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Möwen haben Gelbe Säcke zum Fressen gern

Schilksee Möwen haben Gelbe Säcke zum Fressen gern

Gelbe Säcke stellen für Möwen keine Herausforderung dar. Die dünnen Plastikbeutel haben sie schnell aufgeschlitzt, stöbern Essensreste in ausgedienten Verpackungen auf, fressen auf, was sie können. Der bei der Futtersuche verteilte Müll bleibt erstmal liegen. Das ärgert viele, auch den Schilkseer Ulrich Weber.

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Auf der Jagd nach Futter zeigen Möwen immer weniger Berührungsängste in menschlichen Siedlungsbereichen. Die Gelben Säcke auch an der Schilkseer Straße sind für die Vögel sehr verlockend.

Quelle: dpa

Schilksee. Die am häufigsten in Kiel vorkommenden Möwenarten sind die Sturm-, Silber-, Lach-, Mantel- und Heringsmöwen. Auf der Suche nach Nahrung und Nistplätzen ziehen die Vögel in die Städte hinein, finden in Abfällen Futter und sind damit nicht allein auf zum Beispiel Fische, Würmer, Muscheln oder Insekten angewiesen. Und auch in zur Entsorgung bereitgestellten Gelben Säcken, in die „restentleerte“ Verpackungen aus Metall, Kunststoff, Verbundstoffen und Naturmaterialien wandern sollen, werden Möwen fündig, denn Lebensmittelverpackungen müssen nicht ausgewaschen werden.

 „Die Möwen haben alles verteilt, die Sachen lagen auf der Straße und in Gärten, im Moment lassen sich die Möwen nicht sehen, weil Erntezeit ist und sie auf den Feldern genug finden“, schildert Ulrich Weber. Wie alle Anwohner aus den kleinen Seitenstraßen Schaapkoppel, Kohkoppel und Peerkoppel legt er seine vollen Gelben Säcke an die angrenzende Schilkseer Straße. „Sie werden Montagvormittag abgeholt, die meisten Nachbarn stellen sie am Abend vorher raus“, erläutert Weber und fordert: „Wir müssten hier Gelbe Tonnen gestellt bekommen, dahingehend müsste die Stadt ihre Verordnung ändern.“

 Für die Entsorgung der Gelben Säcke und Gelben Tonnen ist in Kiel die Remondis GmbH & Co.KG zuständig. Sie arbeitet im Auftrag des Dualen Systems Deutschland GmbH (DSD). Das privatwirtschaftliche Sammelsystem wird über Lizensgebühren des Grünen Punkts finanziert, nicht über kommunale Abfallgebühren.

 Das Problem mit den aufgeschlitzten Säcken in der Schilkseer Straße ist bei Remondis bereits bekannt. „Die Qualität der Säcke legen nicht wir fest, sondern das DSD“, schickt Tim Mütze, Leiter der Niederlassung Kiel in Melsdorf, voraus. Die Säcke seien am Abfuhrtag bis sieben Uhr bereitzustellen. In der Schilkseer Straße habe man beobachtet, dass Leute sie schon Sonntagabend oder früher nach draußen legten. Remondis könne nicht den ganzen Müll aus aufgerissen Säcken aufsammeln, man würde die Touren dann nicht schaffen. „Aber unsere Leute nehmen das, was sie direkt aufnehmen können, natürlich mit“, betont Tim Mütze. Damit die Gelben Säcke so kurz wie möglich an der Schilkseer Straße liegen, bittet Remondis, sie erst um acht Uhr am Abfuhrtag herauszustellen. Die Firma will dazu die Anwohner noch per Postwurfsendung informieren.

 Remondis verteilt die kostenfreien Gelben Säcke an alle Haushalte, die nicht an das System Gelbe Tonne angeschlossen sind. Der Abfallwirtschaftsbetrieb ABK gibt zudem in seinen Kundenzentren Gelbe Säcke aus. Die Pressestelle der Stadt Kiel teilte auf Nachfrage mit, als kleinste Gelbe-Tonnen-Größe gebe es 240 Liter-Tonnen. Diese seien für einen Einzelhaushalt in der Regel zu groß. Die 120-Liter- und 80-Liter-Gefäße der kommunalen Entsorgungswirtschaft gebe es aber in Kiel für die Gelbe Tonne nicht.

 Aufgerissene Säcke kämen verschiedentlich im Kieler Stadtgebiet vor. Die Ursachen dafür seien vielfältig. Der ABK empfehle, die Säcke am Morgen zum Abholungstermin abzulegen, um lange Liegezeiten und Windverwehungen zu vermeiden. Zur Frage, wer von den Möwen aus den Gelben Säcken herausgerissenen Müll beseitigen müsse, erläuterte die Pressestelle der Stadt, eine übermäßige Verunreinigung der Straße müsse der Verursacher gemäß Paragraf 4 der Straßenreiningungssatzung beseitigen. Wenn die Gelben Säcke ordnungsgemäß befüllt und termingerecht bereitgestellt würden, sei der Bereitleger – will heißen der Bürger – nicht in der Pflicht, Müll, der durch aufgerissene Säcke auf öffentlichen Straßen und Wegen verteilt werde, aufzusammeln. Im Rahmen der Straßenreinigung, überwiegend einmal wöchentlich, säubere der ABK öffentliche Straßen und Wege von herumliegenden Müll, dessen Verursacher nicht erkennbar sei.

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