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„Otto“ beeindruckt Maschinenmuseum mit Leistung

Motor-Geburtstag „Otto“ beeindruckt Maschinenmuseum mit Leistung

Im Maschinenmuseum schwebten goldene Luftballons mit den Zahlen 100. Eine Schar Besucher hatte sich versammelt, um dem Jubilar zu gratulieren. „Es ist schon selten, dass ein Mensch 100 Jahre alt wird. Und bei einem Ottomotor ist das auch so“, erklärte Peter Horter, Leiter des Maschinenmuseums.

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Peter Horter, Leiter des Maschinenmuseums, und Dieter Roelfes, der im Heimatverein Spelle einen ähnlichen Motoren hat, gratulierten dem Kieler Ottomotor zum 100. Geburtstag.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Der Jubilar wiegt eine Tonne und leistet fünf PS. „Das Licht der Motorenwelt erblickte er 1916 in der ältesten Motorenfabrik der Welt in Köln-Deutz.“ Bis Anfang der 80er-Jahre stand der Motor in einer Kölner Steinmetz-Werkstatt und trieb Arbeitsmaschinen an. Danach kam „unser Otto“, wie ihn Horter nennt, nach Kiel.

Nur selten habe man das Glück, einer solchen Maschine zu begegnen. Und noch seltener, eine solche erwerben zu können: „Dabei hatten wir nur Fotos von ihm geschickt bekommen und mussten uns schnell entscheiden“, blickte Horter zurück. Zum Glück fand sich ein Kieler Spediteur, der das schwarze Schwergewicht nach Kiel brachte.

Zehn Jahre lang im Depot

Anfangs habe der Motor einen erbärmlichen Eindruck gemacht und landete für zehn Jahre in einem Depot, „weil immer irgendeine Dampfmaschine dazwischen kam“. Doch 1997 war es dann soweit: „Wir hatten uns zwei Jahre vorgenommen, um ihn wieder zum Laufen zu bringen. Dazu haben wir ihn bis auf die letzte Schraube auseinander genommen.“ Dabei stellte sich heraus, dass der Ottomotor richtig gut in Schuss und fast nichts kaputt war. Schon nach einem Dreivierteljahr „drehten wir am Schwungrad – und er sprang auf Schlag an“, erinnert sich Horter.

Nicht nur eine Bilddokumentation zeigte den Besuchern am Sonntag, wie viel Aufwand es für die Restaurierung des altgedienten Motors brauchte. Zur Krönung der Feierlichkeit durften der 100-Jährige unter Beweis stellen, dass er immer noch ordentlich Kraft in seinem einen Zylinder entwickeln kann. Ermüdungserscheinungen zeigt der Jubilar keine.

Gäste waren beeindruckt

Mit seiner Leistung beeindruckte der Ottomotor auch die Gäste. Dieter Roelfes aus Rheine macht gerade Urlaub in Kiel und schaute sich den Motor näher an. „Stationärmotoren sind mein Hobby. Ich habe auch einen 100-jährigen Ottomotor, der im Heimatverein Spelle steht“, verriet er. Der ist dort mittlerweile genau so wenig wegzudenken wie das schmucke Stück aus dem Kieler Museum. Als zentrales Objekt läuft der Ottomotor fast jeden Tag und ist Antrieb für eine historische Werkstatt. „Die Maschine ist zwar sehr robust, braucht aber auch viel Pflege“, betont Horter.

Roelfes zeigte sich begeistert, wie vielseitig das Angebot des Museums ist. Bis auf wenige Maschinen sind dort alle betriebsbereit. „Es ist ja schöner, dass das alte Zeug auch lebt“, sagt der Tourist. „Das ist die Philosophie unseres Museums, dass nichts verstaubt und nur im musealen Sinne aufbewahrt wird“, betonte Horter.

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