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Traum von der Tiefgarage lebt weiter

Rathausplatz Traum von der Tiefgarage lebt weiter

In einigen Jahren wird Kiels Innenstadt angesichts der vielen Baustellen ganz anders aussehen. Der Umbau lässt jede Menge Parkplätze wegfallen. Die Stadt will jetzt prüfen lassen, ob es möglich ist, unterirdisch eine Tiefgarage mit öffentlichen Parkplätzen zu bauen – und zwar direkt unter dem Rathausplatz.

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Lässt sich der Rathausplatz für Autos „unterkellern“? Klar ist bislang nur, dass so ein Projekt teuer und schwierig zugleich sein wird.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Die Idee einer Tiefgarage ist nicht neu (siehe Infokasten), doch bisher scheiterten alle Versuche, sei es wegen des Aufwandes oder der fehlenden Finanzierung. Jetzt will die Stadt erneut die bautechnische und wirtschaftliche Machbarkeit des Projektes prüfen lassen und bereitet eine entsprechende Beschlussvorlage für die politischen Gremien im März vor.

Dass das Bauen in den morastigen Untergrund neben dem Kleinen Kiel schwierig und teuer wird, ist Bürgermeister Peter Todeskino bewusst: Wegen des „erheblichen Aufwandes“ soll ein privater Projektentwickler – nach KN-Informationen handelt es sich um die Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, die am Schlossquartier beteiligt ist – im Rahmen einer sogenannten Anhandgabe ein Jahr lang exklusiv untersuchen können, wie und ob sich das Projekt umsetzen lässt. Erst nach einem positiven Bescheid und einem erneuten Beschluss der Ratsversammlung könnte der Entwickler dann in Abstimmung mit der Stadt loslegen.

 Als 2006 das Projekt einer Tiefgarage mit 400 Stellplätzen von einem Hamburger Projektentwickler wieder angepackt wurde, zeigten Planungen mit der Verwaltung, dass es machbar ist trotz des Bauens im Stauwasserbereich. Doch schon damals war klar, dass das Projekt mehrere Millionen Euro verschlingen würde.

Für die Stadt liegen die Vorteile einer Tiefgarage auf der Hand: Die Altstadt und mittlere Innenstadt erhielten neuen Parkraum und damit eine größere Erreichbarkeit, nachdem nach Fertigstellung der Alten Feuerwache und des Schlossquartiers Parkflächen wegfallen. Das Opernhaus wäre ebenso wie das Rathaus direkt angebunden, was wiederum den Besuchern öffentlicher Veranstaltungen, Märkte und Messen auf dem Platz zugutekäme. Und nicht zuletzt stärke eine bessere Verknüpfung des Platzes mit Einrichtungen auch die innerstädtischen Gewerbebetriebe, heißt es.

Sollten der Bauausschuss und die Ratsversammlung im März der Anhandgabe zustimmen, müssen sich die Entwickler auf so manche Vorgabe der Stadt verpflichten, etwa die Öffentlichkeit zu beteiligen und den Ortsbeirat Mitte regelmäßig zu informieren. Sollte das Projekt eine Neugestaltung des Platzes erfordern, müssen sie vor der Realisierung des Vorhabens auf eigene Kosten einen internationalen Architekturwettbewerb ausloben und dem Sieger die weitere Planung übergeben.

Dass die Oberfläche des Rathausplatzes von Besuchern und Schaustellern immer wieder zu Beschwerden führt, stärkt den Wunsch der Verwaltung nach einer Umgestaltung: Trotz inzwischen eingefügter Leitstreifen gilt der Platz immer noch als Stolperfalle, die Stufenanlagen zum Kleinen Kiel hin verhindern die Nutzung durch Rollstuhlfahrer und nehmen die Sicht auf den Kleinen Kiel. Einbauten begrenzen zudem die Nutzung der Fläche für Veranstaltungen: Startet etwa der Internationale Markt, müssen sie immer wieder beseitigt werden.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Parken unterm Kieler Rathausplatz? Zwar ist das Ganze noch Zukunftsmusik, denn mit der Anhandgabe werden lediglich erste Prüfungen in die Wege geleitet. Als Besucher oder Einwohner kann man aber nur die Daumen drücken, dass die Idee nach so manchem gescheiterten Anlauf möglichst bald umgesetzt wird, vor allem dann, wenn sie einhergeht mit einer dringend notwendigen Umgestaltung des Platzes.

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