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Morchelrisotto und Couscouspralinen

RBZ Morchelrisotto und Couscouspralinen

Premiere für einen vegetarischen Kochwettbewerb: Das stellte am Mittwoch auch die Auszubildenden im zweiten Lehrjahr in den Räumen des Regionalen Berufsbildungszentrums (RBZ) für Soziales, Ernährung und Bau vor Herausforderungen.

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Die spätere Siegerin Marie Jasmin Luckwald vom Seehotel Töpferhaus in Alt Duvenstedt bereitet den Mürbeteig für die Kräuterquiche vor.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. Aus einem Warenkorb mit Pflichtkomponenten wie Spargel und Morcheln galt es innerhalb einer Woche ein Drei-Gänge-Menü zusammenzustellen. Dieses musste dann in den RBZ-Küchen innerhalb von rund fünf Stunden zubereitet werden. „Da vegetarisch immer mehr gewünscht wird, wurden die Azubis vor diese Herausforderung gestellt“, sagt Horst-Günter Kloß vom Verein Kieler Köche. In den modernsten Berufsschulküchen Deutschlands kochen die Azubis unter besten Bedingungen. Jeder hat eine eigene vollausgestattete Kochnische mit Kühlschrank, Herd und Backofen mit Garfunktion.

 Jan-Erik Rolf, Azubi im Hotel Bärenkrug in Molfsee, hat sein Menü vorher mit seinem Chef besprochen. Der 18-Jährige bereitet nach drei Stunden Kochen die Morcheln fürs Ragout vor und liegt gut in der Zeit. Marie Jasmin Luckwald schneidet gerade den Teig für die Kräuterquiche ihrer Hauptspeise. Vegetarisch zu kochen ist für sie eine Abwechslung zum fleischlastigen Kochen in ihrem Ausbildungsbetrieb, dem Seehotel Töpferhaus in Alt Duvenstedt. „Es ist auf jeden Fall etwas anderes“, sagt die 22-Jährige. „Man kann dabei viel kreativer sein, da man sich die Hauptkomponente erst suchen muss.“ Für Marie Jasmin stand schon lange vor dem Abitur fest, dass sie Köchin werden möchte. „Ich konnte mir nie etwas anderes vorstellen.“ Im vergangenen Jahr gewann sie den Pokal des Kochwettbewerbs für Azubis im ersten Ausbildungsjahr. Sie ist heiß auf einen erneuten Sieg.

 Sternekoch Jens Rittmeyer vom Kai 3 auf Sylt ist eines der sechs Jurymitglieder. Zusammen mit Jan-Eriks Chef Nico Mordhorst begutachtet er die Azubis und vergibt Punkte für Zeiteinteilung, Arbeitstechnik, Sauberkeit und Warenerkennung. „An erster Stelle steht aber immer der Geschmack und an zweiter die Optik“, betont Rittmeyer. Aufgrund einer Spargelallergie wird er den Hauptgang allerdings nicht kosten können. Mordhorst ist stolz auf seinen Lehrling und hat über ihn nur Gutes zu berichten. „Jan-Erik ist ein Engagierter, seine Zwischenprüfung war sehr gut.“ Bewerten darf er ihn aber nicht.

 Auf dem Herd von Fabio Olivieri köchelt schon das Morchelrisotto. Der 18-Jährige lernt an der Fielmann Akademie im Schloss Plön. Chancen auf den Sieg rechnet er sich nicht aus, nimmt aber dennoch gern teil. „Der Wettbewerb ist eine gute Vorbereitung auf die Abschlussprüfung nächstes Jahr. Und verlieren kann ich ja nichts.“ Zu gewinnen gibt es für alle Teilnehmer auf jeden Fall eine Menge Erfahrung. Für acht Personen zu planen und alles auf den Punkt fertigzustellen – das ist die große Kunst.

Herkunft im Fokus

 Initiator des Kochwettbewerbs ist der Obst- und Gemüselieferant Köhn und Brötzmann. Mitarbeiter Thorben Stampe, selbst gelernter Koch, legt noch ein besonderes Augenmerk auf die Herkunft der Produkte. „Wir suchen erst vor der Haustür, bevor wir internationale Produkte kaufen. Der Ziegenfrischkäse zum Beispiel kommt aus Boksee und die Eier aus Kiel.“

 Kurz vor Abgabe der Vorspeise bricht Hektik bei Marie Jasmin aus. Die Sauce Hollandaise ist frisch aufgeschlagen, die Couscouspralinen müssen in die Friteuse, der Backofen piept, und die Zeit rennt. Fabio hingegen guckt aus einem anderen Grund besorgt auf die Uhr. „ Ich weiß nicht, ob das alles warm bleibt, mein Hauptgang ist schon fertig.“

 Fünf Minuten noch, bis die Vorspeise rausgeht. Jan-Erik leistet Präzisionsarbeit beim Anrichten. Eigentlich wollte er noch einen Teigmantel für seine Couscous-Taler backen, schafft es aber nicht mehr. Während die geladenen Gäste aus Wirtschaft, Schule und Sponsoren sich den ersten Gang schmecken lassen, stehen die Azubis wieder am Herd. Nebenan legt die Jury los. Gnadenlos werden Portionsgröße und Aussehen bewertet. Danach kommt der Geschmackstest.

 Knappe Gewinnerin des Abends ist Marie Jasmin. Zweiter ist Jan-Erik und Platz drei geht an Jonas Rhode vom Kieler Kaufmann. Alle drei gewinnen eine Kochjacke samt Schürze. Jens Rittmeyer hält für die Erstplatzierte noch eine besondere Überraschung bereit: Eine Woche darf sie ein Praktikum bei ihm auf Sylt absolvieren.

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Ein Artikel von
Fatima Krumm
Volontärin

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