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Ringen um den Plüschowhafen

Nach British Yacht Club Ringen um den Plüschowhafen

Die letzten Segelschiffe haben Kiel im September verlassen, zum Jahresende soll der British Kiel Yacht Club endgültig geschlossen werden. Wie es mit dem Areal rund um den Plüschowhafen weitergeht, ist aber noch immer ungeklärt.

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Es gibt viele Ideen für den Plüschowhafen: Der Freundeskreis Klassische Yachten wünscht sich auf dem einstigen Gelände der Briten ein Zentrum, das historischen Schiffen eine Heimat geben soll.

Quelle: Freundeskreis Klassische Yachten (Visualisierung)/Ulf Dahl (Luftbild)

Kiel. „Uns ist es wichtig, dass wir hier eine gute, segelaffine Nutzung schaffen“, sagt Bürgermeister und Baudezernent Peter Todeskino. Dieses Ziel umzusetzen, ist derzeit jedoch schwierig. Denn die Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), der Eigentümerin des Grundstücks, sind ins Stocken geraten. „In den letzten Gesprächen mit der Bima in Bonn wurde das Erstzugriffsrecht der Stadt infrage gestellt“, erklärt Todeskino. Aus Sicht der Bundesanstalt setzt die Stadt in ihren Plänen zu sehr auf das Gewerbe. Daher seien die Kriterien für das Erstzugriffsrecht nicht erfüllt. Voraussetzung für ein solches ist nämlich, dass mit dem Grundstückskauf eine „öffentliche Aufgabe“ erfüllt wird, heißt es von der Bima. Zu den Gesprächen mit der Stadt will sich die Bundesanstalt wegen der laufenden Verhandlungen allerdings nicht äußern.

„Die Reaktion der Bima kam für uns sehr überraschend“, sagt Todeskino. Denn nach mehreren Gesprächen mit der für den Norden zuständigen Direktion in Rostock schien man sich einig zu sein. „Uns ist von dort Zustimmung für unser Struktur- und Nutzungskonzept signalisiert worden.“

Uferweg und Museumsbetrieb geplant

Im Dezember vergangenen Jahres hatte die Ratsversammlung das Konzept der Stadt Kiel für die Nutzung und den Kauf des Areals verabschiedet. Das sieht als Vorgabe unter anderem vor, dass der Weg entlang des Ufers nach Jahrzehnten wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und auch das angrenzende MFG-5-Gelände mit der Uferpromenade verbunden werden muss. Außerdem soll ein „musealer Bildungs- und Handwerksstandort zum Thema Segelsport- und Schiffsbau“ am Plüschowhafen verwirklicht werden. Nach dem Kauf des Grundstücks durch die Stadt soll es an einen geeigneten Bewerber verpachtet werden.

Bis jetzt gibt es bereits mehrere Interessenten, die sich um die Nutzung des Areals rund um den Plüschowhafen bewerben. Dazu gehört auch der „Freundeskreis Klassischer Yachten“, der hier ein „Zentrum Klassischer Yachtsport“ verwirklichen will. Das soll neben einem Restaurant und einem Gästehaus auch ein Museum zur Geschichte des Segelns beherbergen. In einer „gläsernen Werft“ sollen Besucher einen Eindruck vom traditionellen Jachtbau erhalten. „Unser Ziel ist es, das Gelände wieder für die Öffentlichkeit zu öffnen“, sagt Wilfried Horns, Sprecher des „Freundeskreises Klassischer Yachten“. Als Verein seien sie angetreten, um die klassischen Boote wieder in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Genau das soll nun im Plüschowhafen erreicht werden, sagt Horns. „Wir sind von unserer Idee überzeugt und gehen deshalb offensiv damit um.“ In dieser Woche stellt der Freundeskreis das Konzept auf der Hanseboot in Hamburg vor.

Sporthafen ebenfalls interessiert

Auch die Sporthafen Kiel GmbH interessiert sich für das anderthalb Hektar große Areal. Allerdings will man noch nicht verraten, wie ein konkretes Konzept aussehen könnte. „Wir wollen dort wirken, das ist bekannt. Aber unsere Ideen wollen wir erst mal nicht in der Öffentlichkeit diskutieren“, sagt Philipp Mühlenhardt, Geschäftsführer des Sporthafens. Ein gewerbliches Konzept, das auch Arbeitsplätze schafft, hält er für sinnvoll. Auch einen Zusammenschluss mit anderen Interessenten kann sich Mühlenhardt vorstellen. „Aber es liegt nicht an uns, das zu entscheiden. Der Ball liegt bei der Stadt.“ Die müsse sagen, wie es weitergeht und vielleicht auch alle Interessenten an einen Tisch bringen.

Vorher muss allerdings geklärt sein, ob die Stadt das Grundstück überhaupt kaufen kann. „Ich denke, dass wir die Kuh schnell vom Eis kriegen“, sagt Bürgermeister Todeskino. Er habe der Bima einen Brief geschrieben, in denen er nochmals erläutert, wie die Stadt das Areal nutzen will. „Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass wir damit ein öffentliches Interesse verfolgen.“ Deshalb sei er zuversichtlich, dass die Unklarheiten bald beseitigt sind.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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