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Termin für Baubeginn ist noch offen

Möbel Kraft Termin für Baubeginn ist noch offen

Wann kommt Möbel Kraft nach Kiel? Seit dem Bürgerentscheid im März 2014, der knapp zugunsten der heftig umstrittenen Ansiedlung ausfiel, stockt das Projekt immer wieder, zuletzt wegen juristischer Formalien. Auf einen Termin für den Baubeginn will sich das Unternehmen nicht festlegen, bekennt sich aber immer wieder zum Standort.

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Das ehemalige Kleingartengelände am Rande Hasseldieksdamms liegt brach. Manch ein Gärtner hat allerdings noch nicht gänzlich aufgegeben.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. „Wir möchten bauen und wollen keine Investitionsruine“, versichert Möbel Kraft-Geschäftsführerin Edda Metz, „Kiel ist eine tolle Stadt. Kiel fehlt Möbel Kraft.“ Die Verwaltungsvorlage für die Sitzung des Bauausschusses an diesem Donnerstag, 7. Januar, könnte dem Bauverfahren endlich einen Schub verpassen.

 Die Zeitverzögerungen führen dazu, dass das frühere Kleingarten-Gelände zwischen Westring und Hasseldieksdamm auch in diesem Winter noch nicht geräumt werden kann. Eigentlich sollte der Bauausschuss bereits im vergangenen August über die Vorlage abstimmen. Dann aber drängte Möbel Kraft auf die juristische Überprüfung. Man habe die Unterlagen nach Rechtsänderungen nacharbeiten müssen, um auf Nummer sicher zu gehen, nachdem anderenorts einige Baupläne vor Gericht gescheitert seien, räumte Geschäftsführerin Metz ein. „Wir haben aufgehört, Termine festzuzurren“, bezeichnet sie Deutschland als Land der Bauverhinderer. So habe Möbel Höffner, das wie Möbel Kraft zur Unternehmensgruppe Krieger gehört, sein Haus im Umland von Hannover erst nach 15 Jahren im vergangenen November öffnen können.

 Wenn der geänderte Satzungsbeschluss, der vier Wochen ausliegen muss, nicht angefochten wird, hat das Unternehmen ein Jahr Zeit, einen Bauantrag zu stellen. Ist die Baugenehmigung – laut Angaben der Stadt in der Regel zwischen sechs und zwölf Wochen nach Eingang des Antrags – erfolgt, ist das Möbelhaus verpflichtet, seine Niederlassung mit rund 40000 Quadratmetern Verkaufsfläche und 8000 Quadratmetern für den Discounter Sconto innerhalb von drei Jahren fertig zu bauen.

 Auch nach Aussagen von Bürgermeister Peter Todeskino handelt es sich nur um eine andere juristische Darstellung in der geänderten Vorlage: Sie legt zum Beispiel gesonderte Schallwerte für Möbel Kraft und Sconto und die maximale Höhe für die Photovoltaik und Solarthermie fest. Am Vorhaben selbst ändere sich nichts, versichert das Unternehmen, das jetzt von einer Baugenehmigung im Laufe des Jahres 2017 ausgeht und neun bis 14 Monate für den Bau veranschlagt. Demnach plant Möbel Kraft nach wie vor, 65 Millionen Euro zu investieren und 250 bis 300 Arbeitsplätze zu schaffen. Neu sei nur, dass Sconto auch eine Gastronomie bekommen soll, erläuterte Metz.

 Der Stillstand führt jedoch zu Irritationen nicht nur in der Politik. In der jüngsten Bauausschusssitzung fragte Ratsherr Wolfgang Homeyer (CDU) nach, ob Möbel Kraft wirklich in Kiel bauen werde. Von Todeskino, der das Bauleitverfahren zügig vorantreiben will, kam ein klares „Ja“. Die Verzögerungen seien ärgerlich, heißt es aber auch von Seiten der Industrie- und Handelskammer (IHK): „Wir bleiben bei unserer Haltung: Ein Möbelhaus mit dieser überregionalen Ausstrahlung gehört ins Oberzentrum, also nach Kiel. Das Projekt ist ein Baustein des von der IHK mitgetragenen Einzelhandelskonzepts“, sagt IHK-Geschäftsbereichsleiter Björn Ipsen. Allerdings bedauere die Kammer sehr, dass ihre Forderung nach einer deutlichen Einschränkung der Flächen für Waren, die sonst in der Innenstadt oder Stadtteilzentren verkauft werden, nicht berücksichtigt worden sei. Dass die daraus resultierenden Umsatzumverteilungen noch nicht eintreten konnten, sei „natürlich die positive Seite der Medaille“.

 Auch für die Möbel-Kraft-Gegner geht der Streit über eines der größten Bauprojekte Kiels in eine neue Runde. Die Bürgerinitiative gegen Möbel Kraft legte im vergangenen August Beschwerde bei der Kommunalaufsicht ein, in der sie der Stadt unter anderem vorwirft, das Gelände unter Wert verkauft zu haben. Das bestreitet die Stadt entschieden. Nach Aussage des Innenministeriums hat die Behörde nach einer ersten Prüfung keinen Rechtsverstoß feststellen können und dies der Initiative mitgeteilt. Die Möbel-Kraft-Gegner forderten daraufhin jedoch im Dezember eine Nachprüfung, die derzeit noch andauert.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Um es gleich klarzustellen: Möbel Kraft wird seine achte Filiale in Kiel bauen. Das größte private Investitionsprojekt steht nicht auf der Kippe. Das Unternehmen hat schon sehr viel Geld in die Hand genommen, um sich das Gelände zu sichern.

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