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Den inneren Akku mit einer Kur laden

Müttergenesungswerk Den inneren Akku mit einer Kur laden

Fehlende Anerkennung, Zeitdruck und die Doppelbelastung in Beruf und Familie machen vielen Müttern zu schaffen. Damit Mütter, aber auch Väter und pflegende Angehörige ihren inneren Akku wieder aufladen können, unterstützt das Müttergenesungswerk spezielle Kuren. Dafür wird auch in diesem Jahr bundesweit gesammelt.

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Für das Müttergenesungswerk in Kiel engagieren sich Annegret Brommann (Kreisarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände), Elisabeth Beck, Luitgard Hans (Caritas), Frauke Janßen (Frauenwerk Altholstein) und Sigrid Thomsen (von links).

Quelle: Karin Jordt

Kiel. Vom Sonnabend, 30. April, bis zum 15. Mai sind auch in Kiel wieder Frauen mit den Sammeldosen unterwegs. „Die Nachfrage nach Kuren und Beratung ist stark gestiegen“, berichtet Frauke Janßen vom Frauenwerk Altholstein: Die Zeit, in der Kurhäuser schließen mussten, weil viele Anträge abgelehnt wurden, sei vorbei: „Die Häuser sind voll.“

 Bundesweit unterstützen 1300 Beratungsstellen die Hilfesuchenden, helfen kostenlos bei den Anträgen, informieren über Klinikprogramme und geben Tipps zur Nachsorge. „Rund 50000 Mütter und über 70000 Kinder nehmen pro Jahr an einer Kurmaßnahme in den 76 anerkannten Kliniken teil“, erläuterte Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks in Berlin. Neuerdings gebe es auch Kurangebote für Väter und pflegende Angehörige. Die Kosten für die Kuren übernehmen zwar größtenteils die Krankenkassen. Beim gesetzlichen Eigenanteil, der Nachsorge und den Nebenkosten sind Kurbedürftige in schwierigen finanziellen Situationen jedoch auf Unterstützung aus dem Spendentopf angewiesen.

 Rund ein Drittel der Frauen, die über das Müttergenesungswerk eine Kur machen, nennen mangelnde Anerkennung als wichtigen Belastungsfaktor. „Der Spagat zwischen dem traditionellen Rollenbild der fürsorglichen Mutter, dem Wunsch nach Gleichberechtigung und partnerschaftlich geteilter Haus- und Familienarbeit bringt viele Mütter an ihre Grenzen“, sagte Anne Schilling. Die mangelnde Anerkennung der Haushalts- und Familienarbeiten sei eine Stressbelastung für Mütter – „und die kann langfristig zu physischen und psychischen Erkrankungen führen.“ Dass eine Kur gut tut, erlebte auch Elisabeth Beck aus Ellerbek, die sich 1982 im Harz erholen konnte. Seit rund 40 Jahren unterstützt sie das Müttergenesungswerk und wird wieder mit der Sammelbüchse in Ellerbek von Tür zu Tür gehen. Sigrid Thomsen, die seit 25 Jahren zur Gruppe der ehrenamtlichen Sammlerinnen gehört, ist kurz vor dem Muttertag wieder mit der Spendendose in Suchsdorf unterwegs. Viele Sammlerinnen sind ihren Nachbarn in den Stadtteilen bekannt, sodass man ihnen die Spenden gern anvertraut.

 Zu Frauke Janßen kommen manchmal Mütter in die Beratungsstelle beim Frauenwerk, die erzählen, dass sie bereits eine Kur gemacht haben – und zwar als Kind mit der Mutter – und nun selbst mit den eigenen Kindern auftanken möchten. Der Bedarf an Vorsorge und Rehabilitation bleibt hoch: Mehr als zwei Millionen Mütter und rund 235000 Väter gelten nach Schätzungen des Müttergenesungswerks bundesweit als kurbedürftig, weil sie krank oder erschöpft sind.

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