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Mühsamer Einstieg ins Kiel-Erlebnis

Doppeldecker-Busse Mühsamer Einstieg ins Kiel-Erlebnis

Kurz vor Abschluss der Premierensaison für Stadtrundfahrten mit zwei Doppeldecker-Bussen macht sich bei den Betreibern offenbar Ernüchterung breit. Etwa 10000 Fahrgäste ließen sich laut der City Sightseeing Kiel GmbH seit Juni in den Bussen die Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigen.

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Einsteigen zur Stadtrundfahrt: Das würden die Betreiber der Doppeldecker-Busse vor allem den vielen Kreuzfahrttouristen gerne mit einer eigenen Haltestelle direkt vor dem Ostseekai signalisieren.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Doch nicht nur den Gästen auf dem Oberdeck wehten dabei kühle Brisen um die Nase. „Viel Luft nach oben“ sieht auch die Kieler Büroleiterin des Unternehmens, Lea Gundlach, in Erwartung künftig besserer Zahlen.

 Mit einer detaillierteren Bilanz tat sich die Büroleiterin allerdings schwer. Die Nachfrage, ob die erste Saison des touristischen Angebots zumindest kostendeckend ausfiel, beantwortete sie ausweichend: „Das kann ich nicht sagen.“ Fest stehe bislang aber, dass es im April kommenden Jahres wieder losgehen soll mit den stündlichen Sightseeing-Touren – allerdings weiterhin mit zwei Bussen statt wie ursprünglich geplant mit vier. Ein Bus komme zwar hinzu, der werde aber nur für Gruppenfahrten eingesetzt.

 Damit es aus Sicht der Betreiber richtig rundlaufen könne, müsse erst noch ein gravierendes Problem gelöst werden. Nach wie vor fehle eine offizielle Bushaltestelle für die Doppeldecker vor dem Ostseekai. „Denn die dort von Bord gehenden vielen Kreuzfahrttouristen sind unsere wichtigste Zielgruppe“, betonte Lea Gundlach: „Dass es bei der Einrichtung dieser Haltestelle solche Schwierigkeiten geben würde, hätten wir nicht erwartet.“

 Die Stadt sieht auf Nachfrage jedoch weiterhin keine Möglichkeit zur Schaffung einer solchen zusätzlichen Haltestelle. „Sie würde auch vor dem Hintergrund der vielen Innenstadtbaustellen den Verkehrsfluss zu stark behindern“, erklärte Stadt-Sprecherin Annette Wiese-Krukowska auf Nachfrage.

 Auch an anderer Stelle im Umkreis des Ostseekais ist derzeit kein Platz für eine Haltestelle. „Wir haben entsprechende Anfragen des Unternehmens intensiv geprüft, sehen derzeit aber keine Möglichkeit, dafür Platz auf unserem Gelände zur Verfügung zu stellen“, stellte der Sprecher der Seehafen Kiel GmbH, Ulf Jahnke, klar. Hauptgründe für die Ablehnung: Die Durchfahrt neben dem Schifffahrtsmuseum sei für die Busse zu eng. Außerdem würden die Flächen am Ostseekai für die Abfertigung der Kreuzfahrtpassagiere benötigt. Jahnke: „Trotzdem wollen wir dieses touristische Angebot so gut wie möglich unterstützen.“

 Auch Kiel Marketing hält die knallroten Sightseeing-Busse für eine wichtige Bereicherung des touristischen Angebots – insbesondere für Kreuzfahrttouristen. Allerdings habe es auch Kritik von Fahrgästen gegeben, die Kiel Marketing an die Betreiber weitergegeben habe. Dabei ging es unter anderem um zu wenige Ticket-Verkaufsstellen, zu hohe Preise (20 Euro Erwachsene, 10 Euro für Kinder), belanglose Infos über die Stadt bis hin zu Beschwerden über lange Live-Erklärungen auf Deutsch und Englisch.

 Über die „vielen konstruktiven Anregungen“ freute sich die City Sightseeing Kiel GmbH nach eigenen Angaben. Nun bietet das Unternehmen zum Saisonende (17. bis 20. Oktober) allen nachweislich in Kiel wohnenden Interessenten Stadtrundfahrten zum halben Preis an. Erwachsene zahlen dabei zehn, Kinder fünf Euro.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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