals ist nicht verloren, eine 20 mal 20 Meter große Nachbildung der Innenstadt steht in den Räumen des Maritimen Viertels in der Wik.

Voriger Artikel
Nicht jeder findet ein Bett für die Nacht
Nächster Artikel
Unfall führte zu Behinderungen

Stolz auf das Modell des Maritimen Kiels: Peter Mattsson blickt über die Holstenbrücke in klein.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Fähren zum Ostufer, die schmucke Fassade des Opernhauses oder die Persianischen Häuser auf dem Alten Markt. Nur wenige Besucher haben den Modellbau bisher gesehen. Älteren Kielern treibt die Ansicht regelmäßig Tränen in die Augen.

Etwa 20 Langzeitarbeitslose bauten seit 2010 auf dem Gelände des Seefischmarktes die Altstadt nach. Als Material verwendeten sie Papier, Pappe, Karton sowie Holz und orientierten sich am Maßstab H0. Ideengeber und Projektleiter war der Modellbauer Jürgen Kuntze. Die Gruppe war begeistert und sehr engagiert. „Als Vorlagen nahmen sie sich alte Fotos, Postkarten und Baupläne“, erklärte Peter Mattsson vom Maritimen Viertel an der Arkonastraße 1 in der Wik. Doch nach drei Jahren wurde das Projekt, das vom Jobcenter zusammen mit der inab Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft initiiert wurde, eingestellt – zur großen Enttäuschung der Beteiligten. „Wir haben sofort erkannt, dass dringend ein Raum für dieses einmalige Projekt benötigt wird und diesen hier zur Verfügung gestellt“, sagte Mattsson. Seit 2013 steht nun das unvollendete Modell in einem Raum im Maritimen Viertel.

Das sind die Bilder aus der Modellbau-Stadt Alt-Kiel.

Zur Bildergalerie

Ab und zu führen Mattsson und sein Kollege Rüdiger Bock kleine Gruppen von neugierigen Kielern um die filigranen Konstruktionen. So richtig öffnen wollen sie Ausstellung nicht, weil Formalitäten noch abschließend geklärt werden müssen.Sie hoffen, dass die Stadt sich der Häuser in der Wik annimmt. Über einen bezahlbaren Mietvertrag könnte dann der Verein Maritimes Viertel in dem Gebäude in der Arkonastraße schalten und walten. Pläne haben Mattsson und Bock schon geschmiedet: „Unter fachkundiger Anleitung soll das Modell nach dem Vorbild der Hamburger Eisenbahnausstellung auch mit fahrenden Straßenbahnen detailgetreu fertiggestellt werden.“

Gespräche werden bereits geführt, die benötigten Materialien sind nicht teuer. Lediglich der Künstler möchte für seine Arbeit eine Gage bekommen. Einen Raum im ersten Stock würde sich nach den Worten von Mattsson und Bock besonders eignen. „Dort gibt es ein großes Klassenzimmer, in die das Modell passen würde. Daneben liegt ein kleinerer Raum, in dem gearbeitet werden kann“, sagten sie. Aber bisher dürfen sie die Räume nicht benutzen. Und wer soll künftig die Modelle bauen? „Uns schwebt vor, dass Flüchtlinge, die in den benachbarten Gebäuden untergebracht werden, mitwirken, damit sie eine Beschäftigung haben“, sagte Mattsson.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Günter Schellhase
Digitale Angebote

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Events in Kiel

Veranstaltungen in Kiel
Aktuelle Termine, News, Infos.

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3