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Tollkühne Township-Artistik

Mother Africa Tollkühne Township-Artistik

" Khayelitsha – my home" heißt die Jubiläumsshow von „Mother Africa“, die rund 700 Zuschauer in der Sparkassen-Arena in Kiel zu oft ungläubigem Staunen und stehenden Ovationen bewegte - wohl auch, weil mit dem Klischee vom malerischen, lebensfrohen Afrika ironisch gebrochen wird.

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„Mother Africa“ faszinierte in der Sparkassen-Arena mit seiner Jubiläumsshow „Khayelitsha“

Quelle: Manuel Weber

Kiel. Khayelitsha besteht zumeist aus Hütten aus Blech, Pappe und Holz. Eines der größten Townships Südafrikas am Stadtrand von Kapstadt. „Neue Heimat“ heißt Khayelitsha übersetzt. Und Khayelitsha – my home heißt die Jubiläumsshow zum zehnjährigen Bestehen von „Mother Africa“, die rund 700 Zuschauer in der Sparkassen-Arena zu oft ungläubigem Staunen, häufigem Szenenapplaus und schließlich stehenden Ovationen bewegte.

Es sind gespielte Straßenszenen, aus denen sich die mitunter spektakulären artistischen Darbietungen wie zufällig zu entwickeln scheinen. Fröhliches Durcheinander in bunten Gewändern, hier preist ein Händler lautstark heißen Kaffee an, dort ein anderer Hüte, eine Frau bietet Äpfel feil. Die riesige Leinwand im Hintergrund zeigt gerade ein Panorama der dicht an dicht stehenden, heruntergekommenen Wellblechhütten im Township. Schon ein problematischer Kontrast. Doch ist dies hier nun mal eine Show, ein Zirkus. Und so manches Mal wird mit dem Klischee vom malerischen, lebensfrohen Afrika in der Show auch ironisch gebrochen.

Eben dudelte sie noch E-Piano-Tupfer und Synthie-Flächen, da kippt die Band plötzlich in einen dynamischen Afro-Pop-Groove, bringt eine Gruppe von durchtrainierten Tänzern in heftige Bewegung. Eine erstklassige Band, weit entfernt von nur routinierter Begleitung, wie sich während der Show immer wieder zeigt. Viel Percussion, Bläser, ein höchst beweglicher Bass – zeitweise kommt sogar eine große Kora, eine mit beiden Händen virtuos gezupfte westafrikanische Stegharfe, zum Einsatz. Die Sänger sind großartig.

Hier sehen Sie Bilder vom Mother-Africa-Gastspiel in der Sparkassen-Arena in Kiel.

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Auch die Akrobaten wirken bei allem Können, aller Professionalität immer enthusiastisch, aufgekratzt. Einige Nummern kennt man in ähnlicher Form, aber hier scheinen die Artisten auf Weltklasse-Niveau immer noch eins draufsetzen zu können. Der Einrad-Fahrer wagt nicht nur einen Ein-Bein-Spagat auf drei Rädern übereinander, sondern hat auch noch ein kurios rechtwinklig zusammengeschweißtes, gut drei Meter hohes Einrad im Fuhrpark, auf dem er mit drei Keulen jongliert. Eine Frau lässt scheinbar mühelos sechs Hula-Hoop-Reifen an sich rotieren, einen am ausgestreckten Bein. Auf einem hohen Podest stapelt sich ein Modell-Athlet ohne Hast im Handstand mal links, mal rechts auf Gipsklötzen, die ihm nach und nach hochgeworfen werden, in die Höhe. Und nahezu fassungslos macht der großgewachsene Gummimensch, der sich aus dem Stand das rechte Bein so hochreißen kann, dass ein Fuß hinter seinem Kopf festhakt, und der es schafft, wie knochenlos durch einen Tennisschläger ohne Saiten zu schlüpfen.

Zum Finale zeigt die formidable Band bei einem knackigen Disco-Song noch mal, was in ihr steckt, und die Bodenturner einige tollkühne Salti und Sprünge. Sogar eine heftig herbeigeklatschte Zugabe ist noch drin, und zu Kool & the Gangs Hit Celebration springen einige von der Bühne und machen Party mit den Gästen.

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