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Bandidos in Kiel haben sich aufgelöst

Nach Attacke auf Hells Angel Bandidos in Kiel haben sich aufgelöst

Die Bandidos in Kiel haben sich am 7. Juni 2016 aufgelöst. Den Eingang eines gleichlautenden Faxes hat das Landeskriminalamt (LKA) den Kieler Nachrichten bestätigt. Das Chapter hatte sich erst im Februar dieses Jahres in der Landeshauptstadt gegründet.

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Die Bandidos in Kiel haben sich aufgelöst.

Quelle: hfr

Kiel. Rocker der Bandidos Kiel hatten Ende Mai in Dägeling (Kreis Steinburg) ein Mitglied der rivalisierenden Hells Angels aus Hamburg aufgelauert und den Mann mit mehreren Messerstichen schwer verletzt. Ob die Auflösung mit der Tat in Zusammenhang steht, war nicht zu erfahren. Das Sachgebiet Rocker und Milieu im LKA versucht nun, Hintergründe zu ermitteln. Somit gibt es in Kiel offiziell keine Outlaw Rockergang mehr. Die Hells Angels wurden 2012 verboten.

Die Bandidos hatte sich extra Kutten mit dem Schriftzug Kiel anfertigen lassen. Damit waren sie im Stadtbild präsent – auch auf ihren Motorrädern. Inwieweit sie in der Landeshauptstadt Geschäften nachgingen, ist ebenso unklar wie die Zahl der Mitglieder. Traditionell war Kiel offiziell das Territorium der Hells Angels – bis zu dem Vereinsverbot im Januar 2012. Nach der großen Rockerrazzia Mitte 2012 wurde es ruhig um die Hells Angels in Kiel. Das lag auch daran, dass führende Mitglieder im Gefängnis saßen. Ehemalige Angehörige dieser Outlaw Motorcycle Gang sollen aber weiterhin aktiv Geschäften nachgehen. So würden drei Bordelle am Wall von diesen Personen betrieben, heißt es. Zu einer Auseinandersetzung zwischen Bandidos und Hells Angels in Kiel ist es seitdem nicht gekommen.

Rockerkrieg hielt Schleswig-Holstein in Atem

Der Rockerkrieg hatte Schleswig-Holstein zwischen 2009 und 2012 in Atem gehalten. Dann wurde es ruhig - bis Ende Mai 2016: In Dägeling griffen wie aus heiterem Himmel vier Mitglieder der Bandidos einen 36-jährigen Rocker der Hells Angels an und verletzten den Mann durch Messerstiche in den Oberarm. „Die Täter flüchteten in einem Auto, das kurze Zeit später in Elmshorn von der Polizei gestoppt werden konnte“, sagte damals Jana Maring vom Landeskriminalamt. Die Männer versuchten, zu Fuß zu entkommen.

Einen Verdächtigen konnte die Polizei kurze Zeit später festnehmen, zwei weitere Personen durch den Einsatz von Diensthunden stellen. Einem Bandidos-Mitglied gelang die Flucht. Drei Männer im Alter zwischen 24 und 34 Jahren kamen in Polizeigewahrsam. Sie sollen aus Kiel, Neumünster und Schwentinental stammen. Mittlerweile sind die mutmaßlichen Täter wieder auf freiem Fuß. Wie Maring sagt, wären sie sehr verschwiegen und hätten zur Sache nichts ausgesagt. Und: Sie würden sich von Anwälten vertreten lassen.

Derzeit gibt es in Schleswig-Holstein nur ein Chapter der Bandidos, das in Wahlstedt. Die verbotenen Bandidos aus Neumünster firmierten sich unter dem dänischen Chapter Padborg. Die Hells Angels haben ein Charter in Lübeck und nennen sich dort „Lubeck“. Auch in Norderstedt gibt es die „Höllenengel“ noch.

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Günter Schellhase
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In Schleswig-Holstein sind kriminelle Rocker-Banden wieder auf dem Vormarsch: Mit Sorge beobachten Ermittler und Innenpolitiker, dass die verfeindeten Hells Angels und Bandidos wieder neue Clubs im Land gründen.

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